Hauptbahnhof Süd
HINTERM HAUPTBAHNHOF beherrscht schon das bald zwölfstöckige Bürohaus die Szene. Die Glasdächer über den Bahnsteigen (links hinten) haben ihre Dominanz verloren. Gerade wird am fünften Geschoss des Portalturms betoniert. Foto: jodo | Foto: jodo

Bahnhofs-Baustelle Karlsruhe

200 Millionen in zwei Jahren verbaut

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Bahnbürostadt 2020: Die Dommermuth-Gruppe bekräftigt, dass sie den Büroriegelkomplex  hinter dem Hauptbahnhof binnen zwei Jahren fertigstellt. 2020 sollen dort 1 500 Personen arbeiten. Es ziehen ein: 1&1 Karlsruhe und DB Service.

Das Großbauprojekt von Dommermuth, der Bürohauskomplex hinter dem Hauptbahnhof, soll weiterhin schon 2020 fertig sein. Dies bestätigt Rainer Dommermuth, der Bruder des IT-Milliardärs Ralph Dommermuth.

Die Kosten steigen

Die BNN berichteten in ihrer Mittwochausgabe über den rasanten Fortschritt auf der Baustelle „Hauptbahnhof Süd“. Rainer Dommermuth beziffert heute die voraussichtlichen Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt von „Hauptbahnhof Süd“ auf 180 bis 200 Millionen Euro. Bei der Grundsteinlegung vor fünf Monaten war noch von 145 Millionen Euro die Rede.

Bereits Ende Januar 2019 soll der vierstöckige Ostriegel samt den zwölf Geschossen des 44 Meter hohen Portalturms direkt am Hintereingang des Hauptbahnhofs im Rohbau stehen.

Neue große Hochbauten

Der Westriegel werde mit sechs Wochen Abstand im März folgen, heißt es auf der Hochbaustelle, die derzeit wie das Ikea-Projekt und die neue dm-Zentrale an der Durlacher Allee und die kommunale Baustelle „Neue Hauptfeuerwache“ an der Wolfartsweierer Straße Karlsruhe verändern.

Großraumschalung

Die Baugeschwindigkeit sei durch die „Großraumschalung“ möglich, erklärt Dommermuth. Dabei werden vorgefertigte Schalungsrahmen für die Wände und Gussformen für die Betonsäulen per Kran in Position gebracht und dann per langarmiger Betonpumpe gefüllt.

Nur starker anhaltender Frost könne einen Strich durch diese Zeitrechnung machen, meint der Chef von S.K.E.T. Gesellschaft für Immobilienmanagement, ein Tochterbetrieb der Dommermuth-Gruppe.

Beschleunigung

Das Bautempo sei auch deshalb möglich, weil die Mannheimer Baufirma Dieringer & Scheidel zugesichert habe, den Baurückstand auf der Westseite bis zum nächsten Frühling wettzumachen. „Die Firma schafft das, wir zahlen dafür auch eine Beschleunigungsvergütung“, berichtet Ralph Dommermuth.

Es bleibt beim Zeitplan

„Es bleibt beim ursprünglichen Zeitplan.“ Im Westen konnte das Betonieren nicht so schnell beginnen, weil Anfang 2018 zunächst alte Fundamente ausgebuddelt werden mussten.

Übergabe im Juni 2020 vorgesehen

„Wir wollen die Gebäude am 10. Juni 2020 an die Mieter übergeben“, versichert Rainer Dommermuth. Mieter sind 1&1, das zu Ralph Dommermuths Gruppe United Internet gehört, und die DB. Anschließen könnten die Mieter die Aufteilung ihrer Räume vornehmen lassen und abteilungsweise einziehen – „zunächst 1&1 und etwa zwei Monate später DB Service“.

Demnach ist der Einzug von 1 500 Angestellten zum Jahresende 2020 abgeschlossen. Auch die Außenanlage werde im Herbst 2020 gestaltet, sagt Rainer Dommermuth.

Kesselhaus zur Kantine

Zum Dommermuth-Projekt gehört auch der Umbau des historischen Kesselhauses. 25 Jahre bildeten Künstler bis 2017 im alten Hauptbahnhof-Kraftwerk und in Wohnhäusern der Bahn eine Kolonie. „Wir machen die Kantine von 1&1 aus dem Kesselhaus“, erklärt Rainer Dommermuth. Auch wenn es damit eng werde, hofft er, dass die Kesselhaus-Kantine im Herbst 2020 fertig sei.

Stadtpolitik berät noch

Ganz im Westen von Hauptbahnhof Süd hat die Stadt noch ein Grundstück. Dort soll laut Bebauungsplan ein über 70 Meter hohes Hochhaus entstehen, noch aber fehlt ihr dafür der Investor. „Die Rahmenbedingungen für eine Vermarktung der Fläche werden derzeit in den politischen Gremien behandelt“, so lautet die vage Antwort der städtischen Wirtschaftsförderung auf die entsprechende Frage der BNN. Das Grundstück wird von städtischer Seite auch als Standort für ein großes Hotel gehandelt.

Bau auf Optionsfläche zurückgestellt

Ganz im Osten von Hauptbahnhof-Süd, kurz vor der Unterführung Ettlinger Straße, soll das Zwillingshochhaus gebaut werden. Für dieses Grundstück hat Ralph Dommermuth schon die Option erworben. „So weit sind wir noch nicht“, sagt Rainer Dommermuth zu einer konkreten Bauabsicht. Man konzentriere sich jetzt ganz auf den rund 250 Meter langen Zweierriegel – „das ist ein großes Bauvorhaben, auch für uns“.