Pyramide auf Marktplatz
DIE PYRAMIDE dominiert wieder den Marktplatz. Zwar ist das Wahrzeichen wegen der Sanierungsarbeiten transparent verhüllt, aber die Baukräne sind weg und die Zäune der U-Strab-Baustellen an die Eingänge zur Unterwelt zurückgewichen. Demnächst beginnt die Oberflächengestaltung, zunächst mit Leitungsarbeiten vor „Schöpf“ (hinten links). | Foto: Jodo

Steinparkett für Marktplatz

Alles Baustelle, oder was?

Der Marktplatz hat in diesen heißen Sommertagen wieder eine geschlossene Asphaltdecke und ist mit einer Ausnahme keine Baustelle. Ist in Karlsruhe etwa nicht mehr alles Baustelle? Nur an der Pyramide wird geklopft. Im November soll das Wahrzeichen wieder aus den Gazetüchern ausgepackt werden.

Die Ruhe ist nur kurz

Aber die auffällige Ruhe in der gute Stube der Fächerstadt ist von kurzer Dauer: In den nächsten Tagen gehen die Bauarbeiten von Neuem los, diesmal an den Seiten des Platzes. Alle Baustellenfreunde können also beruhigt sein.

Leitungen zuerst

Fünf Jahre war der Marktplatz eine Großbaustelle für den Einbau der dreigleisigen U-Strab-Station. Jetzt beginnt die Neugestaltung der Oberfläche, zunächst mit Leitungsarbeiten bis zum nächsten Frühling. 2019 und 2020 wird anschließend die 8 000 Quadratmeter große Fläche nach dem 2010 prämierten Plan des Büros Mettler aus Berlin mit neuen Platten und Steinen versiegelt.

Immer ein Fußweg

„Wir sperren den Marktplatz nur zu Teilen und sorgen immer für Fußgängerwege über den Platz“, erklärt Tiefbauamtschef Martin Kissel. Zunächst müssen laut Thomas Ruppert, Gesamtprojektleiter vom Tiefbauamt, an den Platzstreifen entlang der Häuser von den Stadtwerken Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser verlegt werden.

Halbezeit an der „Zähringer“

„Vor Schöpf und der Commerzbank fangen wir an und springen anschließend rüber zu Böckeler“, berichtet Kristina Lohmann-Leßle vom Tiefbauamt. Während der Baustellen-Balkon der „Marktlücke“ deshalb noch diesen Monat abgerissen werde, folgen die Leitungsarbeiten beim Rathaus und bei der Stadtkirche wohl erst 2019.

48 Deckel

Auf dem Marktplatz entstehen dabei 48 Anschlussstellen für die Stände des Christkindlesmarkts, der wohl 2021 auf den kompletten Marktplatz zurückkehrt. Jede herausfahrbare Versorgungsstation bekommt dünne Pflasterscheiben auf den Deckel geklebt, damit im Steinparkett der guten Stube keine Lücken klaffen.

Marktplatzpflaster
PYRAMIDALE AUSSICHTEN: Nach aktuellem Stand wird der Marktplatz auf diese Weise gepflastert und beleuchtet, dazu das Wasserspiel. | Foto: Visualisierung: Mettler/Tiefbauamt

„Von Nord nach Süd und von der Mitte nach außen, so wird gepflastert“, erklärt Kissel. Demnach beginnt die Neuversiegelung mit feinem Granitpflaster aus Steinbrüchen der iberischen Halbinsel zwischen Kaiserstraße und Pyramide. Dort wird auch ein Mosaikquadrat als Zierband um das Wahrzeichen eingebaut. Dazu kommt der angedeutete Grundriss der Konkordienkirche sowie das 31-düsige Wasserspiel.

 

Pflastertestfeld
ERWÄHLT als Marktplatzpflaster sind die Steine des Testfelds in der Kreuzstraße, nur die dunkelgrauen sind aussortiert. | Foto: jodo

Das neue Pflaster weitet sich 2019 bis zu den Karlsruher Traditionsadressen Mode Schöpf und Café Böckeler aus, um dann bis zur Marktplatzmittelachse „Zähringer Straße“ zu wachsen.

2020 Sprung nach Süden

2020 folgt der Sprung nach Süden bis an die Hebelstraße. Wahrscheinlich haben bis dahin das Gartenbauamt den Ludwigsbrunnen vor der Stadtkirche und die U-Strab-Bauherrin Kasig die historische Rathaustreppe wieder auf dem Marktplatz installiert. Zum noch für Weihnachten 2020 geplanten U-Strab-Start müsste der Marktplatz also fein versiegelt und mit Bänken, Leuchten und Wasserspiel aufgehübscht sein.

Sieben Millionen

Laut Baudezernent Michael Obert kostet die Neugestaltung des Platzes sieben Millionen Euro. Diese Summe für die Oberflächen-Verschönerung muss die Stadt eigentlich selbst zahlen. Sie wird nicht von der direkten U-Strab-Finanzierung mittels 80 Prozent Zuschüssen von Bund und Land abgedeckt. Doch nun hat die Stadt im großen Sanierungsprogramm für die Innenstadt-Ost einen neuen Fördertopf gefunden.

Die Baufirmen sind knapp

Der „neue“ Marktplatz wird aber nur unter zwei Voraussetzungen bis Ende 2020 fertig. Kissel und Ruppert nennen die Bedingungen: Der Gemeinderat muss dafür das Geld im nächsten Doppelhaushalt unterbringen. Und die Stadt muss eine Firma finden, die den Marktplatz rasch und gekonnt frisch verpflastert. Der Bauboom hat seinen Preis. Diese enorme Nachfrage fegt den Angebotsmarkt fast leer.

Marktlage extrem schwierig

Dieses Problem kann jetzt selbst die Baustellenstadt Karlsruhe bremsen. „Die Marktlage ist extrem schwierig“, sagt Experte Ruppert.