Turmbergbad
Für die Badegäste vorbereitet ist das Turmbergbad. Es startet, wie das Rheinstrandbad Rappenwört und das Freibad Rüppurr, am 4. Mai in die Saison. | Foto: Jock

Wasserratten statt Frösche

Ab 4. Mai sind alle Karlsruher Freibäder offen

Anzeige

Ab 4. Mai stehen den Karlsruhern wieder alle Freibäder offen. Nach dem Sonnenbad Ende Februar und dem „Wölfle“ am 1. Mai starten das Rheinstrandbad Rappenwört, das Freibad Rüppurr und das Durlacher Turmbergbad  am  Samstag in die Saison. Mit neuen Rutschen oder runderneuerten Becken warten die drei diesmal nicht auf, so Bäderchef Oliver Sternagel auf BNN-Anfrage. Mit dem maroden Restaurant in Rappenwört steht allerdings noch eine Millioneninvestition an. Fällig sei aber die Rutsche mitten im Erlebnisbecken in Rüppurr, räumt Sternagel ein. „Da wird es nächste Saison etwas Neues geben“, sagt er.

Freibad  „Wölfle“ startet am 1. Mai

Im ehrenamtlich betriebenen Freibad „Wölfle“ in Wolfartsweier können Schwimmer bereits am Mittwoch, 1. Mai, ins Wasser steigen. Noch modernisiert wird das Planschbecken, das ab Juni genutzt werden kann. Der Förderverein, der das Bad betreibt, ist aber auch auf die Bewirtung von Wanderern, Radlern und sonstigen Ausflüglern eingestellt. Sie haben die ganze Saison freien Eintritt, sofern sie nicht baden wollen, teilt der Verein mit. Noch bis Ende April ist die Saisonkarte mit zehn Prozent Vorverkaufsrabatt erhältlich. Hier gibt es weitere Infos.

Letzte Vorbereitungen

Es ist angerichtet: Nahezu glatt ist die Wasseroberfläche des 50-Meter-Beckens und spiegelt im Licht der Frühjahrssonne die Bäume wider. Die Außentemperatur stimmt in diesen Tagen auch schon. „Die Wasserqualität ist aber noch nicht optimal“, gibt Birgit Brunner zu bedenken. Die stellvertretende Betriebsleiterin des Durlacher Turmbergbades fegt an der Längsseite des Beckens massenweise Blütenstaub zusammen. Der Sturm hat ihn aufs Wasser gepustet, die Querströmung des Beckens ihn dann zur Ablaufrinne getragen.

Wettfahrt auf der RedblaXX

Im Turmbergbad können sich Rutschenfans seit 2017 auf der „RedblaXX“ messen: Aus fast zehn Metern Höhe geht es auf der doppelröhrigen Mattenrutsche zu Racing-Sound auf eine 103 Meter lange Wettfahrt. Um den Sieg muss nicht diskutiert werden: Die Zeit beider Kontrahenten und der jeweilige Bahnrekord werden angezeigt. Die Attraktion begeistert kleine wie große Nutzer, hat aber zu keiner Veränderung des Badepublikums geführt, erzählt Birgit Brunner. „Seit 2012 das neue Kinderplanschbecken in Betrieb ging, kommen sehr viele junge Familien zu uns“, sagt sie.

Frösche im Erlebnisbecken

Über der Piraten-Landschaft sind die Sonnensegel noch eingerollt. Geputzt und bereit für die kleinen Wasserratten ist das Aluminium-Becken aber schon. Im Erlebnisbecken, in dem sich Frösche angesiedelt hatten, sowie im Schwimmerbecken ist das Wasser ebenfalls bereits wieder eingelassen. Damit die Fliesen nicht abplatzen, bleiben die Becken über den Winter gefüllt und werden nur zur Reinigung und Reparatur trockengelegt, erklärt Birgit Brunner. Anderthalb Tage dauert es etwa, bis die 1 900 Kubikmeter Wasser ins Schwimmerbecken gelaufen sind, schildert Betriebsleiter Jürgen Pawluk. „Und glücklicherweise gab es diesmal keinen Rohrbruch“, sagt er. „In einem Winter waren es mal sieben“, erinnert sich Pawluk.

Noch fehlen Saisonkräfte

Er und seine Stellvertreterin sind das ganze Jahr über im Turmbergbad. Zu tun gebe es auch über der Winter genug. Das Entfernen der Laubmassen etwa oder das Abschleifen der Bänke, die nun noch verteilt werden müssen. Weitere Sitzgelegenheiten im weitläufigen Gelände sind die vielen niedrigen Mauern, auf der sich in diesen Tagen nur die Eidechsen sonnen. Attraktiv, aber pflegeintensiv, ist auch der Barfußpfad, sagt Birgit Brunner. Am Spielplatz ist ebenfalls noch ein bisschen was zu tun, und wenn die fünf Kollegen den Baumschnitt eingesammelt haben, wird sie sich ans Rasenmähen machen. Noch fehlen aber Saisonkräfte, sagt sie.

Interne Schulungen

Das Silberne Abzeichen der DLRG ist nicht mehr Voraussetzung, auch mit internen Schulungen könne man Interessenten fit für den Sommerjob machen, berichtet der Bäderchef. „Unsere Bäder sind ordentlich und sicher – aber ein paar Helfer könnten wir schon noch brauchen“, sagt er. Notfalls müssten Hallenbäder über den Sommer schließen. Sicher ist, dass weder Europa- noch Fächerbad Personal abgeben können. Schließlich sind beide auch im Sommer gut besucht.

Wassertemperatur konstant bei 26 Grad

Das Putzen von Duschen und Umkleiden hat das Team um Jürgen Pawluk und Birgit Brunner sich für die angekündigten Regentage vorgenommen. Auch der neue Pächter des Milchhäusles muss sich noch einrichten. Die letzten Fremdfirmen sind da, checken das Alarmsystem und die Heizanlage. Die sorgt übrigens dafür, dass das Turmbergbad auch mit einer konstanten Wassertemperatur von 26 Grad beim Publikum punkten kann. Wie freilich auch mit exzellenter Wasserqualität – die bis zur Saisoneröffnung auch im Schwimmerbecken erreicht sein wird.

Öffnungszeiten

Vom 4. Mai bis 15. September sind alle Karlsruher Freibäder täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Hier gibt es weitere Informationen.

 

Im Rheinstrandbad muss auch in der dritten Saison bei der Gastronomie improvisiert werden. „Die Sanierung des Restaurants ist erheblich schwieriger als erwartet“, sagt Bäderchef Oliver Sternagel. Fest stehe nun, dass für den Gropius-Bau eine neue Kostenkalkulierung erforderlich ist und im Herbst im Bäderausschuss neu entschieden werden muss. Völlig marode seien etwa die Pfahlgründungen des Gebäudes, so Sternagel.
Wegen der Bauarbeiten nicht mehr zur Verfügung steht das Freigelände vor dem Lokal, daher weicht der Pächter mit seinem gastronomischen Angebot in Richtung der Wiese mit den Tischtennisplatten aus. Zudem können sich die Besucher freilich weiterhin am Kiosk und am Milchhäusle versorgen.