Einige wenige Lebenspartnerschaften wurden in den Kommunen des Hardtgebiets seit Inkrafttreten des neuen Gesetzes für die „Ehe für alle“ umgewandelt. Dagegen gibt es relativ wenige gleichgeschlechtliche Paare, die sich trauen lassen. | Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ein Jahr Ehe für alle

Wenig Interesse an gleichgeschlechtlichen Eheschließungen

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Seit dem 1. Oktober 2017 lautet der Paragraf 1 353 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB): „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.“ Seither brauchen sich gleichgeschlechtliche Paare nicht mehr „verpartnern“ zu lassen: Es gilt die Ehe für alle. Sondern sie können wie gemischtgeschlechtliche Paare vor dem Standesbeamten die Zivilehe eingehen. Eintragungen von Lebenspartnerschaften gibt es seit gut einem Jahr daher nicht mehr.

Was passiert in den Kommunen?

Mit Hilfe einer Umfrage bei den Rathäusern im Hardtgebiet der BNN wurde jetzt zusammengestellt, wie viele Paare mit Partnern gleichen Geschlechts diese Möglichkeit im ersten Jahr der „Ehe für alle“ wahrgenommen haben.

Zwei Trauungen in Walzbachtal

Annika Müller, Pressesprecherin der Gemeinde Walzbachtal, berichtet davon, dass in diesem ersten Geltungsjahr vier Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt wurden. Zwei gleichgeschlechtliche Paare haben sich trauen lassen. Eine solche Hochzeit ist für dieses Jahr noch vorgesehen. In der gleichen Zeit verheirateten die Walzbachtaler Standesbeamten 43 Frauen mit 43 Männern. Sieben gemischtgeschlechtliche Hochzeiten sind 2018 in Walzbachtal noch geplant.

Einmal fiel das Ja-Wort in Linkenheim-Hochstetten

Monika Kemm vom Bürgermeisteramt Linkenheim-Hochstetten kann lediglich davon berichten, dass sich in der Hardtgemeinde ein gleichgeschlechtliches Paar das Ja-Wort gegeben hat. Allerdings „trauten“ sich in Linkenheim-Hochstetten im betrachteten Zeitraum immerhin 49 gemischtgeschlechtliche Paare.

Eine Trauung vorigen Dezember in Weingarten

Ebenfalls nur eine Ehe zwischen Menschen gleichen Geschlechts wurde in Weingarten geschlossen, wie Anette Polowy vom Standesamt zu wissen gibt. Dieses Paar traute sie im Dezember vorigen Jahres. Im Mai 2018 ließ zudem ein gleichgeschlechtliches Paar in der Weinbaugemeinde seine Lebenspartner-schaft in eine Ehe umwandeln.

Keine Nachfrage in Dettenheim

In Dettenheim, so Sabine Haffner vom dortigen Standesamt im Rathaus in Liedolsheim, gab es seit dem 1. Oktober 2017 keine Heirat zwischen je zwei Männern oder zwei Frauen. Ein Paar hat seine Partnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen. Ein zweites Partner-Paar hat sich nach den Bedingungen einer Umwandlung erkundigt, diese aber bislang noch nicht vollzogen, lautet die Auskunft aus dem Rathaus.

Drei weibliche, zwei männliche Paare in Stutensee

In der Großen Kreisstadt Stutensee haben seit der Gesetzesänderung drei weibliche Paare und ein männliches Paar ihre Lebenspartnerschaften in eine Ehe umwandeln lassen. Zwei Frauenpaare haben 2018 neu geheiratet, Männer hingegen nicht. So die Zahlen von Lukas Lang, dem Stutenseer Öffentlichkeitsarbeiter. Er fügt noch hinzu, dass 2012 ein Frauenpaar, 2014 ein männliches und 2015 zwei Männerpaare Partnerschaften hatten eintragen lassen. 2013, 2016 und 2017 gab es in Stutensee keine Eintragungen, und 2017 habe es auch keine Eheschließung gegeben.

Kaum Interesse in Graben-Neudorf und Pfinztal

In Graben-Neudorf, so Standesbeamtin Kornelia Mahl, stehen immerhin 55 verschiedengeschlechtlichen Eheschließungen nur eine gleichgeschlechtliche und eine Umwandlung gegenüber. In Pfinztal gab es nach Auskunft des dortigen Standesamtes lediglich eine Umwandlung.

Keine Statistik in Eggenstein-Leopoldshafen

Keine Zahlen, getrennt nach gleich- und verschiedengeschlechtlich, hat das Standesamt Eggenstein-Leopoldshafen erhoben.

Rüdiger Homberg