Bewegt Euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe - Plakatwand
Bewegt Euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe: Blick in die Ausstellung im Prinz-Max-Palais. | Foto: abw

Bewegt Euch! im Stadtmuseum

1968 und die Folgen in Karlsruhe – das bewegt

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Bewegt Euch! 1968 und die Folgen in Karlsruhe  – so heißt die neue Ausstellung im Prinz-Max-Palais. Bis 14. Oktober 2018 ist sie im Karlsruher Stadtmuseum zu sehen. Und wie es aussieht, hat das Projektteam um Alexandra Kaiser mit dem Thema und der Machart der Schau ins Schwarze getroffen. Was uns aufgefallen ist:

Die Welt ein Stück weit besser machen?

Es brodelte. Zwar war Karlsruhe 1968 nicht gerade der Nabel der Studentenbewegung, doch der Geist der Revolte rührte sich auch in der Fächerstadt. Die Akteure, die auf ihre Art versuchten, die Welt ein Stück weit besser zu machen, erhielten hier lautstarken Beifall, stießen dort auf leidenschaftliche Ablehnung. Kalt gelassen haben die Ereignisse damals niemanden.

Das Publikum strömte zur Eröffnung

Damals … Erst 50 Jahre ist es her. Und jetzt erschallt aus dem Prinz-Max-Palais der Ruf: Bewegt Euch! Es geht um 1968 und die Folgen in Karlsruhe. Selten – oder nie? – stieß eine Ausstellung des Karlsruher Stadtmuseums schon bei der Eröffnung auf so große Resonanz.

Das Thema ist eine Herausforderung

Eine Ausstellung über Geschichte, die noch qualmt, ist eine Herausforderung für ein Museum. Historische Bewertungen sind heikel, das Thema ist emotional aufgeladen, viele Akteure sind noch mitten unter uns. Doch das Projektteam um Alexandra Kaiser hat die Herausforderung gemeistert: Die Schau lässt vor allem Plakate sprechen. Zudem Fotos, Zeitungsartikel, Broschüren, Bücher und 23 Zeitzeugen, die vor laufender Kamera interviewt wurden.

Klingt anstrengend, hat aber Charme

Was anstrengend klingt, hat viel Charme. An die Wand gekleisterte Parolen versetzen die Besucher in die Stimmung von damals – Erinnerungen werden wach, gewälzt und ausgetauscht, manches bleibt nicht unwidersprochen. Diskussionen bahnen sich an.

Alt und Jung finden sich wieder

Die 68er gehören heute zur Altersklasse 68 plus. Sie bleiben in der Ausstellung jedoch nicht unter sich. Das Publikum ist bunt gemischt, auch jüngere Besucher finden sich hier wieder. Schließlich hat das Stadtmuseum die Folgen von 1968 ebenfalls im Blick – etwa die Friedens-, die Frauen-, die Umwelt- und Anti-AKW-Bewegung, aber auch den RAF-Terrorismus.

Vieles hat seine Wurzeln in den 68ern

Einige Ideen von damals haben sich überlebt. Doch manche Institution, die aus Karlsruhe nicht wegzudenken ist, hat ihre Wurzeln ebenfalls in der Zeit, als die 68er auf neue Freiräume pochten. Das Tollhaus etwa – als soziokulturelle Initiative entstand es 1982 über die Zwischenstation Folk-Club aus der Werkstatt 68. Der Gewerbehof, das BUZO-Umweltzentrum, die in Karlsruhe gegründete Bundespartei der Grünen …

Bewegt Euch!

Parolen von 1968. Flugblätter und Plakate aus den 1970ern, den 1980ern, den 1990ern. Von 2012 stammt ein Plakat mit der Aufschrift „Abschiebeflughafen Baden-Airpark“  – und schon steckt man mitten drin in der aktuellen Flüchtlingsdebatte. Aufbrüche, Umbrüche, damals wie heute. Und das Museum als Ort des Gesprächs. „Bewegt Euch!“ bewegt.

Lust auf Bewegung? Infos zur Ausstellung gibt es hier.

Für Filmfans: Auch das Celluloid geriet 1968  in Aufruhr. Zur Filmreihe der Kinemathek Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum geht es hier.