Auf den Anhänger mit dem Christbaum: Forstwirt Roger Frey und Azubi Jonas Baumann tragen eine Tanne, die für die Feuerwehr in Söllingen bestimmt ist. | Foto: Kastner

Christbaumkultur in Berghausen

Zwischen verschneiten Tannen dröhnt die Säge

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Der Schnee knirscht unter den Sohlen. Schneebedeckt sind die Bäume entlang des Waldweges in Berghausen am Montagmorgen. Der Kopov-Bracke-Rüde Basko begleitet den Pfinztaler Forstrevierleiter Matthias Köpf zu einer der Christbaumkulturen, die im Gemeindewald einst unter einer Stromleitungstrasse angelegt wurde.

Bäume wurden unter Stromleitungstrasse gepflanzt

„Das ist gut für die Christbäume“, sagt der 53-Jährige. Das Areal unter der Leitung müsse entweder frei bleiben oder man pflanze etwas an, das wieder weggenommen werde. Die Leitung wurde mittlerweile abgebaut, aber die Christbäume stehen noch – vorerst. Denn einige werden wohl noch bis zum Weihnachtsfest abgesägt werden. 80 bis 100 Bund Zierreisig à 30 Zweige und rund 300 Christbäume im Jahr werden in Pfinztal gebraucht. Diese gehen an Kindergärten, Schulen, Kirchen, Vereine und soziale Einrichtungen.

Forstwirt Roger Frey hat eine Tanne abgesägt, aus deren Äste Zierreisig wird. | Foto: Kastner

Weihnachtliche Idylle

Zwischen Nordmanntannen und einzelnen Fichten arbeiten Forstwirt Roger Frey und Azubi Jonas Baumann. Ein Gefühl von Weihnachten beschleicht einen dann doch, wenn man die verschneiten Christbäume sieht. Was für den Betrachter unheimlich idyllisch aussieht, sei eine nasse Arbeit für diejenigen, die die Bäume absägen und abtransportierten. Zudem seien sie schwer wegen der Schneelast, erklärt Köpf. Am Wegesrand steht ein Anhänger mit einem Christbaum der, so verrät Roger Frey, an die Grund- und Hauptschule nach Söllingen geht. Nun schleppen er und Jonas Baumann das nächste Exemplar zum Hänger, das für die Feuerwehr in Söllingen bestimmt ist.

Gemeinde hat vier Christbaumkulturen

Zuvor hat Frey die Motorsäge in Stellung gebracht und einen Baum gefällt, dessen Äste für Zierreisig bestimmt sind. Das Zierreisig sei ab dem 10. November auf Halde produziert worden, sagt er. Vergangene Woche hat man dann damit angefangen, Christbäume zu fällen. Noch rund zwei Wochen Hochbetrieb liegen vor ihnen, so Matthias Köpf. Vier Christbaumkulturen hat die Gemeinde – und schätzungsweise rund 10 000 Christbäume. „Vom vierjährigen Setzling bis zum 20-jährigen Kirchen- oder Rathausbaum“, sagt der Forstrevierleiter.

In der Christbaumkultur: Forstrevierleiter Matthias Köpf, Azubi Jonas Baumann und Forstwirt Roger Frey. | Foto: Kastner

Forstrevierleiter spricht über Wildverbiss

Es komme vor, dass von Spaziergängern einzelne Äste abgesägt werden, sagt Frey. Ein Makel, der sich in der Verwendung der Tanne niederschlägt. Die Pflanze sei als Christbaum dann nicht mehr zu gebrauchen. Ein anderes Problem: Wildverbiss. Wenn beispielsweise Rehe etwa 14 Tage in die Kultur gelangen und man merke es nicht, könne ein Schaden in vierstelliger Größenordnung entstehen.

Abgesägt: Anhand der Jahresringe schätzt Matthias Köpf das Alter des gefällten Baumes auf 15 bis 16 Jahre.

Neupflanzung von 500 bis 800 Bäumen

In der Baumkultur zeigt Köpf auf ein Exemplar, dessen untere Äste abgefressen wurden. „Es ist Aufgabe der Jagdpächter, die Zäune auf Dichtigkeit zu überprüfen“, sagt Frey. „Wir pflanzen jedes Jahr zwischen 500 und 800 Bäume, wenn eine Marge verkürzt wird, fehlen uns diese Bäume in zehn Jahren“, ergänzt Köpf. Wenn die Tannen gefällt werden, sind sie etwa zwölf Jahre alt.

Die Gemeinde lasse sich die Versorgung der Einrichtungen mit eigenen Christbäumen einiges kosten, berichtet der Forstrevierleiter. Bäume aus Skandinavien sorgten für eine schlechtere Ökobilanz. Dort werde schon im September angefangen, die Bäume für das Weihnachtsfest zu fällen, berichtet Köpf. Danach würden sie gekühlt, eingelagert und mit Mitteln zur Erhöhung der Haltbarkeit behandelt.