Positiv blickt man bei der BOA nach dem Start des Insolvenzverfahrens in die Zukunft. In Stutensee wird weiter produziert. | Foto: Hora

Insolvenzverfahren angelaufen

Zukunftsperspektive für BOA Stutensee

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Wie geht es weiter mit dem Automobilzulieferer BOA in Stutensee? Vor zwei Wochen sorgte der Insolvenzantrag für Aufsehen, jetzt werden positive Signale ausgesendet. „Wir hatten eine schwierige Phase“, räumt Geschäftsführer Nikolaus Gräf ein, doch inzwischen blicke man einigermaßen hoffnungsvoll in die Zukunft. „Wir produzieren weiter wie auf dem Niveau zuvor. Wir hatten mit unseren Lieferanten und Kunden Gespräche. Wir können liefern. Der Betrieb läuft“, sagt der Geschäftsführer.

Über 300 Mitarbeiter

Nach Gräfs Auskunft werde jetzt den über 300 Mitarbeitern das Gehalt per Insolvenzgeld bezahlt. Zudem hätten mit Blick auf die geplante zukünftige Ausrichtung – „dank des Einsatzes des Insolvenzverwalters“ – kurzfristig Investitionen getätigt werden können. Gräfs Zusammenfassung: „Wir gehen davon aus, dass wir den Betrieb in Stutensee fortführen können.“

Es gibt Kaufinteressenten

Inzwischen sei auch der Verkaufsprozess gestartet. Es gebe durchaus Interessenten, die an einer Übernahme des gesamten Betriebs oder von Teilen interessiert seien. Dieser Prozess werde sich in den kommenden Wochen intensivieren. Noch in diesem Jahr erwartet Gräf konkrete Ergebnisse.
Der Start in das Insolvenzverfahren der BOA Stutensee hat seine Ursache offenkundig darin, dass entgegen den Erwartungen vor Ort von den Eigentümern des Unternehmens kein frisches und für Investitionen notwendiges Geld floss.

Auch IG Metall zuversichtlich

Da die BOA im Grundsatz aber als ordentlich aufgestellt gilt, sieht man auch seitens der IG Metall Verwaltungsstelle Karlsruhe gute Chancen für den Betrieb und seine Beschäftigten. Erster Bevollmächtigter Günter Schmidtke wertet es als wichtig, dass der Betriebsratsvorsitzende dem Gläubigerausschuss angehört und somit dort rechtzeitig auch die Interessen der Arbeitnehmer vertreten könne. Auch Gewerkschafter Schmidtke ist der Ansicht, dass die Firma BOA verkauft werden und weiter in Stutensee produzieren kann.

Ursprung in den IWKA

Die BOA in Stutensee ist aus der IWKA AG hervorgegangen. Das Unternehmen ist weltweit tätig. Insgesamt beschäftigt die Gruppe 1 250 Mitarbeiter. Außer für den Standort Stutensee seien keine Insolvenzanträge geplant, informierte vor zwei Wochen der Insolvenzverwalter. Die Gesellschaften an den anderen Standorten seien wirtschaftlich gesund. Die BOA Stutensee produziert vorrangig Bälge und Kompensatoren für die Automobilindustrie. Weiter finden sich ausweislich der Unternehmenshomepage im Portfolio industrielle Anwendungen unter anderem für Luft- und Raumfahrt.