So sah das Armaturenbrett eines Autos früher aus. Heute ähneln manche Wagen eher einem Raumschiff - sowohl optisch als auch dank der vielen technischen Finessen. | Foto: Adobe Stock / dieter76

Früher war vieles einfacher

Autofahren im 21. Jahrhundert

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Seit 1988 habe ich mir kein neues Auto mehr gekauft. Warum auch? Das alte tut’s ja noch. Neulich aber musste ich mir im Urlaub ein anderes, modernes Auto mieten. Es kam mir zwar vor wie ein Raumschiff aus einer fernen Galaxie, aber angeblich war es tatsächlich ein Auto. Und zwar eines der Oberklasse.

Wie von Geisterhand

Stolz und wie von Geisterhand hatte ich problemlos per Fernbedienung die Fahrertür und den Kofferraum geöffnet. Den Kofferraum zu schließen, war allerdings nur möglich, indem ich mich wie ein Reckturner an die geöffnete Kofferraumtür hängte. Woher hätte ich auch wissen können, dass man zum Schließen der Klappe einen gut versteckten Knopf im Innern des Autos drücken muss.

Wo ist das Zündschloss?

Und wo war eigentlich das Zündschloss? Links sah ich keines, rechts auch nicht. Nach einminütiger Suche öffnete ich das Handschuhfach. Da müsste ja wohl eine Bedienungsanleitung liegen. Da lag auch eine, allerdings in Form einer DVD. Da ich dummerweise keinen PC dabei hatte, rief ich einen Kollegen an, der sich mit modernen Autos auskennt.

Der Kollege hilft

„Drück einfach den Startknopf“, sagte er. „Den Schlüssel brauchst Du gar nicht.“ In der Tat: Der Wagen sprang an und gleichzeitig baute sich ein riesenhafter Flachbildschirm über dem Armaturenbrett auf. Hier könnte ich jetzt sicher auch die DVD anschauen. Aber jetzt brauchte ich sie ja nicht mehr. Obwohl …

Wo ist die Handbremse?

Es gab keine Handbremse. Alles, was ich fand, war ein leuchtendes „P“. Nach gefühlten 30 Minuten hatte ich begriffen: Wenn ich gleichzeitig mit dem Fuß die Bremse und mit der Hand den „P“-Knopf nach unten drücke, löst sich die elektronische Handbremse.

Warum piepst es ständig?

Endlich konnte die Fahrt beginnen. Ich parkte rückwärts aus, das Auto piepste. Auch beim Vorwärtsfahren piepste es. Damit wollte es mir sagen, dass ich gefälligst einen Gang hochschalten sollte. Auf der Autobahn schien dann das Lenkrad ein Eigenleben zu entwickeln. Der Wagen hielt ganz eindeutig die Spur, er lenkte sogar automatisch, wenn eine Kurve kam. Und als ich mal, ohne zu blinken, die Spur wechseln wollte, wehrte sich das trotzige Auto mit aller Kraft dagegen.

Gibt es VHS-Kurse?

Während dieses spannenden Tages wurde mir klar, dass es in den vergangenen 30 Jahren offenbar doch die eine oder andere Innovation im Kfz-Gewerbe gegeben haben musste. Ich werde mir jetzt mal das neueste VHS-Programm holen. Irgend einen Kurs zum Thema „Autofahren im 21. Jahrhundert“ wird es ja hoffentlich geben.