Die Aktion Dragonerbaum pflanzt ihre Bäume in privaten Gärten in Karlsruhe. Alle neuen Baumbesitzer bekommen auch eine Urkunde von den Kindern. | Foto: jodo

Aktion Dragonerbaum

Aktion Dragonerbaum pflanzt erste Bäume

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Die Schüleraktion Dragonerbaum protestiert in Karlsruhe gegen die Fällung mehrer Bäume rund um das Franz-Rohde-Haus, das 2017 von einem Freiburger Investor gekauft wurde. Im Rahmen der Bauarbeiten waren mehrere Bäume gefällt worden. Die Schüler wollen dafür neue Bäume pflanzen.

Im Garten der Wendtstraße 7 in der Weststadt geht es an diesem Nachmittag hektisch zu. Die Aktion Dragonerbaum trifft sich dort, um ihre ersten Bäume zu pflanzen. Zwölf Kinder wuseln durch den Garten, 24 helfende Hände sind mit Graben und Pflanzen beschäftigt.

Gepflanzter Klima-Protest

Der Protest der Schüler richtet sich gegen den Freiburger Investor ErgonInvest, der rund um das benachbarte Franz-Rohde-Haus inzwischen 20 Bäume hat fällen lassen; ein entsprechender Bauantrag war von der Stadt genehmigt worden, die Fällung rechtens. Das Projekt hat eine jahrelange Vorgeschichte. Um den Verlust auszugleichen, haben die Kinder Spenden gesammelt und pflanzen davon Bäume in die privaten Gärten der Anwohner. Es ist ein kleiner Garten, über die Mauer hat man direkten Blick auf die Baustelle und die leeren Stellen, wo früher mal große Bäume standen. Dennoch werden dort an diesem Nachmittag zwei Bäume gepflanzt, eine Süßkirsche und eine Eberesche. Beide Bäume sind noch sehr klein, das Loch für die Süßkirsche ist zu tief und muss zunächst wieder ein wenig aufgeschüttet werden.

„Für die zwei Bäume wird es hoffentlich reichen“, sagt Simone Reiß. Sie ist Mieterin in diesem Haus und hat die Bäume nach Absprache mit ihrem Vermieter in ihren Garten geholt. Aufmerksam wurde sie auf die Aktion Dragonerbaum durch ausgehängte Flugblätter. „Ich finde es wunderbar, dass sich die Kinder so engagieren. Selbst mir als Erwachsene ging es damals durch und durch, als die Bäume gefällt wurden.“ Auch Peter Battenfeld ist zum Pflanztermin gekommen. Er wohnt im Nachbarhaus, sein Garten ist leider zu klein für einen weiteren Baum.

Inzwischen sind die beiden Bäume eingepflanzt, Simone Reiß bekommt als neue Besitzerin eine Urkunde von den Kindern ausgehändigt. Der offizielle Akt ist relativ kurz, immerhin haben die Schüler noch weitere Bäume zu pflanzen. Was sie an diesem Nachmittag nicht geschafft haben, werden sie am Freitag einpflanzen. Schon geht es weiter um die Ecke, dort soll künftig ein Weißdorn stehen. Aufgeregtes Gequietsche geht durch die Kinderschar, als einige Helfer einen Regenwurm ausgraben. Auch der wird gerettet, dann geht es weiter. Währenddessen hört man den Baulärm vom Nachbargrundstück, wo das Franz-Rohde-Haus saniert wird; es ist der erste Tag, an dem der Betonmischer zu hören ist.

Stadt Karlsruhe versucht zu vermitteln

Alma und die anderen Kinder von der Aktion Dragonerbaum werden inzwischen sogar schon auf der Straße angesprochen. Viele Leute loben sie für ihr Engagement. Auch ErgonInvest hat sich bei ihnen gemeldet, auf Vermittlung durch das Karlsruher Rathaus. Der Investor wolle sich mit ihnen treffen und darüber verhandeln, wo auf dem Grundstück des Franz-Rohde-Hauses die Gruppe Bäume pflanzen könnte. Dieses Angebot gefällt den Schülern aber gar nicht. „Wir finden das absurd. Der Investor hat auf dem Grundstück große Bäume abgeholzt und durch die geplanten Parkplätze ist eh wenig Platz. Das, was er zerstört hat, lässt sich nicht so ohne Weiteres ersetzen. Wir sind eine kleine Aktion mit wenig Geld, der Investor soll sich da schon selbst drum kümmern“, sagt Alma.

Interessierte können per E-Mail an dragonerbaum@web.de Kontakt aufnehmen. Die Aktion Dragonerbaum sucht sowohl Spender als auch Standorte für neue Bäume.