Das städtische Tochterunternehmen KMK hat in den vergangenen Jahren seine Messe-Sparte massiv ausgebaut – und reagiert darauf auch mit einem neuen (Werbe-)Namen. | Foto: Hora

Namenswechsel

Ab sofort heißt es: Messe Karlsruhe statt KMK

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Neuer Name, neues Logo: Die Menschen in Stadt und Region werden sich wohl genauso wenig umstellen müssen wie nationale Besucher. Bei ihnen heißt es eh, man geht „zur Messe Karlsruhe“. Keiner sagt, er gehe zur KMK. Das sperrige Name Karlsruher Kongress- und Ausstellungs-GmbH (KKA) galt bis 2001. Ausgelöst vom neu gebauten Messegelände nannte sich die städtische Tochtergesellschaft dann fortan Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK). Dieser Firmenname bleibt auch im Handelsregister so stehen.

Öffentlich tritt das Unternehmen ab sofort mit seinem Logo nur noch wie folgt auf: messe_karlsruhe. In Texten heißt es nur noch: Messe Karlsruhe.
„Den Begriff KMK finden unsere Kunden zu abstrakt“, sagt deren Chefin Britta Wirtz vor Medienvertretern. Man betone nun „Messe“ und „Karlsruhe“. Das Logo mit dem „Unterstrich“ – er wird häufig auch im Internet verwendet – habe vornehmlich ein KMK-eigenes Team entwickelt. Umstellungskosten: 60.000 Euro inklusive einer kleineren Werbekampagne mit Mitarbeitern als Botschaftern, wie Wirtz auf BNN-Nachfrage mitteilt.

Inzwischen erlöst das Unternehmen 72 Prozent seines Gesamtumsatzes mit der Sparte Messe und den Rest mit Kongressen und Kulturveranstaltungen. Früher war der Abstand deutlich geringer. Bundesweit verzichten Konkurrenten auch auf den Namenszusatz Kongress, obwohl sie selbstverständlich auch diese anbieten, wird argumentiert. Messe Berlin, Koelnmesse oder Messe Frankfurt nennen Wirtz und KMK-Aufsichtsratsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz als Beispiele.

KMK bleibt nur als Firmenname

Mit der Einführung der neuen Wortmarke habe man nicht länger warten wollen, bis die sanierte Stadthalle wieder zur Verfügung steht. Nach Kostenexplosion und Bauverzögerungen hofft die Messegesellschaft nun, sie ab 2022 wieder nutzen zu können. Mit ihr will sie dann wieder in die Top Ten der deutschen Kongressstädte.

„Natürlich fehlt uns dieses Herzstück“, sagt Luczak-Schwarz. Die Zahl der Kongresse sank wegen der geschlossenen Stadthalle im vergangenen Jahr unter 100 auf 85. Zuvor waren es noch 119. Die Besucherzahl der KMK insgesamt: 747.200 (2017: 800 100).

Trotz des Sorgenkindes war das Unternehmen beim Umsatz, beim operativen Ergebnis und beim Betriebsergebnis besser als von der Politik im Wirtschaftsplan vorgegeben.
Dabei muss die KMK hohe Kostenblöcke schultern: Sie überwies 9,0 Millionen  Euro an Hallenkosten für die Messe – darin eingerechnet sind 1,2 Millionen Euro Rückstellungen, weil die Hallen mittlerweile in die Jahre gekommen sind. 1,2 Millionen Euro Hallenmiete waren es für das Kongresszentrum.

Unterm Strich steht ein Fehlbetrag von zwölf (2017: 11,2) Millionen Euro. Ein solcher ist auch für 2019 geplant. Operativ kam die KMK 2018 auf ein Ergebnis von 7,7 Millionen Euro – etwas weniger als im Vorjahr, wobei 2018 ein turnusmäßig schwächeres Messejahr war.

2017 gab es noch einen Rekordumsatz von 33,0 Millionen Euro. Es folgten 32,9 Millionen Euro – auch ohne Stadthalle und Zwei-Jahres-Turnus-Messen wie Rehab, Nufam und Recycling Aktiv.
Im vergangenen Jahr gab es 282 Veranstaltungen, darunter 40 Messen, 85 Kongresse, 119 Kulturveranstaltungen und 38 sonstige Veranstaltungen, worunter zum Beispiel Betriebsfeiern fallen.

Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (Karlsruhe)
Gründungsjahr: 1950
Produkte: Messen, Kongresse, Gastveranstaltungen
Geschäftsführerin: Britta Wirtz
Umsatz: 32,9 (2017: 33,0) Millionen Euro
Jahresfehlbetrag: 12,0 (2017: 11,2) Millionen Euro
Mitarbeiterzahl: 160 (2017: 128)
www.messe-karlsruhe.de