Der heiße teer qualmt bei Temperaturen nahe Null, aber die Sanierung der B 36 bei Karlsruhe-neureut wird abgeschlossen. | Foto: Kuld

Letzte Arbeiten am Sonntag

B36 bei Karlsruhe wieder frei befahrbar

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Mit dem Rückbau der Verkehrssicherung in der Nacht von Sonntag auf Montag wird die Baustelle auf der B 36 zwischen Neureut und Leopoldshafen abgeschlossen sein. Am Nachmittag des Montag sollte wieder freie Fahrt auf allen vier Spuren möglich sein.

Stadt baut für das Land

So plant es jedenfalls das Tiefbauamt der Stadt Karlsruhe, die für das Regierungspräsidium die Arbeiten an der Bundesstraße übernommen hat.
Seit Mitte September war das Projekt im Laufen und wird nun baulich beendet. Mehr als nur eine „einfache und normale“ Herausforderung war dieses Projekt für alle Beteiligten, so Bauleiter Jürgen Volz vom Tiefbauamt.

In rund neun Wochen Bauzeit wurden 140 000 Quadratmeter schadhafter Straßenbelag in zwölf Bauabschnitten auf einer Gesamtlänge von 14 Kilometer ausgefräst und durch eine neue Asphaltbinder- und Asphaltdeckschicht erneuert.

Parallel in beide Richtungen

Die Kernaufgabe war es dabei, das Projekt in dieser Dimension parallel in beiden Fahrtrichtungen abzuwickeln um die Bauzeit so gering wie möglich zu halten. Als weitere Innovation kam hinzu, so Projektleiter Lars Lau vom Baureferat vom Regierungspräsidium Karlsruhe, an den schlimmsten Schadstellenbereichen eine Asphaltarmierung auf die Fräsfläche aufzulegen.

Längere Lebensdauer

Diese zusätzliche Armierung soll in den kommenden Jahren das Durchschlagen von Rissen aus dem Straßenunterbau in die obere Asphaltschicht zu vermeiden beziehungsweise diesen Zeitraum wesentlich zu verlängern.

Personal aufgestockt

Oberbauleiter Fritz Teuscher von der Firma Eurovia, der diese „Material-, Maschinen- und Personalschlacht“ zu organisieren und zu disponieren hatte, ist mit dem absehbaren Ende der Maßnahme erleichtert. Bis auf zwei Tage Feiertage Ende Oktober/Anfang November wurde ununterbrochen gearbeitet und im Laufe der Maßnahme das Baustellenpersonal aufgestockt und zusätzlich in elf Nächten die notwendigen Verkehrssicherungsmaßnahmen zum Umlegen der Bauabschnitte vorgenommen, so Teuscher. „Wir hatten insgesamt rund 40 000 Tonnen Material zu bewegen“, so Teuscher weiter.

„Besondere“ Fahrbahndecke

Die neue Fahrbahndecke erhielt eine „feinere“ Oberflächenstruktur, die dauerhaft die Abrollgeräusche der Fahrzeuge minimieren soll und an mehreren Stellen wurde die Querprofilausbildung verändert, um mögliche Schleudergefahren bei nasser Fahrbahn zu reduzieren. Auch die Markierung erhielt entsprechend der Straßenklassifizierung eine erhöhte Nachtsichtbarkeit, so Volz weiter. Lars Lau als verantwortlicher Projektleiter ist froh darüber, dass die angesetzten Baukosten in Höhe von sechs Millionen Euro, die vom Bund zu tragen sind, nicht überschritten werden.

Weniger Staus

Für die Verkehrsteilnehmer, die sich an manchen Tagen mehr als nur in der Rushhour gedulden mussten, heißt es endlich, dass das Befahren der B 36 in beide Fahrtrichtungen zweistreifig wieder möglich ist. Kleinere Restarbeiten, die nicht spürbar den Verkehrsfluss beeinträchtigen, sind bis Ende November noch geplant. Danach sollen die abschließenden messtechnischen Prüfungen an der Straßenoberfläche vorgenommen werden, sofern die Witterungsbedingungen mitspielen. Bis zur Vorlage dieser Ergebnisse ist die Strecke in beiden Fahrtrichtungen entsprechend beschildert. Die Verkehrssicherheit des Straßenbelages ist dann gegeben, sobald die Straßengriffigkeit nachgewiesen wurde.