Die neue "Altersresidenz" für die Elefanten im Karlsruher Zoo. | Foto: Jock

Dickhäuter bekommen mehr Platz

Altersresidenz für Elefanten wird eröffnet

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Der Karlsruher Zoo eröffnet am Montag, 15 Uhr, seine neue Außenanlage für Dickhäuter: Tagsüber gehört das 3000 Quadratmeter große Gelände den Elefanten, abends und nachts werden die Flusspferde dort weiden. Beide Tierarten profitieren: Das Freigelände für die Elefanten verdreifacht sich, die Flusspferde haben mehr als zehnmal so viel Platz wie bisher.

Die Doppelnutzung durch die Dickhäuter ist bislang einzigartig in Europa, ebenso wie das Konzept der Elefantenhaltung: Der Karlsruher Zoo bietet als Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe bis zu fünf Plätze – vor allem für frühere Zirkustiere, aber auch für alte Zooelefanten, die direkten Umgang mit den Pflegern gewohnt sind.

Elefanten im Karlsruher Zoo
Die Elefanten im Karlsruher Zoo hatten sichtbar gute Laune.  | Foto: Jock

Herzstücke der 1,4 Millionen teuren Erweiterung sind ein großes Element mit Futterbaum und Elefantendusche sowie eine riesige Waage, auf der sich künftig nicht nur die Dickhäuter zu ihrem Gewicht bekennen müssen. Mit unterschiedlichen Bodenbelägen, vielen Bäumen, die Schatten spenden, einem modellierten Gelände und Bademöglichkeiten bietet die Anlage nun auch mehr Anregungen für die Elefanten. Aktuell leben die 36-Jährge Jenny, die aus dem DDR-Staatszirkus stammt, sowie die 52-jährige, fast blinde Nanda, die ebenfalls aus einem Zirkus stammt, im Karlsruher Zoo.

Tierschützer sehen „Licht und Schatten“

Der Deutsche Tierschutzbund sieht nach Information der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beim Karlsruher Konzept „Licht und Schatten“. Zwar sei es für Tiere mit schwieriger Vorgeschichte „zunächst positiv“, findet James Brückner, Artenschutzexperte beim Deutschen Tierschutzbund. Nach wie vor hätten die Elefanten im Dirckhäuterhaus aber zu wenig Platz. Zudem sieht der Tierschutzbund die Haltung im sogenannten direkten Kontakt kritisch, bei der der Pfleger als „Alpha-Tier“ agiert. Wegen des erhöhten Pflegeaufwands der betagten Tiere sei dies aber nicht anders zu machen, ist man im Karlsruher Zoo überzeugt.