Die badische Fahne weht wieder über dem Karlsruher Schloss.
Die badische Fahne weht wieder über dem Karlsruher Schloss. | Foto: Falk

Nach Streit um Flagge

Badische Fahne zurück am Karlsruher Schloss

Vorläufiges Ende im Flaggenstreit: Seit Mittwochmorgen um elf Uhr flattert die badische Fahne wieder über dem Karlsruher Schloss.

Zumindest bis zum Ende der Ausstellung „Revolution!“ des Badischen Landesmuseums am 11. November darf die Flagge bleiben. Im Anschluss daran können die Badener auf eine Ausnahmeregelung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann hoffen. Diese hatte er am Dienstag bei der Landespressekonferenz angekündigt.

Michael Danz, Mitarbeiter der Pressestelle im Landesmuseum, kennt schon die nächste museumspädagogische Begründung: Im kommenden Jahr feiert das Museum seinen 100. Geburtstag. Wenn das kein Grund zum Flaggen ist.

Protest für badische Fahne

Viele Menschen aus der Region hatten die Vorschrift, dass auf Landesgebäuden nur Landes-, Bundes- oder Europafahnen wehen dürfen, nicht einfach so hinnehmen wollen. Es wurde sogar eine Online-Petition ins Leben gerufen, die fast 12.000 Menschen unterstützten. Auch Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) äußerte vergangene Woche auf Facebook den Wunsch, die badische Flagge auf das Schloss zurück zu holen.

Stimmen der Badener zum Thema

Für den Pensionär Thomas Bürkle ist der Flaggenstreit Sinnbild eines baden-württembergischen Missverständnisses. „In Stuttgart braucht man für alles eine Verordnung. Da könnte man sich von der badischen Liberalität eine Scheibe abschneiden.“ Er fand auch die rote Fahne spannend. „Dass die dann weg musste, fand ich kindisch.“

Cornelius Großmann hat seine Stimme für Baden schon beim Volksentscheid 1951 abgegeben. Umso mehr freut er sich, dass man sich im Flaggenstreit jetzt durchgesetzt hat. „Wenn man in Stuttgart nichts anderes zu tun hat, als sich an der badischen Flagge über dem Karlsruher Schloss zu stören, dann sollten die Herren mal zu mir kommen. Ich könnte ihnen einige Aufgaben geben, denn im Ländle liegt einiges im Argen.“

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