U-Strab
DER NACKTE BETON in der Untergrundstation „Durlacher Tor“ wird jetzt verkleidet. Kasig-Chef Uwe Konrath (links) und Michael Schröppel, Oberbauleiter im Ost-West-Tunnel, besprechen das komplexe Ineinandergreifen der Einzelarbeiten. | Foto: jodo

Rollt die U-Strab Ende 2020?

Ausbau des Tunnels nimmt Fahrt auf

Der Rohbau des U-Strab-Tunnels liegt in den allerletzten Zügen: Nur noch im Nordkopf der Untergrundstation „Ettlinger Tor“ wird an Innenwand und Zwischenebene betoniert. Dagegen nimmt jetzt der 2017 ganz langsam in den Stationen „Kongresszentrum“ und „Durlacher Tor“ begonnene Innenausbau auf der gesamten 3,5 Kilometer langen Tunnelstrecke mit sieben Haltestellen und drei Rampen stark an Fahrt auf. Der Tunnelbauherr, die städtische Tochter Kasig, hat große Fortschritte bei der auch wegen des anhaltenden Baubooms im Südwesten schwierigen Vergabe der Gewerke erzielt.

68 Vergabeeinheiten

Kasig-Chef Uwe Konrath berichtet von 68 einzelnen Vergabeeinheiten. Dabei geht es um 43 architektonische Aufträge, 13 Einheiten für die technische Gebäudeausstattung unter Tage und zwölf Einheiten bei der Bahnbetriebstechnik. Für den in drei Abschnitte aufgeteilten Gleisbau ist gerade Submissionstermin. Insgesamt seien etwa 80 Prozent der Innenarbeiten bereits vergeben. Rund 150 Millionen Euro kostet die Ausgestaltung der Röhre für den U-Strab-Betrieb.

Noch keine Entwarnung

Er könne zwar „noch keine Entwarnung geben“, räumt er ein, doch stünden nun die Chancen gut, den Innenausbau nach Plan abzuwickeln. Für Konrath gibt es kaum mehr einen Zweifel daran, „dass wir am 7. Januar 2019 mit dem Gleisbau beginnen“.

Dann werden zunächst im Ostabschnitt zwischen Gottesauer Platz und Marktplatz-Gleisdreieck Schotter und Schienen binnen drei Monaten auf dem Tunnelboden eingebaut. „Im Juni 2020 wollen wir mit dem Innenausbau so weit sein, dass die Bahnen mit Probefahrten loslegen können“, erklärt Konrath. Ein halbes Jahr bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 müsse dann für die Testphase und die amtliche Freigabe des Fahrbetriebs im U-Strab-Tunnel reichen, meint er.

Baustelle Durlacher Tor
HANDWERKERAUTOS halten am Bahnsteig: Insgesamt 68 Firmen werden mit dem Innenausbau beschäftigt sein. | Foto: jodo

Der Herr des Karlsruher Tunnelbaus spricht von einem Spannungsfeld mit großem Termindruck. Schließlich müssten die Abfolge und das Ineinandergreifen der Arbeiten von so vielen Firmen akribisch festgelegt, bei Änderungen flexibel angepasst und genau überwacht werden.

Das „Stocken“ laufe derzeit in der Station „Kronenplatz“. Damit ist keineswegs ein Stillstand der Arbeiten gemeint, sondern eine Etappe des Innenausbaus: das Aufrauen der Betonwände in den Treppenhäusern und auf den Zwischengeschossen der Haltestellen.

Die Stationen „Kongresszentrum“ und „Durlacher Tor“ sind bereits gestockt. In der Haltestelle „Durlacher Tor“ werden bereits die Halterungshaken für die Wandverkleidung aus Betonwerksteinen bis in 4,5 Meter Höhe in den Beton gedreht.

Darüber und an die Hallendecke werden ab Juli Trockenbau-Platten montiert. „Bis Ende Juli sind die Fahrtreppen eingebaut“, bekräftigt Michael Schröppel, Oberbauleiter für den Ost-West-Tunnel zwischen Gottesauer Platz und Mühlburger Tor. Zudem wird auch der Betonbahnsteig mit Werksteinplatten belegt.

 

U-Strab
IM TUNNEL zwischen den U-Strab-Stationen fehlt außer Schotter und Schienen nicht mehr viel. Beim Mobilitätsfestival am 16. und 17. Juni können es die Bürger selbst sehen. | Foto: jodo

Schröppel garantiert, dass dabei das Fugenmuster im Untergrund absolut aufgehen werde. Außerdem müssen noch die Keilstufen für die Treppen auf die Betonschrägen geschraubt werden. Nicht zu vergessen: Bis zur Decke reichende Brandschutzscheiben werden auf den Balustraden der Zwischenebenen installiert.

Geländer für Rampen

„An den Rampen sind die Schlosser mit den Geländern fertig“, Schröppel. Dort bekommen gerade die Wände eine Schutzschicht gegen Schmutz und Wetter. Fehlen nur noch die mit Steinwolle gefüllten Lochbleche für den Schallschutz.

Zweieinhalb Jahre bleiben also noch für den Innenausbau des Tunnels, wenn die U-Strab kurz vor Weihnachten 2020 rollen soll. Der Kombi-Bauherr Kasig hält wie die Rathausspitze an dem vor zwei Jahren ausgegebenen Fahrplan für das komplexe Vorhaben fest. Eigentlich sollte die U-Strab bereits 2016 in Betrieb gehen

Schon früh verspätet

Doch Verzögerungen beim Rohbau der Röhre durchkreuzten diesen Zeitplan schon in den ersten zwei Jahren nach dem Baustart Anfang 2010 für den Stadtumbau per Kombilösung aus U-Strab und Autotunnel Kriegsstraße. Auch die Kosten für die Kombilösung das Karlsruher Jahrhundertprojekts haben sich nach veränderter Rechnung inzwischen auf 1,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.