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Das Bonifatiushaus (links) macht Platz für einen Neubau, in dem Gemeindezentrum, Pfarramt und Kindergarten von St. Bonifatius unterkommen sollen. Dahinter, im Innenbereich des Sophien-Carrées, entstehen neue Wohnhäuser. | Foto: Jörg Donecker

Bauprojekt in der Weststadt

140 neue Wohnungen im „Sophien-Carrée“

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In der Weststadt unweit des beliebten Gutenbergplatzes ist ein neues Wohnbauprojekt geplant: Im so genannten Sophien-Carrée zwischen Sophien-, Schiller-, Weinbrenner- und Körnerstraße wollen drei Grundstückseigner in einem gemeinsamen Unterfangen durch Um- und Neubau unter anderem 140 neue Mietwohnungen bauen. BNN-Redakteurin Karin Stenftenagel hat Fragen und Antworten rund um das außergewöhnliche Vorhaben zusammengestellt.

Wer ist an dem Projekt beteiligt?

Grundstückseigentümer und Vorhabenträger sind die katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius, die Eberhardt GmbH und die Evangelische Stiftung Pflege (ESP) Schönau. Die Firma Hoepfner BauInvest übernimmt die Projektsteuerung, das Büro Gerhardt Stadtplaner Architekten plant den Bau.

Was verändert sich baulich?

Die Grundstücke der drei Eigentümer befinden sich in der Sophien-, Schiller- und der Weinbrennerstraße. Dort wo sie aneinander angrenzen, sollen im Herz des Sophien-Carrées neun Wohngebäude mit drei Geschossen plus Staffelgeschoss und insgesamt 110 Wohnungen entstehen (siehe Grafik).

Foto: BNN-Infografik

Am Standort des Audi-Zentrums (ehemaliges Autohaus Eberhardt), das 2019 in die Gerwigstraße umzieht, wird der bisher offene Einfahrtsbereich in der Sophienstraße durch ein Gebäude mit 30 Wohnungen geschlossen. Der Zugang zum Innenbereich erfolgt dann durch eine Einfahrt in zweifacher Geschosshöhe. Das an die Weinbrennerstraße angrenzende Wohnhaus der ESP Schönau wird abgerissen und neu gebaut. Auf dem Gelände der Bonifatiusgemeinde wird das Gemeindehaus samt Bonifatiussaal abgerissen. Dort sollen in zwei aneinander grenzenden Neubauten Kindergarten, Pfarrbüro und Gemeindezentrum entsprechend den heutigen Nutzungsbedürfnissen auch baulich näher aneinanderrücken.

…und wie wirkt sich das in der Nachbarschaft aus?

Nach den Ausführungen von Hoepfner BauInvest wird künftig der Autohaus-Lärm durch Anlieferung von Fahrzeugen, Werkstatt und Waschbahn wegfallen. Zudem soll der Innenbereich großflächig entsiegelt werden, so dass Grünflächen entstehen können. Anstelle der Ausstellungshalle werde es ein Einzelhandelsgeschäft geben, wahrscheinlich einen Drogeriemarkt. Für die Mieter der neuen Wohnhäuser stehen Tiefgaragenparkplätze zur Verfügung, außerdem soll es Kundenparkplätze für den Einzelhandel und weitere Parkplätze in St. Bonifatius an der Schillerstraße geben.

Wie verändert sich die Bonifatiusgemeinde?

Die katholische Seelsorgeeinheit Allerheiligen reduziert ihren Immobilienbestand insgesamt um rund 50 Prozent, auch die Pfarrei St. Bonifatius verkleinert sich. „Wir müssen uns verkleinern, um zukunftsfähig zu bleiben“, so Pfarrer Achim Zerrer, Leiter der Seelsorgeeinheit. Einen Veranstaltungssaal solle es auch wieder geben, allerdings werde dieser deutlich kleiner als der bisherige Bonifatiussaal. Der bestehende Kindergarten der Bonifatiusgemeinde stamme baulich noch aus den 60er Jahren und entspreche mit einem einzigen großen Raum pro Gruppe nicht mehr den heutigen Konzepten und Ansprüchen. Im neuen Gebäude sollen unter anderem Rückzugsräume entstehen. Zudem wünscht sich Zerrer eine größere räumliche Nähe der verschiedenen Institutionen in St. Bonifatius: Gemeindezentrum, Verwaltung und Kindergarten. „Das würde einen Riesenschub für die soziale Arbeit bedeuten.“ Zudem brächte ein Neubau auf lange Sicht Einsparungen bei den Unterhaltskosten. Die Bearbeitung der Bauvoranfrage für das Teilprojekt werde sicher noch bis nach den Sommerferien dauern, so Zerrer.

…und wie wird der Kita-Betrieb während der Bauphase aufrechterhalten?

Derzeit gibt es vier Gruppen mit Platz für je 20 Kinder pro Gruppe, sie sind allerdings nicht voll besetzt. Derzeit seien es insgesamt nur etwa 60 bis 70 Kinder, erklärt Zerrer. „Während der Bauphase wird es Alternativen für den existierenden Kindergarten geben müssen“, so der Pfarrer. Da man bei der Gruppenbelegung bereits jetzt Spielraum nach oben habe, könne man die Zahl der Plätze nach und nach reduzieren und während der Bauphase Plätze in den umliegenden Kindergärten anbieten.

Was geschieht mit den Mietern im bestehenden Wohnhaus in der Weinbrennerstraße?

Das Wohngebäude der ESP Schönau in der Weinbrennerstraße aus den 50er Jahren mit 13 Wohnungen soll abgerissen und an seiner Stelle ein neues Haus gebaut werden. Zusätzlich baut die Stiftung zwei neue Wohngebäude, so dass insgesamt auf dem Teilgelände 22 Wohnungen entstehen. Die jetzigen Mieter würden bei der Vergabe der neu gebauten Wohnungen bevorzugt behandelt, zudem gebe es Umzugskostenhilfe, teilt die Stiftung auf BNN-Anfrage mit. Man habe bereits begonnen, mit den Mietern Gespräche über Ausweichlösungen zu führen, so Jan Boden, bei der Stiftung verantwortlich für Wohnimmobilien. Die Bedürfnisse seien sehr unterschiedlich. Manche Mieter hätten schon konkrete Alternativen aus dem Bestand der Stiftung mit geplantem Umzug noch in diesem Jahr gefunden, andere wollten so lange wie möglich in der aktuellen Wohnung bleiben. „Es gibt also nicht eine Antwort für alle, sondern wir erarbeiten das mit jeder der 13 Mietparteien individuell.“

Was sind die nächsten Schritte?

Aktuell steht zunächst die Ausarbeitung der Planungsunterlagen an, Bauvoranfragen werden bereits bearbeitet. Danach wird Antrag auf Baugenehmigung beim Stadtplanungsamt gestellt. Der Start der Bauarbeiten ist für 2020 angedacht. Die Bauphase des Gesamtprojekts wird voraussichtlich zwei bis drei Jahre dauern.