Sie Laufen wieder: Der Startschuss für den Baden-Marathon fällt am Sonntag, 22. September, um 9.30 Uhr.
Sie Laufen wieder: Der Startschuss für den Baden-Marathon fällt am Sonntag, 22. September, um 9.30 Uhr. | Foto: Archiv: GES

Schon knapp 9.000 Anmeldungen

Baden-Marathon: Läufer erobern die Karlsruher Straßen

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Claudia Michelberger ist eine von den alten Hasen. Als solche wird sie am 22. September in ihre Laufschuhe schlüpfen und sich mit Tausenden Gleichgesinnten auf die Strecke des Fiducia-Baden-Marathons wagen. Dem Ereignis blickt die Karlsruherin freudig entgegen – aufgeregt ist sie nicht mehr. Mit dem Laufen hat die 54-Jährige bereits Ende der 90er Jahre begonnen, seither ist sie nach eigenen Angaben rund 40 Marathons gelaufen.

An ihre Anfänge erinnert sich Claudia Michelberger noch genau – und wenn sie von dem entscheidenden Wendepunkt erzählt, muss sie heute noch schmunzeln. „Meine Tochter war damals noch klein“, erinnert sich Michelberger. Mit dem Kinderwagen sei sie entlang der viel befahrenen B10 unterwegs gewesen („damals gab es noch keinen Tunnel“). Um den Metzger auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu erreichen, musste sie „die Beine in die Hand nehmen“. Dort angekommen, habe sie völlig außer Puste gedacht: „Du musst was tun.“ Der Grundstein für ihre Laufkarriere war damit gelegt. Seither hat die Hobby-Sportlerin so manche Stadt aus Läufersicht kennengelernt: Michelberger schnürte die Laufschuhe schon in Berlin oder New York, und immer wieder auch in Karlsruhe.
Über die neue Laufstrecke beim Baden-Marathon freut sie sich besonders, seit vergangenem Jahr führt diese wieder quer durch die Stadt, unter anderem auch durch den Citypark Ost. Die alte Strecke mit Start an der Messe sei teilweise etwas einsam gewesen, an der neuen ist nun etwas mehr Leben. Viele Schaulustige werden die Strecke wieder bevölkern. Auf Claudia Michelberger wartet dann ihr eigener, ganz persönlicher Fan: „Mein Mann fährt die Strecke mit dem Motorroller ab“, verrät sie. Auch ihre Tochter geht dieses Jahr mit an den Start.

Frauen in der Minderheit

Dass Claudia Michelberger als Frau zu einer wachsenden Minderheit unter den Marathonläufern gehört, ist der Karlsruherin bewusst. Mittlerweile liegt die Frauenquote nach Schätzungen bei rund einem Drittel. „Das bin ich gewohnt“, sagt Michelberger, die beim Familiensportverein „Lichtbund Karlsruhe“ aktiv ist. Probleme gebe es da keine. „Die schnelleren Frauen laufen so schnell wie manche Männer“, erzählt die 54-Jährige und lacht.
Schon lange dabei: Auch Claudia Michelberger schnürt am 22. September die Laufschuhe.
Schon lange dabei: Auch Claudia Michelberger schnürt am 22. September die Laufschuhe. | Foto: Sandbiller

Das Ziel: Der Marathon in Wien

Sportliche Ziele oder Wünsche hat Michelberger keine mehr – so viel ist sie in den vergangenen Jahrzehnten gelaufen, außer dem herkömmlichen Marathon stand auch immer wieder ein Ultra-Marathon auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine Laufveranstaltung, die länger als die Marathondistanz von 42,195 Kilometern ist. Einzig der Marathon in Wien würde sie noch reizen, sagt die passionierte Läuferin dann doch.

Knapp 9.000 Anmeldungen

Jetzt steht erst einmal der Baden-Marathon vor der Tür, der von den BNN auch als Medienpartner begleitet wird. Nach Angaben von Geschäftsführer Fried-Jürgen Bachl haben sich bislang knapp 9.000 Läuferinnen und Läufer für das größte Laufspektakel in der Region angemeldet. Online-Anmeldungen werden noch bis Donnerstag, 19. September, 12 Uhr, unter nachmelden.badenmarathon.de entgegengenommen. Am Marathon-Wochenende selbst ist samstags und am Sonntag bis 9 Uhr eine Anmeldung in der Europahalle möglich.
Los geht es dann am Sonntag, 22. September, um 9.30 Uhr entlang der Hermann-Veith-Straße an der Europahalle, Zieleinlauf ist im Karl-Kaufmann-Stadion. Anwohner der Strecke müssen teilweise mit Verkehrsbehinderungen rechnen. (Siehe auch „App hilft Anwohnern“.)

Einen Engel an der Seite

Unter den Anmeldungen sind auch die der rund 270 sogenannten „Marathonengel“. Sie sind die letzten sechs Kilometer mit auf der Strecke, um die Läuferinnen und Läufer zu motivieren. Wer seinen eigenen, persönlichen Engel dabei haben möchte, muss sich jedoch selbst darum kümmern.
Einer der Engel ist Olena Parfenova. Die 28-Jährige will ihre Freundin Inga auf den letzten Kilometern unterstützen. Es ist Ingas erster Marathon „und sie ist sich nicht sicher, ob sie die Strecke schafft“, verrät Olena. Olena selbst lebt seit anderthalb Jahren in Karlsruhe, Inga kommt aus Düsseldorf. Den Baden-Marathon habe sich Inga als ersten Marathon bewusst ausgesucht: „Sie dachte, dass das sicher weniger stressig ist als etwa Berlin“, sagt Olena.

Ablenkung für Inga

Die 28-Jährige hat sich schon überlegt, wie sie der Freundin auf den letzten Kilometern am besten helfen kann. Die Devise lautet: Ablenkung. „Wir haben schon so viele schöne Momente gemeinsam erlebt, zum Beispiel auf unseren Reisen“, sagt Engel Olena. Daran will sie Inga erinnern. Dass ein Gespräch nach über 30 Kilometern noch möglich ist, glaubt Olena nicht. „Das ist auch in Ordnung, das erwarte ich gar nicht“, sagt die 28-Jährige und lacht. Für die Hobby-Läuferin selbst sei es übrigens nicht in Frage gekommen, selbst richtig beim Marathon an den Start zu gehen. „Ich laufe selbst nicht so regelmäßig“, sagt sie.

Gottesdienst

Um sich auf den Baden-Marathon einzustimmen, findet bereits am Samstagabend ein ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Cyriakus in Bulach (Litzenhardtstraße 52) statt. Beginn ist um 18 Uhr. Der Gottesdienst steht unter dem Motto „Lebens-Läufe“.