Bleibt gesperrt: Während der Sperrung der Jöhlinger Straße in Weingarten ist das Mauertal keine Alternative. | Foto: Kuld

Das Mauertal bleibt tabu

Von Jöhlingen über Berghausen nach Weingarten

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Das Mauertal kann nicht für eine Umfahrung Weingarten genutzt werden. Dort ist bekanntlich die Jöhlinger Straße seit einigen Wochen wegen unterschiedlicher Arbeiten gesperrt – eine Situation, die bis ins Jahr 2020 andauern wird. Die Gemeinde Weingarten hat nach Protesten aus Pfinztal und Walzbachtal erneut untersucht, ob das Mauertal genutzt werden kann. Überlegt wurde eine Einbahnregelung mit morgens und abends unterschiedlichen Fahrtrichtungen.

Schlechte Strecke

Das negative Ergebnis vermeldete Bürgermeister Eric Bänziger. Er nennt mehrere Gründe: den Streckenzustand der Mauertalstrecke und die rechtliche Situation.


Zeitplan bleibt

Negativ verlief laut Bänziger auch die neuerliche Prüfung, ob die Bauzeit in der Jöhlinger Straße verkürzt werden kann. Dort geht es bekanntlich um die Straße an sich, Wasser- und Abwasserleitungen sowie den Hochwasserschutz. Die Ingenieure empfehlen aufgrund der schwierigen örtlichen Verhältnisse und planerischen Problemlagen „am bisherigen Zeitplan festzuhalten“.

Umfangreiche Arbeiten

Konkret geht es in der Jöhlinger Straße um Folgendes: „Es werden die Hauptwasserleitung für den gesamten Ort und rund 100 Hausanschlüsse ausgetauscht, eine zweite Ringleitung eingebaut, der Abwasserkanal teilweise erneuert, ein überarbeitetes Verkehrskonzept umgesetzt, wodurch einseitig ein barrierefreier Gehweg geschaffen wird. Hinzu kommt die Erschließung mit Glasfaser, die Ordnung der übrigen Versorgungsleitungen und ein Bypass zum Walzbach, um den Hochwasserschutz im Ort zu verbessern.“

Ärger in Berghausen

Nach Beginn der Sperrung der Jöhlinger Straße suchte sich der Verkehr neue Wege. Die Umleitung führt durch Pfinztal. Hauptbetroffen ist der Ortsteil Berghausen. Von dort und aus Walzbachtal kam daher die Forderung, das Mauertal erneut zu untersuchen. Das wurde in einem Spitzentreffen der drei Bürgermeister im Juli zugesagt. Aus Weingartener Sicht ging es darum, „eine materiell-rechtlich korrekte und technisch gute Lösung über die Zeit von drei Jahren“ zu finden, „um die Gemeinde und handelnde Personen im Schadensfall frei von Ansprüchen und strafrechtlicher Verfolgung zu halten“.

Überwachung unmöglich

Das ist laut Bänziger nicht machbar. Er schreibt: „Es wurde die Umfahrung im Mauertal (Länge circa zwei Kilometer) und die Strecke danach über den Kirchberg bis Weingartner Straße in Jöhlingen (2,2 Kilometer) beziehungsweise über den Feldweg zum Naturfreundehaus Jöhlingen (ein Kilometer) betrachtet. Zugrunde gelegt wurde das bisherige Verkehrsaufkommen von 8 700 Fahrzeugen, reduziert um Schwerlastverkehr sowie innerörtlichen Ziel- und Quellverkehr. Daher wurde von 3 000 Fahrzeugen in beide Richtungen oder 1 500 Fahrzeugen in jede Richtung ausgegangen. Eine Regelung der Nutzung nur für Anwohner aus Weingarten und Jöhlingen ist weder rechtlich möglich noch zu überwachen.“

Befestigte Seitenstreifen?

Weiter kamen die Fachleute zu dem Ergebnis, dass die Seitenstreifen befestigt werden müssten. Dabei gehe es insbesondere um den Straßenteil hinter dem Mauertal auf Walzbachtaler Gemarkung. Notwendige Ausweichbuchten wären nur über Pachtverträge oder Grunderwerb zu realisieren. Die Polizei fordere zudem Fahrbahnrandmarkierungen und Leitpfosten. Schließlich habe man noch den Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Radfahrer) abgewogen. Auch diesbezüglich komme die Mauertallösung nicht in Betracht.

Verständnis für die Nachbarn

Der Bürgermeister schreibt zudem, dass Weingarten die Situation für die von den Umleitungsstrecken betroffenen Nachbargemeinden und insbesondere die Umstände für die Bürger nicht verkenne. Es müsse jedoch verständlich sein, dass der Verkehr einer Landesstraße nicht – auch nicht teilweise – über einen Feldweg abgewickelt werden könne.