Untersuchen die Herzen: Mediziner Thomas Schenk und Krankenschwester Katinka Werle arbeiten in der neuen ambulanten Einheit am Klinikum. | Foto: jodo

Städtisches Klinikum Karlsruhe

„Ambulante Kardiologie“ öffnet im Juli

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Nach einer Herzkatheter-Untersuchung direkt wieder Zuhause im eigenen Bett schlafen – diese Möglichkeit bietet die neue „Ambulante Kardiologie“, die im Juli am Städtischen Klinikum eröffnet wird. „Manchmal reicht eine ambulante Versorgung völlig aus“, erklärt der Medizinische Geschäftsführer des Krankenhauses, Hans-Jürgen Hennes. Für die Herz-Patienten sei es sehr angenehm, wenn sie nach einem negativen Befund nicht stationär aufgenommen würden, so der Geschäftsführer.

90 Prozent der Herzkatheter-Untersuchungen über das Handgelenk

Möglich wird dies, weil die Patienten über das Handgelenk untersucht werden. Der Katheter wird über die sogenannte Radialis-Arterie gelegt. Früher sei es üblich gewesen, diesen über die Leistengegend zu setzen, was für den Patienten schmerzhafter sei, so Claus Schmitt, Direktor der Medizinischen Klinik IV, an der die „Ambulante Kardiologie“ angesiedelt ist. Zudem müssen Patienten mit Katheter in der Leistengegend 24 Stunden stationär im Krankenhaus bleiben. Im Klinikum werden rund 90 Prozent der Herzkatheter-Untersuchungen über das Handgelenk vorgenommen. Zum Vergleich: Deutschlandweit sind es 50 Prozent. Laut Schmitt ist der Radialis-Zugang technisch schwieriger: Die Gefäße seien kleiner, somit auch die Katheter.

Lounge-Charakter für die Patienten

Für die ambulante Behandlung wurden in Karlsruhe nun extra Räume geschaffen, die wenig mit herkömmlichen Krankenzimmern gemein haben. „Wir wollten einen Lounge-Charakter haben“, erklärt Schmitt. Auf Sesseln können sich die Patienten nach der Behandlung ausruhen. Ist alles unauffällig, dürfen sie nach einigen Stunden wieder nach Hause. Bis zu 1 000 Patienten will man pro Jahr ambulant behandeln. Meist werden diese in die „Ambulante Kardiologie“ überwiesen, um Symptome wie ein Engegefühl in der Brust abklären zu lassen. Darüber hinaus finden in der so genannten „Radialis-Unit“ auch Schrittmacherwechsel statt. Zudem Kardio-Versionen – Stromstöße von außen – bei Vorhofflimmern.

Entlastung des stationären Betriebs

Durch die „Ambulante Kardiologie“ werde auch der stationäre Betrieb des Städtischen Klinikums entlastet, sagt Klinikdirektor Schmitt. Man könne so der „Betten-Not“ entgegenwirken. Nach Angaben des Medizinischen Geschäftsführers Hennes hat die „Radialis-Unit“ auch eine strategische Bedeutung. Die ambulante Behandlung der Patienten sei in anderen Bereichen denkbar. Als Beispiel nennt Hennes die Gastroenterologie. Hier bestehe schon jetzt eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen.

Anlässlich der Eröffnung der „Ambulanten Kardiologie“ findet am Samstag im Klinikum ein thematisch passendes Symposium für ein Fachpublikum statt.