Von den ADAC GT Masters in die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft: Im Porsche mit der Startnummer 77 des Teams Dempsey Proton Racing gibt der 20-jährige Rennfahrer Marvin Dienst vom MSC Weingarten 2017 sein internationales Debüt. | Foto: pr

„Arbeitsgerät“ Porsche 911 RSR

MSC Weingarten: Marvin Dienst fährt Langstrecken-WM

Nächster Schritt für Motorsporttalent Marvin Dienst

Bitte Platz nehmen: Auf Marvin Dienst vom MSC Weingarten wartet in der neuen Saison die nächste Herausforderung auf der Rennstrecke. | Foto: Patrick Liste

Nach seinem Tourenwagen-Debüt 2016 in den ADAC GT Masters wartet auf Marvin Dienst vom MSC Weingarten nun die nächste Herausforderung: Das 20-jährige Motorsporttalent startet 2017 für Dempsey Proton Racing aus dem oberschwäbischen Ummendorf in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC). Seine Fahrerkollegen sind Teamchef Christian Ried (38) und der Italiener Matteo Cairoli (21).

Porsche 911 RSR mit der Startnummer 77

„Arbeitsgerät“ des Trios ist ein Porsche 911 RSR – und trägt die Startnummer 77. Das Auto zeichnet sich durch konsequenten Leichtbau sowie ausgefeilte Aerodynamik aus. Es wird um die 500 PS unter der Haube haben. „In puncto Leistung unterscheidet es sich nicht viel von dem 911 GT3, mit dem ich bei den Masters gefahren bin. Es hat aber eine ganz andere Abstimmung“, verdeutlicht Marvin Dienst. Seinen Wechsel in die WEC mit den besten Piloten der Welt sieht der junge Rennfahrer aus Reihen des  MSC Weingarten als nächsten Schritt, um sich „im GT-Rennsport zu bewähren“, wie er sagt.

 

Zugleich erfüllt sich für Marvin Dienst damit auch ein Traum: „Von einer deutschen Top-Serie in eine der höchst dotiertesten Rennserien der Welt, das ist ein großer Sprung. Sechs-Stunden-Rennen sind etwas ganz anderes als eine Stunde GT Masters. Aber ich kann mich gut und schnell in einem neuen Format zurechtfinden. Das ist meine Stärke“, erklärt der Formel-4-Meister des Jahres 2015 selbstbewusst.

Highlight sind die 24 Stunden von Le Mans

„Ich danke dem Team, dass es mir als Nachwuchsfahrer solch eine Chance gibt“, freut sich der 20-jährige Lampertheimer. „Da sind schon ein paar schöne Kaliber dabei. Highlight sind natürlich die 24 Stunden von Le Mans“, meint Marvin Dienst im Gespräch mit dem SONNTAG. „Da zu fahren war schon immer ein Ziel von mir. Dass ich das so früh erreichen und bereits in dieser Saison dabei sein werde – Wahnsinn. Super toll.“

Mit den „6 Stunden von Silverstone“ (Großbritannien) startet die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft 2017 am Ostersonntag, 16. April. Insgesamt stehen neun Rennen in Europa, Nordamerika, Asien sowie dem Nahen Osten im WEC-Kalender 2017. Im letzten Jahr feierte Proton-Competition zwei Klassen-Siege; in Mexiko und Bahrain. Für Marvin Dienst und Co geht die Saison aber schon am ersten April-Wochenende mit den offiziellen WEC-Testfahrten in Monza (Italien) los. „Beim Prolog werden die ersten richtigen Runden“ gedreht“, so Dienst.

Pilot des MSC Weingarten „Casting“-Sieger in Valencia

Zu dem Platz im Auto von Dempsey Proton Racing ist Marvin Dienst recht kurzfristig und „überraschend für mich“ gekommen. „Weil das Team noch jemanden mit meiner Einstufung brauchte.“ Marvin Dienst: „Ich wurde mit drei weiteren Kandidaten zum Test nach Valencia eingeladen. Nach der Zwei-Tages-Sichtung in Spanien hat man sich für mich entschieden“, erzählt der „Casting“-Sieger. Eigentlich war Marvin Dienst davon ausgegangen, 2017 sein zweites Jahr für Schütz Motorsport (Bobenheim-Roxheim) in den ADAC GT Masters – Auftakt: 28. bis 30. April in Oschersleben – zu bestreiten.

Das ist absolutes Neuland

Möglich, dass er auch 2017 im ADAC GT Masters hin und wieder zu sehen sein wird. „Es gibt noch nichts Fixes, aber die Langstrecken-WM hat Priorität“, so Dienst, der vor dem zweiten WEC-Lauf in Spa noch seine Abschlussprüfungswoche zum Automobilkaufmann unterbringen muss. Von seinem Lehrbetrieb in Wiesloch habe er das Angebot, weiter zu machen. „Vielleicht lasse ich den Job aber erst mal ruhen. Die WEC ist eine richtige Profi-Rennserie und ich bin einer der jüngsten Fahrer“, sagt der 20-Jährige und hofft auf einen guten Start: „Das ist absolutes Neuland. Jedes andere Ziel wäre hypothetisch und aus der Luft gegriffen.“ Aber sich schnell zurechtzufinden, das ist ja eine Stärke von Marvin Dienst.

Die WEC-Rennen 2017: 16. April: 6 Stunden von Silverstone/Großbritannien; 6. Mai: 6 Stunden von Spa-Francorchamps/Belgien; 17./18. Juni: 24 Stunden von Le Mans; 16. Juli: 6 Stunden vom Nürburgring; 3. September: 6 Stunden von Mexiko-Stadt; 16. September: 6 Stunden von Austin/USA; 15. Oktober: 6 Stunden von Fuji/Japan; 5. November: 6 Stunden von Schanghai/China; 18. November: 6 Stunden von Bahrain.

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