In Karlsruhe fielen laut Zahlen den Amts für Abfallwirtschaft (AfA) im Jahre 2016 (für 2017 lagen noch keine Zahlen vor) insgesamt 154.832 Tonnen Müll an.
Plastikflaschen in großen Mengen werden in dieser chinesischen Recyclingstation sortiert – aber der Müll kommt ab diesem Jahr nicht mehr aus aller Welt. Karlsruher Plastikflaschen gingen ohnehin nie dorthin: Laut Amt für Abfallwirtschaft gab es auch vor 2018 keinerlei Vertragsbeziehungen mit China. | Foto: Mark/EPA/dpa

Der Weg des Karlsruher Mülls

Ab in die Tonne – und dann?

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Abfall wandert meist vom häuslichen Mülleimer weiter in die große Tonne – und dann? Geht die Wanderung eigentlich erst richtig los. In Karlsruhe fielen laut Zahlen den Amts für Abfallwirtschaft (AfA) im Jahre 2016 (für 2017 lagen noch keine Zahlen vor) insgesamt 154.832 Tonnen Müll an. 42.792 Tonnen davon waren nicht mehr recycelbar. Die Wege des Mülls sind nicht unergründlich, aber vielfältig. Die BNN haben den Pfad ausgewählter Abfallsorten ein Stück weit nachverfolgt.

Nicht recycelbarer Müll

Dazu zählt etwa der Restmüll aus den Karlsruher Haushalten (34.058 Tonnen im Jahr 2016), aber auch Krankenhausabfälle (2.067 Tonnen), Sperrmüll (siehe unten) oder Straßenkehricht (1.292 Tonnen). Der Restmüll aus der grauen Tonne wird vom AfA per Bahn direkt an die Müllverbrennungsanlage nach Mannheim geliefert. Die Mülldeponien in Karlsruhe sind geschlossen, daher gehen Asbest-, Gips- und Mineralfaserabfälle zur Deponie Hamberg bei Maulbronn im Enzkreis. Straßenkehricht wird bei der Firma Zeller in Mutterstadt gesiebt, gereinigt, aufbereitet und verwertet.

Sperrmüll

Das AfA liefert den gesammelten Sperrmüll sowie wild abgelagerten Müll (insgesamt 6.691 Tonnen) an die Sortieranlage im Rheinhafen. Dort wird er umgeladen und zur Stoffstromsortieranlage nach Bruchsal geliefert, teilt das AfA mit. Die sortierten Stoffe werden einer „stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt“, also entweder recycelt oder zur Energiegewinnung verbrannt.

Wertstoffe

Der Wertstoffmüll aus der roten Hausmülltonne (Verpackungen mit dem „Grünen Punkt“, Kunststoffe, Metall und unbehandeltes Holz) wird vom AfA an eine von der Firma Alba betriebene Wertstoffsortieranlage im Rheinhafen gebracht. Holz, Kunststoff und Metall werden dann jeweils an verschiedene Verwertungsfirmen abgegeben. Zudem werden Sortierreste aus dem Wertstoffbehälter, die nicht zu recyceln sind, über die Firma Suez „thermisch verwertet“, also verbrannt. Insgesamt fielen im Jahr 22.614 Tonnen Wertstoffmüll in Karlsruhe an – im Vergleich mit anderen Müllsorten sei allerdings zu bedenken, dass gerade Plastikmüll deutlich weniger Gewicht, dafür mehr Volumen habe, heißt es aus dem AfA.

Biomüll

Abfall aus der Biotonne (14.350 Tonnen im Jahr 2016) wird vom AfA im Rheinhafen umgeladen. Von dort geht er zur Weiterverarbeitung in verschiedene Trockenvergärungsanlagen, ein Großteil nach Flörsheim-Wicker (Hessen). Dort wird daraus Biogas oder Kompost. Wichtig sei, dass der Biomüll nicht in Plastiktüten in die Tonne wandert. Auch biologisch abbaubare Tüten seien hier falsch, da sie – wie Grünschnitt – zu langsam verrotteten, so das AfA. Wer auf Sauberkeit in der Tonne Wert lege, könne seine Bioabfälle aber ohne Bedenken in Zeitungspapier gewickelt entsorgen.

Altpapier

Das in den blauen Tonnen gesammelte Papier (8.069 Tonnen im Jahr 2016) sowie Altpapier aus der Straßensammlung (2.031 Tonnen) wird vom AfA zur Papiersortieranlage in den Rheinhafen gebracht. Von dort aus nimmt es verschiedene Wege: Druckprodukte wie Zeitungen und Zeitschriften kommen zum „Deinking“ (Druckfarbenentfernung) zu Stora Enso nach Maxau. Danach wird das Papier weiterverarbeitet, etwa zu neuem Zeitungspapier. Mischpapier, Pappe und Kartonagen werden bei der Firma Palm in Wörth ebenfalls zu neuen Papierprodukten weiterverarbeitet.

 

Altkleider

Die verschiedenen Textilien aus der Altkleidersammlung (1.184 Tonnen im Jahr 2016) gehen an die Firma Texaid. „Dort werden sie soweit möglich einer Wiederverwendung zugeführt“, teilt das AfA mit. Der Rest werde recycelt.

Altglas

7.743 Tonnen Altglas wurden 2016 aus den in der Stadt aufgestellten Containern gesammelt. Die Glassammlung ist Teil des Dualen Systems, daher stellt das AfA lediglich die öffentlichen Flächen zur Verfügung und säubert sie. Anfang des Jahres hatte es in dieser Hinsicht viel zu tun: Genau zum 1. Januar wurden die Altglascontainer ausgewechselt – leider kam der Nachschub der neuen Behältnisse vielerorts nicht schnell genug, um die vielen Flaschen aus der Silvesternacht aufzunehmen – es hagelte Beschwerden beim AfA (die BNN berichteten). Generell wird das gesammelte Glas eingeschmolzen und wieder zu neuem Glas verarbeitet.