Noch vor Pfingsten sollen die Gaststätten in Baden-Württemberg wieder öffnen dürfen. So locker wie hier auf der Insel Rott dürfte es dann aber nicht mehr zugehen.
Noch vor Pfingsten sollen die Gaststätten in Baden-Württemberg wieder öffnen dürfen. | Foto: Werner

Vor Pfingsten wieder Betrieb

Wirte in der Hardt sind nicht ganz froh über Corona-Lockerungen

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Mit Erleichterung, aber durchaus auch einer Prise Skepsis haben die Wirte in der Hardt die am Mittwochnachmittag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angekündigten Lockerungen für die Gastronomie aufgenommen.

Vor allem die Betreiber beliebter Ausflugslokale, etwa dem „Rheinblick“ in Leopoldshafen, dem Vogelpark in Friedrichstal oder der „Insel Rott“ atmen nach der Corona-bedingten Schließung auf. Bei den Gastronomen, die keinen riesigen Außenbereich haben, ist die Freude dagegen verhalten.

Wirte: Was passiert mit den Gästen bei Regen?

„Wir werden auf jeden Fall draußen weniger Plätze bewirten dürfen“, ist sich Kristina Trautwein, Inhaberin des „Walkschen Hauses“ in Weingarten sicher. Ihre Restaurants haben derer 90; die Abstandsregelungen bedingen eine Reduzierung auf die Hälfte, schätzt die erfahrene Fachfrau.

Etwas kritisch sieht sie die Freigabe zunächst nur für Bewirtung unter freiem Himmel: „Außenbewirtung ist schwierig planbar. Was ist zum Beispiel, wenn es plötzlich regnet? Wir hätten hier vier Räumlichkeiten, wo wir dann mit unseren Gästen ausweichen könnten. Wenn wir das aber nicht dürfen, wäre das schade.“

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Ähnlich argumentieren auch andere Gastronomen, die aber ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen. Schließlich, so der Betreiber eines bekannten Ausflugslokals, müsse man Speisen und Personal vorhalten. Und man habe „lange genug massive Umsatzeinbußen“ hinnehmen müssen.

Kommunen und Wirte erarbeiten Hygienekonzepte für Corona-Krise

Der Bürgermeister von Linkenheim-Hochstetten, Michael Möslang, begrüßt die Lockerungen, die „endlich wieder Gastronomie im Ort“ erlaubten. Gemeinsam mit den Wirten werde man vonseiten des Rathauses nun ein Hygienekonzept erarbeiten. „Wir stehen in Kontakt mit unseren Gastronomen.“

Das gilt auch für Stutensee, wie Oberbürgermeisterin Petra Becker (parteilos) auf Nachfrage erklärt. „Wir haben schon vorab mit Wirten gesprochen“, sagt sie, „und geben denen natürlich auch jetzt Hilfestellung“. Rund 20 gastronomische Betriebe gibt es laut Angaben von Pressesprecher Lukas Lang in der Großen Kreisstadt, die meisten im Stadtteil Blankenloch.

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Auch wenn noch nicht feststeht, wie die Sicherheitsregeln im Detail aussehen, glaubt die Oberbürgermeisterin, dass es – analog zu Supermärkten – einen getrennten Ein- und Ausgang für Gäste geben werde. Über Details werde es in der geänderten Verordnung des Landes gehen, sagt Becker. „Wir haben ja vom Land für jede bisherige Maßnahme genau gesagt bekommen, wie wir handeln sollen. Das wird in der Gastronomie nicht anders sein.“

Oberbürgermeisterin Becker: Corona-Lockerungen bieten „klare Perspektive“

Sie gehe davon aus, dass sich die Bürger und die Wirte auch an die neuen Regeln in der Gastronomie halten werden, so, wie das zuletzt bei den Friseuren und den Spielplätzen („Da ging es sehr respektvoll zu“) zu beobachten gewesen sei.

Die weiteren Lockerungen in der Corona-Zeit bezeichnete Becker als „klare Perspektive“. Nun sei es an jedem einzelnen, sich so zu verhalten, dass die Pandemie zurückgehe und weitere Schritte zur Normalität folgen könnten.