Markgräfliche Palais
DAS MARKGRÄFLICHE PALAIS am Rondellplatz steht für den Wandel an der Karl-Friedrich-Straße: Die Stadt erwirbt wohl dieser Tage die Immobilie von der BBBank. In dem Palais kann sich die Stadtverwaltung entwickeln. | Foto: jodo

Via triumphalis neu entdeckt

Auch das Rathaus ist auf dem Weg nach Süden

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Diese Stadt will sich nach Süden entwickeln. Sie möchte nicht nur mediterran erscheinen – wie jetzt im Juli
mit Palmenkübeln auf abgedeckten U-Strab-Lift-Schächten in der Kaiserstraße und mit der vor das Rathaus zurückgekehrten Oleanderblüte in Rosarot.

Auch die Stadtverwaltung selbst befindet sich im Südsog: Sie streckt immer mehr ihre Fühler in der Karl-Friedrich-Straße aus.

Kauf des Palais am Rondellplatz

Der Kauf des Markgräflich-Hochbergschen Palais am Rondellplatz von der BBBank steht nach BNN-Informationen unmittelbar bevor. Stadtbaumeister Friedrich Weinbrenner hat es entworfen. Das Palais wurde 1803 bis 1814 erbaut.

Nach der Zerstörung durch Weltkriegsbomben 1942 wurde zumindest die Fassade 1963 wiederhergestellt. Der Immobilienerwerb steht verstärkt auf dem Programm der Liegenschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Karl-Friedrich-Straße wird wieder geöffnet

Nach dem Einbau des U-Strab-Südabzweigs wird gerade die Karl-Friedrich-Straße fertig. In eineinhalb Wochen rollen nach sieben Jahren mit Baustelle und Sperrung wieder Autos vom Marktplatz über den Rondellplatz und den Knoten Ettlinger Tor nach Süden.

Bauordnungsamt zur Miete bei G.Braun

Die Stadtverwaltung ist bereits länger auf Weinbrenners Via Triumphalis unterwegs. Sie sucht dort neue Quartiere für die Ämter, die in aus den Nähten platzenden Rathäusern am Marktplatz und an der Lammstraße längst keinen Platz mehr haben.

So ist das Bauordnungsamt bereits zur Miete in die Karl-Friedrich-Straße in eine Immobilie des G. Braun Verlags gezogen. Das Amt soll dort auch bleiben, ist im Rathaus zu hören.

Konzentration im Süden

Überhaupt versucht die Stadt, sich über den künftigen Amtssitz „Markgräfliches Palais“ hinaus an den Verlagsimmobilien zwischen Kaiserhof und Rondellplatz sowie in einem Neubaukomplex an Stelle des Postbank-Gebäudes am Ettlinger Tor Ausdehnungsraum zu sichern.  Mit dieser Art von Südentwicklung beabsichtigt die Rathausspitze, die zur Miete in der City verstreuten Ämter in Rathausnähe zu konzentrieren.

Gedanken an neues Rathaus erledigt

Jahrelang wurde in der Stadtpolitik über den Neubau eines großen Rathauskomplexes außerhalb der City spekuliert. Doch weder Oberbürgermeister noch Parteien trauten sich, den Bürgern ein solches Riesenprojekt für die Verwaltung zu präsentieren.

Diese Überlegungen erledigten sich, als die Stadt 2017 ihre ewige Entwicklungsfläche hinter dem Hauptbahnhof an den Milliardär Dommermuth verkaufte. Heute wird nicht davon gesprochen, dass städtische Ämter in Dommermuths Büropaläste „Hauptbahnhof-Süd“ ziehen.

Emanzipation vom Schlauch „Kaiserstraße“

So weit weg vom Rathaus am Marktplatz , das wäre für einige Ämter viel zu sehr im Süden. Grundsätzlich aber will Karlsruhe stärker nach Süden kommen: Durch die „Kombi“ und besonders deren Komponente Autotunnel soll die City ihre durch den Schlauch „Kaiserstraße“ und die Autoschneise Kriegsstraße bedingte Strukturschwäche überwinden.

So soll sich per „Kombi“ die Innenstadt mit der Südstadt und der Südweststadt zu einer urban pulsierenden City-Zone erweitern.