Lücke in der Brücke
Der Hubbrücke über die Bahngleise zwischen Durlach und Grötzingen fehlt derzeit das Mittelstück. | Foto: jodo

Alte Brücke hat eine Lücke

Auf Umwegen zum Reitturnier in der Durlacher Hub

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Die Sanierung der Brücke in Durlachs Untere Hub ist in der heißen Phase. Unter Planen und einem Wellblechdach liegt das riesige Mittelstück komplett verhüllt am Boden neben den Bahngleisen. Ein Hochdruck-Wasserstrahl beißt mit messerscharfen 2 500 bar im Inneren der haushohen Stangenkonstruktion zu. Je drei Arbeiter in Schutzanzügen widmen sich in quälender Hitze dem Stahlkoloss mit den markanten Bögen.

Mittelstück der Brücke in die Hub fehlt

Die denkmalgeschützte Brücke über die Bahngleise zwischen Durlach, Grötzingen und dem Pfinztal liegt am Boden. Noch bis Mitte Oktober wird das tragende Mittelteil saniert. Das ist diffizil – und giftig. Tobias Pfister vom Tiefbauamt der Stadt erklärt, warum die Brückenputzer so sorgfältig abgeschirmt sind: Früher war ein Blei-Mennige-Anstrich als Rostschutz üblich.

Straffes Zeitkorsett

Schubkarren, Schaufeln, Zementsäcke: Wo die Lücke in der Hubstraße klafft, stehen die Zeichen auf Weiterbau. Die Hochspannungsleitungen und der dichte Zugverkehr auf der Strecke Karlsruhe-Mühlacker zwingen die Arbeiter in ein straffes Zeitkorsett.

Erneute Vollsperrung in der zweiten Julihälfte

In der zweiten Julihälfte wird die Zufahrt von Durlach in die Untere Hub mit der Stadtbahnhaltestelle der Linien S4 und S5, Sportvereinsanlagen, Hofgut und Gastronomie nochmals vollständig unterbrochen.  „Wir haben mit langem Vorlauf Gleissperrpausen beantragt“, berichtet Pfister. Nur nachts kann der Brückentorso wieder an seine Schlüsselstelle zurückgehievt werden. Vorgesehen ist, dass der XXL-Kran Mitte Juli dazu anhebt.

Bisher keine bösen Überraschungen

„Mit dem Ablauf sind wir bisher sehr zufrieden, es gab keine bösen Überraschungen. Die Konstruktion ist wie erhofft in sehr gutem Zustand“, sagt Pfister.

Steg für Radler und Fußgänger

Der derzeit eingerichtete provisorische Steg für Fußgänger und Radfahrer ist tagsüber ständig frequentiert. Für den kommenden Abriss und Neubau der Wasserwerkbrücke zwischen Südstadt und Oberwald als ebenfalls wichtiger Achse für abgasfreien Stadtverkehr würden sich das diejenigen wünschen, die dort ein Provisorium für die auf mindestens 15 Monate kalkulierte Lücke fordern.

 

Steg statt Hubbrücke
Verhüllt unter Planen und Wellblechdach ist das Mittelstück der Hubbrücke, das am Boden saniert wird. Radler und Fußgänger benutzen einen provisorischen Steg. | Foto: jodo

Kein Modell für Wasserwerkbrücke

Doch dafür ist die Frischekur für die Hubbrücke kein Modell. Denn der Behelfssteg in Durlach überspannt nur zwei Gleise, seitlich reicht der Platz für das tragende Gerüst. Am Wasserwerk hingegen ist der komplette ehemalige Rangierbereich überspannt.

Motorisierte fahren Umwege

Motorisierte werden an Durlachs Peripherie umgeleitet, so lange die Sanierung der Hubbrücke dauert. Das Wochenende bringt eine Belastungsprobe.

Reitturnier von 22. bis 24. Juni 2018

Denn der Reiterverein erwartet von Freitag, 22. Juni 2018, bis Sonntag, 24. Juni 2018, zu seinem traditionsreichen Dressur- und Springturnier Hunderte Reiter, die mit ihren Pferden in Transportern anreisen. Daher gilt bis einschließlich Dienstag, 26. Juni 2018, eine Einbahnstraßenregelung.

Zur Unteren Hub kommen Lkw, Autos und Gespanne laut Stadt unverändert vom Herdweg via Gewerbegebiet Auf der Breit auf einem Wirtschaftsweg zur Turnerschaft Durlach (TSD) und weiter zu den Reitplätzen. Die Ausfahrt aus der Unteren Hub hingegen verläuft rund um das dreitägige Reitturnier über den Lenzenhubweg in nördlicher Richtung zurück zum Herdweg.