Streik im Bahndepot
IM BAHNDEPOT bleiben die Straßenbahnen in Karlsruhe am Freitag, 23. März. Der Warnstreik der Beschäftigten beginnt um 3 Uhr und dauert 24 Stunden. | Foto: jodo

Streiktag in Karlsruhe

Am Freitag trifft es Bahnfahrer und Eltern

Pendlern und Eltern bringt der Freitag Ungemach. Der ganztägige Warnstreik im öffentlichen Dienst am 23. März in Karlsruhe legt die meisten Bahnen und Busse lahm. In vielen städtischen Kindertagesstätten (Kitas) und Horten bleiben die Türen geschlossen. Die Müllabfuhr kommt nicht überall wie gewohnt. Wo sie ausbleibt, holt sie die Abfälle einen Tag später, also am Samstag, 24. März. Wertstoff- und Schadstoffannahmestelle in der Maybachstraße bleiben zu.

Im Städtischen Klinikum wird nicht gestreikt

Beschäftigte der Stadtwerke Karlsruhe ruft die Dienstleistungsgesellschaft Verdi ebenfalls zum Ausstand. Wegen der aktuellen Grippewelle vom Streikaufruf ausgenommen ist das Städtische Klinikum Karlsruhe.

Massive Einschränkungen

Straßenbahnen und Stadtbahnen der Linie S 2 bleiben ab Fahrplanbeginn im Depots. Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) kündigen massive Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr an. Von Freitag, 3 Uhr, bis Samstag, 3 Uhr, fallen alle Fahrten der Linien 1 bis 6 und 8, Nightliner und Anrufsammeltaxis weg. Bis Samstag, 3.30 Uhr, gibt es noch einzelne Lücken auf allen Linien, bei der S 2 noch bis 4.30 Uhr.

Stadtbahnen fahren

Planmäßig rollen hingegen die Stadtbahnen der Linien S 1/11, S 3, S 31, S 32, S 4, S 5, S 51, S 52, S 7, S 71 und S 8. Denn das Personal der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) unterliegt einem anderen Tarifvertrag. Im Bereich der City können Fahrgäste so die S 1/11, S 4, S 5, S 51, S 52, S 7 und S 8 nutzen.

Notverkehr auf sechs Buslinien

Eine Handvoll Buslinien besetzen die VBK am Streiktag mit Subunternehmen. Notverkehr mit Bussen im Takt von 20 oder 30 Minuten gibt es auf den Linien 30, 31, 42 E, 47, 62 und 73. Das Kundenzentrum des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) im Weinbrennerhaus am Marktplatz wird ebenfalls bestreikt. Es bleibt geschlossen. Das KVV-Kundenzentrum am Hauptbahnhof öffnet regulär.

Elektronische Auskunft für den Streiktag

Die elektronische Fahrplanauskunft ist speziell für den Streiktag befüttert und spuckt unter www.kvv.de alle Verbindungsdaten aus.

Viele Kitas und Horte bleiben zu

In mehr als der Hälfte der 19 Kitas und der 20 Schülerhorte in Trägerschaft der Stadt bleibt nach Einschätzung der Sozial- und Jugendbehörde wegen des Warnstreiks das Licht ausgeknipst.

Man will den Eltern ja Zeit geben

Eltern seien bereits durch Aushänge und Flugblätter informiert, so die stellvertretende Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Amely Poll: „Man will den Eltern ja Zeit geben, eine Betreuung zu organisieren.“ Für einzelne Notfälle sind laut Stadtverwaltung Lösungen organisiert. Eine Notgruppe hingegen gebe es nicht.

Stadtwerke stellen Versorgung sicher

Obwohl nach Auskunft der Stadtwerke manche der dort Beschäftigten dem Streikaufruf folgen werden, geht in der Fächerstadt nicht wegen des Warnstreiks das Licht aus. Auf die Versorgung mit Strom, Erdgas, Fernwärme und Trinkwasser wirke er sich nicht aus, betont das Unternehmen. Versorgungstechnische Bereiche und neuralgische Punkte wie etwa Netzleitstellen seien von Streikgeschehen in der Vergangenheit stets ausgenommen gewesen, betont das Versorgungsunternehmen, das auch auf seine Fürsorgepflicht hinweist.

Streikende ziehen durch die City

Vom VBK-Depot in der Gerwigstraße und vom Rathaus West am Mühlburger Tor ziehen die Streikenden am Freitag ab 9 Uhr vors Verdi-Haus am Mendelssohnplatz, wo gegen 10 Uhr ihre Kundgebung beginnt. Die Gewerkschaft fordert im Tarifstreit mehr Geld für Beschäftigte, Auszubildende und Praktikanten im öffentlichen Dienst.