KARLSRUHE – Bei einem Brand in einem Zimmer der Wohneinrichtung „Betreutes Wohnen/Tagespflege“ im Klosterweg in Karlsruhe kam für einen Bewohner jede Hilfe zu spät. Er verstarb an den Folgen des Brandrauches. Zu einem Zimmerbrand in einer Wohneinrichtung des betreuten Wohnens wurden die Einsatzkräfte am frühen Dienstagmorgen gegen etwa 6.30 Uhr in den Klosterweg nach Karlsruhe alarmiert. Vor Ort konnte bereits eine starke Rauchentwicklung aus einem Bewohnerzimmer wahrgenommen werden. Schnell wurde klar, dass sich in dem Zimmer noch ein Bewohner befinden muss, der dort schlief. Sofort ging ein Trupp unter Atemschutz zur Menschenrettung in das Gebäude vor. Der Bewohner konnte in seinem völlig verrauchten Zimmer rasch gefunden und durch die Feuerwehr ins Freie gebracht werden. Dort wurde er vom Notarzt und den Rettungskräften behandelt, er verstarb jedoch noch an der Einsatzstelle, in der Folge des eingeatmeten Brandrauches. Der eigentliche Brand konnte rasch gelöscht werden, so der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr Karlsruhe. Die Rauchentwicklung war allerdings sehr stark. Die Feuerwehr Karlsruhe rückte mit starken Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe, Abteilung Hagsfeld an. Das betroffene Zimmer und die Wohnbereiche wurden anschließend gelüftet um diese rauchfrei zu bekommen. Die Kriminalpolizei eilte mit 4 Beamten vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Brandursache wird derzeit ermittelt. Die eigentliche Gefahr geht meist nicht vom Feuer aus, sondern vom entstehenden Rauch. Der giftige Brandrauch ist bereits nach wenigen Atemzügen tödlich. Dies zeigt sich leider bei diesem Einsatz erneut., 76131 Karlsruhe, Deutschland Fotograf: 7aktuell.de/ Geier 7aID:21192
Rettungskräfte sind am frühen Dienstagmorgen in den Klosterweg in der Oststadt geeilt. In einem Zwei-Zimmer-Appartement in einer Einrichtung mit betreutem Wohnen war ein Feuer in der Küche ausgebrochen. Der Bewohner starb in Folge einer Rauchgasvergiftung. | Foto: 7aktuell

Karslruhe

70-Jähriger stirbt nach Brand in betreutem Wohnen

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Am frühen Dienstagmorgen eilen Rettungskräfte in die Oststadt. Ihr Ziel: Eine Einrichtung für betreutes Wohnen im Klosterweg. Von dort ist um 6.43 Uhr ein Notruf eingegangen: Starker Rauch entwickelt sich in einem der Appartements. Eine gute Stunde später ist klar, dass für den Bewohner jede Hilfe zu spät kommt.

Der 70-Jährige wird reanimiert, stirbt aber noch an der Einsatzstelle infolge der eingeatmeten Rauchgase.
Polizei und Staatsanwaltschaft rekonstruieren das Geschehen. Dem zufolge bricht das Feuer in der Küche der Zwei-Zimmer-Wohnung aus. Auf dem Herd abgestellte Speisen und Aufbewahrungsbehälter entzünden sich. Warum, versucht aktuell die Kriminalpolizei zu ermitteln. Bislang ergeben sich jedoch keine Hinweise auf Fremdverschulden, heißt es.

Mann lebte allein in Wohnung

Rettungskräfte finden den Senior, der allein in der Wohnung lebt, auf dem Boden in der Küche. Sie bringen ihn sofort ins Freie. Der Notarzt kämpft um sein Leben. Vergebens. Ob der 70-Jährige selbst versuchte zu löschen, kann Markus Pulm von der Feuerwehr nicht sagen.

Helfer um 6.45 Uhr vor Ort

Sicher ist, dass ein Rauchmelder anspringt. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung hört das Piepsen und eilt in die betroffene Wohnung im ersten Stock. Ihr schlägt Rauch entgegen. Die Feuerwehr wird alarmiert. Sie rückt an mit 33 Kräften. Um 6.45 Uhr sind die Helfer vor Ort, etwas mehr als eine Stunde später ist der Einsatz vorüber.

Um 9.30 Uhr ist alles wieder ruhig

Um 9.30 Uhr deutet wenig darauf hin, dass in diesem beschaulichen Teil der Oststadt in der Früh Blaulicht dominierte. Zwei Frauen warten an der Bushaltestelle. Sie plaudern miteinander. Eine Frau schiebt einen Kinderwagen auf dem Gehweg. Auf Höhe des Gebäudes mit der Hausnummer 1a ist noch ein wenig Rauch in der Luft. Doch man muss schon auf ihn achten, um ihn wahrzunehmen. Die Fenster des Eckzimmers im ersten Stock stehen offen. Die vom Feuer betroffene Wohnung wird weiter belüftet, wie es in der Fachsprache heißt. Andere Appartements in dem Bau sind nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.

Unterschiede zwischen Seniorenheim und betreutem Wohnen

Auch die Tagespflege im Erdgeschoss – im der zum Zeitpunkt des Feuers noch kein Betrieb herrscht – läuft ganz normal, wie Martina Warth-Loos, Geschäftsführerin der Heimstiftung, berichtet. Sie erklärt: Die neun Wohnungen im Obergeschoss gehören nicht der Heimstiftung. Es handelt sich um Eigentumswohnungen, die die Besitzer selbst bewohnen oder vermieten. Die Heimstiftung organisiert jedoch die Dienste für betreutes Wohnen, macht etwa Gemeinschaftsangebote oder kümmert sich um die Essensverpflegung.

Bewohner leben selbstständig

Die Bewohner leben ansonsten selbstständig in ihrem Reich. Ein Punkt, der rechtlich relevant ist, wie Markus Pulm von der Feuerwehr erläutert: Im betreuten Wohnen gilt wie in jeder privaten Wohnung die Rauchmelderpflicht. In einem Alten- oder Pflegeheim dagegen sind die Vorgaben andere, da wird der Brandmelder beispielsweise direkt bei der Feuerwehr aufgeschaltet.

Haben mit allen Bewohnern das Gespräch gesucht

Die Heimstiftung betreibt im Klosterweg in unmittelbarer Nachbarschaft weitere betreute Wohnungen, auch ein Pflegeheim gibt es, etwas rückwärtig gelegen. „Wir haben am Morgen mit allen Bewohnern das Gespräch gesucht“, berichtet Martina Warth-Loos. Die meisten hätten nichts vom Geschehen am frühen Morgen mitbekommen. „Insgesamt war die Stimmung ruhig“, so die Heimstiftung-Chefin.