Es geht in Richtung Wohnpark: Das unterschreiben Oberbürgermeistern Petra Becker (Stutensee) und Volkswohnung-Chef Stefan Storz. | Foto: Kuld

50 Wohnungen ab 2023

Wohnpark „Mittendrin“ in Blankenloch

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Formal ist es „nur“ eine Absichtserklärung, die Stutensees Oberbürgermeisterin Petra Becker und Stefan Storz, Geschäftsführer der Volkswohnung Karlsruhe, unterzeichneten. Faktisch markiert sie aber den Auftakt zur Verwirklichung des Großprojekts „Wohnpark Mittendrin“.
Auf dem Areal des ehemaligen Hallenbads in Blankenloch, das nach der Eröffnung des neuen „Stutenseebads“ im Herbst nun abgerissen werden kann, sollen in mehreren drei- bis viergeschossigen Gebäuden rund 150 neue Wohnungen entstehen.

Wettbewerbsergebnis

Die Volkswohnung und das Architekturbüro Ackermann & Raff in Stuttgart waren als Sieger aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen, den die Stadt veranstaltet hatte.
Am Freitag informierten Becker und Storz erneut über das Projekt, zu dem es bereits eine Veranstaltung in der Festhalle Stutensee gab.

 

Wunderbares Projekt

Der „Wohnpark Mittendrin“ ist nach Ansicht von Oberbürgermeisterin Becker ein „wunderbares Projekt“, die städtische Baudezernentin Sylvia Tröger spricht von einem „Meilenstein“. Der Name sei auch Programm angesichts der zahlreichen infrastrukturellen Vorteile, die das Vorhaben bietet: Schulen in der Nähe, Schwimmbad, Stadtbahnhalt, Ärzte und die Natur vor der Haustür. Gebaut werde nach besonderen energetischen Maßstäben („Energiehaus 55“), zu denen ein Blockheizkraftwerk und ein Eisspeicher ihren Beitrag leisten sollen.

40 Millionen Euro

Pro Wohneinheit des auf insgesamt rund 40 Millionen Euro kalkulierten Bauprojekts – eine auch für die Volkswohnung beachtliche Dimension – soll es einen Stellplatz in der Tiefgarage geben.
Auf deren Dach entsteht planmäßig neben den Gebäuden eine grüne Mitte mit „Spielbereich, Bäumen, Brunnen und Sitzgelegenheiten, die für hohe Aufenthaltsqualität und ökologischen Mehrwert sorgen“, wie es in der Mitteilung der Stadt heißt.

Bezahlbarer Wohnraum

Für Stutensee hat die Schaffung neuen Wohnraums – zumal nach dem Bürgerentscheid zum Lachwald – sehr große Bedeutung. Für den „Wohnpark Mittendrin“ ist dabei folgendes Konzept vorgesehen: Ein Drittel der Wohnungen wird mit öffentlicher Förderung als bezahlbarer Wohnraum entwickelt, ein Drittel sind frei finanzierte Wohnungen, das letzte Drittel kommt als Eigentumswohnungen auf den Markt.

13.000 Wohnungen

Hier machte Stefan Storz die Bedeutung des Vorhabens auch für die Volkswohnung deutlich, denn man investiere ganz erheblich auch in den eigenen Bestand von aktuell rund 13.000 Wohnungen.

Erster Einzug 2023

Bis gebaut wird, dauert es noch knapp zwei Jahre. Zum einen muss die Planung ausgearbeitet werden, zum anderen die Stadt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan entwickeln. Nach dem für Ende 2020 ins Visier genommenen Spatenstich vergehen rund drei Jahre bis zum Einzug der ersten Mieter, die auf ein Angebot vieler kleiner Einheiten treffen werden. Das sei der stark gestiegenen Zahl von Single-Haushalten geschuldet, so Storz. Gleichwohl würden auch größere Wohnungen mit vier und fünf Zimmern im Angebot sein.

Barrierearm

Der gesamte „Wohnpark Mittendrin“ soll „barrierearm“ entstehen. Aus Sicht der Volkswohnung bedeutet das mehr als „barrierefrei“ im Sinne einer Definition, die sich vor allem an den Bedürfnissen von Älteren und Mobilitätseingeschränkten orientiert. Die Volkswohnung Karlsruhe denkt diese Definition weiter etwa im Sinne von Eltern mit Kinderwagen und Zugänglichkeit der Außenanlagen.

Kommentar
Bei der Eröffnung des neuen Stutenseebads war Oberbürgermeisterin Petra Becker zwar gewählt, aber noch nicht im Amt. Die Überlegungen, wie das Areal des alten Bades genutzt werden kann, wurden von ihrem Vorgänger und dessen Baubürgermeisterin angeschoben. Nun sitzt Becker am Ruder und kann mit der Dezernentin die Entstehung des Großprojekts „Wohnpark Mittendrin“ begleiten.
Das Vorhaben ist aus mehreren Gründen ambitioniert. Nach der Schlacht um den Lachwald wird auf dem alten Hallenbadareal ernst gemacht mit dem so dringend notwendigen Bau neuer Wohnungen. Dabei spielt das Thema bezahlbarer Wohnraum politisch eine zentrale Rolle, wiewohl unterm Strich jede Wohnung, die neu entsteht, den Markt entlastet.
Dann sind an den Wohnpark mit seiner Größe besondere gestalterische Anforderungen gestellt, die nach einem Wettbewerb gut gelöst scheinen. Mit der Volkswohnung hat die Stadt zudem einen Partner, der langfristiges Interesse an seinem Investment hat, will er doch rund 100 Wohnungen im eigenen Bestand halten. Schließlich geht es für Stutensee auch ums Geld.
Zwar macht die Rathausspitze deutlich, dass die Gesamtentwicklung des Quartiers die Überlegungen dominierte, doch gibt es allemal ökonomische Interessen. Schließlich soll der Neubau des „Stutenseebads“ durch den Grundstücksverkauf „altes Bad“ alimentiert werden. Präzise Beträge wollte man nicht nennen – die am Freitag verbreitete gute Laune deutet darauf hin, dass Stadt und Volkswohnung eine für beide Seiten gute Lösung gefunden haben.          Matthias Kuld