Start in die zweite Zweitligasaison: Für Kapitän Benjamin Loritz und den SSC geht es am Samstag wieder los. | Foto: GES

SSC vor dem Saisonstart

Ab durch die Mitte

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Wenn die Volleyballer des SSC Karlsruhe am Samstag in Mainz in ihre zweite Zweitligasaison starten, dann hat das Team des neuen Trainers Stefan Bräuer ein klares Fernziel vor Augen. „Wir wollen nicht wieder bis zum letzten Spieltag zittern“, sagt der alte und neue Kapitän Benjamin Loritz, das Thema Klassenverbleib wolle man „ziemlich schnell vom Tisch haben“. Coach Bräuer gibt dafür eine einfache Formel vor: Mehr Spiele gewinnen als verlieren und dabei vor allem in der heimischen OHG-Halle punkten. „Wir wollen unseren Hashtag ‚Heiß auf Volleyball‘ nach außen tragen“, sagt der Wahl-Hesse. Kurzum: Den SSC-Fans soll begeisternder und emotionaler Volleyball geboten werden.

Auftakt in Mainz

Nach dem Premierenjahr, in dem der zu oft wankelmütig spielende SSC erst am letzten Spieltag letzte Zweifel am Klassenverbleib zerstreuen konnte, beginnt für die Karlsruher eine neue Zeitrechnung. Diego Ronconi wechselte nach drei Jahren auf der Trainerbank in die beratende Position als Sportdirektor, Bräuer soll die erfolgreiche Aufbauarbeit Ronconis fortsetzen. „Er ist ein ganz anderer Trainertyp, der neue Impulse setzt“, sagt Loritz. Markantester Unterschied sei, „dass das Spiel schneller ausgelegt ist“. Variantenreich, unberechenbar und ballsicher – so sieht für den 52 Jahre alten Bräuer das ideale Volleyballspiel aus. Auch weil im ausgeglichen besetzten Kader ein herausstechender Ausnahmekönner fehlt, setzt der in Königstein im Taunus wohnhafte Coach darauf, „die Last auf viele Schultern zu verteilen“.

Neuzugang Erpelding: „Typ Flummi“

Als eine Schwäche in der Vorsaison haben die sportlich Verantwortlichen die Mitte ausgemacht, „zu viel ging über die Außenpositionen“, stellt Bräuer fest. Auch deswegen wurde das Team speziell im Bereich der Mittelposition verstärkt. Der Zwei-Meter-Mann Alexander Spintzyk kam von der Talentschmiede des Rekordmeisters Friedrichshafen, Erfahrung bringt der luxemburgische Neuzugang Yannick Erpelding mit. Erpelding ist zwar „nur“ 1,93 Meter groß, aber der „Typ Flummi“, wie Loritz mit Blick auf die Sprungkraft des 21-Jährigen bemerkt. Der Luxemburger stieg erst später in die Vorbereitung beim SSC ein, weil er sich für mit seinem Nationalteam auf die EM-Qualifikation vorbereitete. „Er ist top-fit, braucht aber noch etwas Zeit, um sich bei uns reinzufinden“, schätzt Bräuer, der ein „sehr homogenes Team“ vorgefunden hat: „Der Zusammenhalt ist groß und gut.“

Die Termine des SSC im Überblick:
15. September, 19 Uhr: TGM Mainz-Gonsenheim – SSC (Rückrunde: 12. Januar).
22. September, 20 Uhr: SSC – TSV Grafing (19. Januar).
29. September, 19.30 Uhr: TG Rüsselsheim II – SSC (27. Januar).
13. Oktober, 20 Uhr: SSC – TV/DJK Hammelburg (2. Februar).
20. Oktober, 20 Uhr: TSV Mimmenhausen – SSC (9. Februar).
10. November, 20 Uhr: SSC – Rotes Rudel Fellbach (16. Februar).
17. November, 16 Uhr: Youngstars Friedrichshafen – SSC (26. Januar).
18. November, 16 Uhr: Alpenvolley Haching II – SSC (2. März).
24. November, 20 Uhr: SSC – SV Schwaig (9. März).
1. Dezember, 20 Uhr: SSC – Volleys Eltmann (23. März).
8. Dezember, 20 Uhr: FT Freiburg – SSC (6. April).
15. Dezember, 20 Uhr: SSC Karlsruhe – Blue Volleys Gotha (13. April)

 

Die Mannschaft ist zum großen Teil zusammen geblieben, der dritte Neuzugang ist gar keiner: Jugendnationalspieler Simon Gallas kam schon unter Ronconi zu ersten Einsätzen. Nicht mehr dabei sind Daniel Heidak, Stefan Pfeffinger, Markus Wintergerst und Seyhar Rahmani. Für den Ligastart am Samstag (19 Uhr) bei der TGM Mainz-Gonsenheim und die Saison sieht Bräuer, der in der Vorbereitung großes Augenmerk auf die Arbeit an der Annahme legte, sein Team „gut präpariert“. Die Zuversicht genährt hat vor allem der Härtetest gegen Erstligist Rottenburg (2:4). „Da haben wir stellenweise sehr guten Volleyball gespielt“, urteilt Bräuer, der erneut mit einer sehr ausgeglichenen Liga rechnet. Vorjahresmeister und am 22. September erster Heimspielgegner TSV Grafing, den SV Schwaig sowie die Volleys Eltmann sieht der gebürtige Niedersachse vorne, Aufsteiger Gotha traut er ebenfalls eine gute Rolle zu.

Wir sind heiß auf die erste Standortbestimmung

Verzichten muss er vorerst auf Youngster Felix Roos, der sich zu Beginn der Vorbereitung den kleinen Finger an der linken Hand gebrochen hat und noch mindestens sechs Wochen ausfällt. In Mainz erwartet Bräuer ein enges Spiel. „Das ist eine heimstarke Mannschaft“, weiß Loritz, der dem Start erwartungsvoll entgegenblickt: „Wir sind heiß auf die erste Standortbestimmung.“