Um die Nachfolge von Bürgermeister Karl-Heinz Burgey geht es am 7. Juli in Walzbachtal. | Foto: BNN

Sieben Bewerber

Wer wird neuer Bürgermeister in Walzbachtal?

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Am Schluss sind es sieben Personen, die in Walzbachtal Bürgermeister werden wollen, wenn es am 7. Juli um die Nachfolge von Karl-Heinz Burgey geht, der nach zwei Amtsperioden beziehungsweise 16 Jahren als Rathauschef nicht mehr antritt.

Am Dienstagabend schlug nach 17 Uhr – 18 Uhr war förmlicher Bewerbungsschluss – noch die Kandidatur von Sascha Oehme auf, der bereits 2011 in Walzbachtal kandidierte und auch 2012 in Karlsruhe bei der Oberbürgermeisterwahl antrat.

Reihenfolge festgelegt

Am Dienstag Abend tagte der Walzbachtaler Wahlausschuss und ließ dabei folgende sieben Bewerber in der Reihenfolge des Eingangs zur Wahl am 7. Juli zu. So werden sie auf dem Stimmzettel stehen:
• Michael Paul ist Rechtsanwalt und Fraktionsvorsitzender der CDU im Walzbachtaler Gemeinderat;
• Jürgen Bereswill ist selbständiger Kunststofftechniker in Eisingen;
• Iris Würtz ist Unternehmerin aus Wössingen;
• Siegfried Weber ist Verwaltungsfachwirt und in Walzbachtal für das Bürgerbüro zuständig;
• Werner Kuhn ist Verfahrensmechaniker und arbeitet als Fertigungsleiter bei einer Firma in Gölshausen;
• Timur Özcan ist Verwaltungsfachwirt und arbeitet beim Polizeipräsidium Mannheim;
• Sascha Oehme aus Walzbachtal.

Jöhlingen und Wössingen

Karl-Heinz Burgey, der der CDU angehört und für diese auch im Kreistag ist, ist seit 2003 Bürgermeister der Gemeinde Walzbachtal. Die beiden Ortsteile sind durchaus unterschiedlich. Während Jöhlingen in der öffentlichen Wahrnehmung noch dem Karlsruher Speckgürtel zugerechnet wird, ist Wössingen eher ein Dorf im ländlichen Gebiet.

Gleichwohl ist Walzbachtal unter Burgeys Ägide gut vorangekommen. Die Infrastruktur der inzwischen knapp 10.000 Einwohner zählenden Doppelgemeinde ist stimmig, die Stadtbahn verbindet Richtung Karlsruhe und Bretten, das neue Rathaus ist gebaut, das Thema Kinderbetreuung bearbeitet. Gut aufgestellt ist die Gemeinde bezüglich der Nahversorgung und bei der Seniorenbetreuung hat Walzbachtal überörtlich Akzente gesetzt.

Etwas ärgerlich empfindet man am Ort, dass das Schulangebot gekürzt wurde – es gibt nur noch Grundschulen in beiden Ortsteilen, die Hauptschule beziehungsweise Werkrealschule fielen den mangelnden Schülerzahlen zum Opfer.

 

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Zwei Bewerbervorstellungen

Gespannt blickt man jetzt in Walzbachtal auf die kommenden Wochen des Wahlkampfs. Insbesondere die beiden öffentlichen Bewerbervorstellungen spielen für die Performance der Kandidaten gemeinhin eine erhebliche Rolle. Zumindest war das so bei vielen Bürgermeisterwahlen in der Vergangenheit.

Für die beiden Termine in den Ortsteilen Jöhlingen und Wössingen gibt es dabei ein klares Reglement. Jeder Bewerber hat Gelegenheit, sich und seine Vorstellungen über die Zukunft der Gemeinde Walzbachtal in maximal zehn Minuten darzulegen.

Nach dieser Vorstellungsrunde sind Fragen aus dem Publikum zugelassen, wobei auch hier der Gemeindewahlausschuss die Spielregeln klar definiert hat. Vorsitzender des Ausschusses ist der noch amtierende Bürgermeister Burgey, der die Versammlungen leiten wird. Für beide Abende ist die Dauer der Veranstaltung auf drei Stunden begrenzt worden.

Termine

Die Wahl in Walzbachtal ist am 7. Juli. Ein eventueller zweiter Wahlgang, falls kein Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen konnte, wäre am 21. Juli (jeweils Sonntag):
• Bewerbervorstellung in Jöhlingen:
Dienstag, 25. Juni, 19 Uhr, Jahnhalle
• Bewerbervorstellung Wössingen, Mittwoch, 26. Juni, 19 Uhr Böhnlichhalle

ANGEMERKT
Bürgermeisterwahlen unterliegen ganz eigenen Gesetzen. Mehr als andere Wahlen sind sie nicht durch Parteien geprägt, sondern von Persönlichkeiten. Besondere Spannung versprechen dabei die „offenen“ Wahlen – also jene, bei denen der Amtsinhaber nicht mehr antritt und für jeden, der sich neu bewirbt, gleiche Chancen bestehen. Zuweilen bewerben sich nur zwei oder drei als fähig geltende Kandidaten, manchmal sind es deutlich mehr.
Dabei muss man einmal festhalten, dass eine Kandidatur für den, der es ernst meint, kein Spaß ist. Die Hälfte des Jahresurlaubs kann man locker für die Haustürbesuche, Info-Stände und eine vernünftige Vorbereitung auf die Vorstellungsrunden und Gespräche verbuchen, und ein paar Tausender gehen auch irgendwie drauf. Und dann muss man festhalten, dass Bürgermeister ein zwar solid dotierter Job ist, für den man freilich – so viel ist klar – nirgendwo noch zusätzlich Vergnügungsteuer zahlen muss. Was also macht nun den besonderen Charme von Walzbachtal aus? Warum wollen so viele Karl-Heinz Burgey beerben?
Ein Grund dürfte die attraktive Lage in der Nähe des Oberzentrums Karlsruhe sein. Ein anderer die geordnete Situation am Ort. Ein dritter das offene Rennen. Der vierte und entscheidende dürfte indes der sein: Die Gestaltungsmöglichkeiten eines Bürgermeisters in Baden-Württemberg sind enorm. Das ist eigentlich Anreiz genug.