Alarm in Karlsruhe: Polizisten stehen am Montagabend an der Eiszeit, die wegen einer Gefährdungslage geräumt werden musste.
Alarm in Karlsruhe: Polizisten stehen am 4. Dezember an der Eiszeit, die wegen einer Gefährdungslage geräumt werden musste. | Foto: Riedel/dpa

Anschlagsziel Eiszeit

Anklage gegen Karlsruher Terrorverdächtigen

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Gegen den mutmaßlichen Terroristen, der im Dezember einen Anschlag auf die Karlsruher Eiszeit geplant haben soll, ist nun Anklage erhoben worden. Neben der Planung des Anschlags wirft die Bundesanwaltschaft dem 29-Jährigen Terrorpropaganda für den Islamischen Staat vor.

Laut Bundesanwaltschaft soll der 29-jährige mutmaßliche Terrorist zwischen April und Juli 2015 Propaganda-Videos für den „Islamischen Staat“ (IS) geschnitten und im Internet verbreitet haben. Außerdem soll der Mann anderen geholfen haben, IP-Adressen zu verschleiern. Zudem soll er selbst 33 persönlich kommentierte IS-Propaganda-Videos verschickt haben, um für die Terrororganisation zu werben, meldet die Bundesanwaltschaft. Damit habe er seine Chatpartner für die Ideologie der Terrororganisation begeistern wollen.

Anschlag auf Karlsruher Eislaufbahn geplant

Doch damit nicht genug: Zudem soll sich der Mann, gebürtiger Freiburger, dessen Eltern aus dem kurdischen Teil des Irak stammen, Ende Juli 2016 dem IS direkt als Mitglied angeschlossen haben und am Scharfschützengewehr ausgebildet worden sein. Außerdem wirft ihm die Bundesanwaltschaft vor, für die Vereinigung in der nordirakischen Stadt Erbil das Gebäude des Ministerpräsidenten als mögliches Anschlagsziel ausspioniert zu haben.

Mitte Juli 2017 soll er schließlich nach Deutschland zurückgekehrt sein, um einen Anschlag zu verüben. Sein Ziel: Die Eiszeit auf dem Karlsruher Schlossplatz. Dazu soll der 29-Jährige ab Ende August 2017 die Stadt rund um das Karlsruher Schloss ausgekundschaftet haben. Ab Oktober 2017 soll er sich dann um eine Anstellung als Paketlieferant bemüht haben – ohne Ergebnis. Ende Dezember wurde der 29-Jährige in Rüppurr schließlich festgenommen. Seitdem sitzt der Terrorverdächtige in Untersuchungshaft, heißt es von der Bundesanwaltschaft.