Badener des Jahres ist Gunzi Heil. Der Karlsruher ist Kabarettist, Liedermacher und Puppenspieler - am liebsten alles auf einmal.
Badener des Jahres ist Gunzi Heil. Der Karlsruher ist Kabarettist, Liedermacher und Puppenspieler - am liebsten alles auf einmal. | Foto: pr

Interview mit Gunzi Heil

Badener des Jahres wird oft als Schwabe bezeichnet

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Gunzi Heil, Kabarettist und Liedermacher aus Karlsruhe, wird am Sonntag, 15. Juli 2018,  vom Bund Freiheit statt Baden-Württemberg zum „Badener des Jahres“ gekürt. Mit dem Multitalent sprach BNN-Redakteur Bernd Kamleitner.

Sie sind ein „Botschafter“ für Karlsruhe und Baden. Werden Sie bei Auftritten etwa im Norden der Republik bisweilen als Schwabe bezeichnet?

Heil: Das passiert immer wieder. Sobald man nördlich von Frankfurt ist, wird man von den Menschen dort automatisch zu den Schwaben gezählt.

Nördlich von Frankfurt wird man von den Menschen dort automatisch zu den Schwaben gezählt

Kürzlich hat mich bei Greifswald ein Moderator als Gast aus „dem Ländle“ begrüßt. Das hat mich natürlich schon ein bisschen gepfupfert, weil ich damit natürlich eher das schwäbische Hinterland verbinde.

Wenn Sie direkt als Schwabe angesprochen werden, wie gehen Sie damit um?

Heil: Das kommt darauf an, ob genug Zeit ist, dass man dem spaßig entgegnen kann, denn der Unterschied zwischen Badenern und Schwaben ist Außenstehenden nicht so überdeutlich wie uns Betroffenen. Aber was mir und – wie ich glaube – der ganzen badischen Mentalität zugeschrieben werden kann: Wir sind keine militanten und missionarisch ambitionierten Genossen eines Volksstammes, die überall immer Recht haben und alles richtig stellen müssen. Hinter Hannover kann man da auch mit einem Schmunzeln darüber hinwegsehen.

Auf diese Pointe wären wir selber nie draufgekommen

Wenn aber, wie in einer Pressemitteilung zur Gartenschau in Bad Herrenalb geschehen, Harald Hurst und mir ein „schwäbisches Mundartprogramm“ zugeschrieben wird, nur weil es in Bad Herrenalb stattfand, dann ist das natürlich super. Das ist eine so tolle Pointe, da wären wir selber nie draufgekommen. Ich gehe ja sehr offen damit um, dass ich aus Karlsruhe komme, auch wenn es nicht immer leicht ist.

Wie meinen Sie das?

Heil: Wenn man im Schwäbischen auftritt und der Moderator sagt als allererstes: „Begrüßen sie aus Karlsruhe…“, dann weiß man, dass man bei den Sympathien des Publikums nicht mehr bei null anfängt, sondern im Minusbereich. Man spürt in den Köpfen so ein „des hätt jetzt net sei müsse!“

Ist das ein typisch badisch-schwäbisches Phänomen?

Heil: Nein, ich glaube, das gibt es überall. Wenn Sie zum Beispiel in Bamberg, das sind ja Oberfranken, auf die Bühne gehen und sagen: „Ich freue mich hier in Bayern zu spielen“ dann kommt auch ganz schnell Stimmung auf.