Auch Michaela und Klaus Voß aus Waldbronn haben sich die Turmbergterrasse in Durlach als Hochzeitslocation ausgesucht. | Foto: Sandbiller

Durlacher Turmbergterrasse

Ausflugsglück und Treueschwur

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Das verflixte siebte Jahr haben Sarah Willaredt und Michael Lippitz hinter sich – sogar schon zweimal. Auf den Tag 14 Jahre ist es her, erzählt die in Weiß strahlende Braut, dass sich die beiden im südbadischen Emmendingen über den Weg liefen. Nun endlich haben sie sich getraut und im Trauzimmer auf der Durlacher Turmbergterrasse geheiratet. Nach fünf gemeinsamen Jahren in Karlsruhe haben sie sich gezielt die höchstgelegene Adresse für Hochzeitspaare ausgesucht.

Das Terrassenglück hoch über der Fächerstadt genießen gerade an Wochenenden besonders viele Menschen. Dieter Niederhöfer, ein „alter Durlacher“, der erst kürzlich aus dem Rathaus des Stadtteils in den Ruhestand gewechselt ist, hat den kürzesten Weg, seine beiden Begleiter dafür den längsten. Aus Edmonton in Kanada sind Ingrid und Michael Ettrich angereist, Niederhöfers Verwandte, Kinder deutscher Auswanderer. Michael Ettrich weiß aus vielen Erzählungen, dass seine Eltern nach dem Krieg in der Durlacher Karlsburg einquartiert waren. „Es ist spannend, jetzt vor Augen zu haben, was wir von den alten Bildern zuhause so gut kennen“, sagt der Gast aus Kanada.

Besonderer Blick vom Terrassenrand

Mit Spannung fahren ihrer Turmberg-„Eroberung“ auch die Frauen entgegen, die ihr jährliches Internetforumstreffen nach Karlsruhe verlegt haben und nun im badisch-durlacherisch gelbrot lackierten Wagen der Turmbergbahn sitzen. Organisiert hat das diesmal eine fröhliche Ettlingerin Jahrgang 1951. Was die Frauen verbindet? „Wir wollen uns auf das Positive im Leben besinnen“, fasst es eine zusammen. Dafür eignet sich der Tiefblick vom Terrassenrand vorzüglich – über üppige Reben im Schauweinberg hinweg auf die mittelalterliche Anlage Durlachs und auf die Großstadt dahinter.

Mit dem Doppeldecker auf den Turmberg

Kaum sind die Frauen aus Göttingen und Gummersbach, München und Konstanz, Nürtingen und Stuttgart aus der Bergstation der Turmbergbahn auf die Plattform ausgeschwärmt, leert sich mit einem Mal um sie herum die breite Anlage mit den einladenden Sitzstufen. Grund ist der Fahrplan des knallroten Doppeldeckerbusses, der Touristen aus aller Welt auf den Turmberg bringt, sie unerbittlich aber auch wieder hinabtransportiert. Dreimal steuert das auffällige Vehikel die Top-Adresse der Stadt an Wochenendtagen an. 20 Minuten Aufenthalt – das reicht einigen Hop-on-hop-off-Buspassagieren eigentlich nicht. Aber zum einen lockt die Karlsburg in der Ebene ja durchaus, zum anderen warten der Fahrer und die Mitreisenden der Citytour nun mal nicht.

Picknick mit Aussicht

Weniger auf die Blickrichtung als auf die zeitliche Perspektive kommt es Annlie Kern aus Offenburg an. Sie ist bei ihrer Studienfreundin Cindy aus der Oststadt zu Gast. Auf einer Sitzdecke packen die Freundinnen ein Picknick aus. Sie kennt die Adresse noch aus ihrer Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule, sieht den Neubau der Aussichtsterrasse nun aber zum ersten Mal. „Wie es vorher aussah, ist in meiner Erinnerung total weg, weil es jetzt so toll ist“, sagt sie.