ALLES passt anscheinend auf dem Schlossplatz zusammen. | Foto: jodo

Palmzeit

Aufgespürt in Karlsruhe

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Karlsruhe treibt es einfach auf die Palme: Da redet alle Welt über die Klimakatastrophe, doch die Fächerstadt ficht das nicht an: Sie baut ihre Eiszeit aus und preist dieses Schlittschuhparadies auf dem Schlossplatz auch noch überregional als größte Freilufteisbahn in Südwestdeutschland an. Zwar erklärt der Gemeinderat die Fächerstadt selbst zum Klimanotstandsgebiet, freut sich aber gleichzeitig über die boomende Eiszeit.

Energie für den Permafrost

Dabei taut dieser Permafrost vom 26. November bis 2. Februar vor dem Schloss nur mit hohem Energieeinsatz nicht auf. Da muss man im mit sieben Grad plus in der Adventszeit mild temperierten Oberrheintal ständig runterkühlen.

Für die von der Erderwärmung alarmierten Schüler, Eltern und Großeltern von Fridays for Future mag dieser Eisspaß längst zu weit gehen. Für die in Mandelduft und Lichterglanz Schwelgenden, die sich jetzt auf dem Christkindlemarkt oder in den Geschäften tummelt, kann aber bei der Eiszeit noch mehr Erwärmendes hinzukommen.

Eine Warnung?

Dabei geht es nicht nur um mehr Stände für einheizenden Glühwein. Wenn also nun ausgerechnet neben der Eiszeit Palmen am Schlossplatz im Freien überwintern, erkennen sie darin keinen warnenden Auswuchs des Klimawandels.

In Zeiten des grenzenlosen Freizeitgenusses passt der Mann in der roten Jacke mit der Aufschrift „Eiszeit“ auf dem Rücken doch wunderbar zu den Palmwedeln. Man muss also gar nicht über Weihnachten und Silvester einen das Klima belastenden Fernflug zu tropischen Palmeninseln buchen.

In der selbst ernannten Weihnachtsstadt Karlsruhe, wo politisch der Klimanotstand herrscht, passen doch in der Adventswirklichkeit Palmwedel und Schlittschuh und damit Heißzeit und Eiszeit bestens zusammen.