Badisches Staatstheater
Das Badische Staatstheater steht vor einer großen Sanierung | Foto: Sandbiller

Gemeinderat debattiert im Juli

Badisches Staatstheater – Umbau- und Neubau werden deutlich teurer

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Das Badische Staatstheater soll umgebaut und erweitert werden. Und das wird wohl deutlich teurer als bisher gedacht. Wie die BNN erfuhren, wurden Teile des Gemeinderats darüber informiert.

Badisches Staatstheater vor großem Umbau

Seit langem sind da die Pläne: Entwürfe des Wiener Architekturbüros Delugan Meissl, das zusammen mit den Karlsruher Architekten Wenzel+Wenzel die Zukunft des Badischen Staatstheaters plant. Aktuell jedoch wird in Karlsruhe eifrig diskutiert: Zu welchem Preis ist das zu haben?

125 Millionen Euro reichen nicht

Vor kurzem wurden BNN-Informationen zufolge Teile des Stadtrats informiert, dass Um- und Anbau nicht für 125 Millionen Euro machbar sind. Diese Summe wurde im Sommer 2015 bei der Präsentation des Siegerentwurfs genannt.

Das marschiert Richtung 300 Millionen

Nun also gibt es eine neue Rechnung, die weder Stadt noch Land bisher öffentlich machten. Von deutlich über 200 Millionen Euro ist hinter vorgehaltener Hand die Rede. Andere sagen: „Das marschiert Richtung 300 Millionen Euro.“

Erster Bürgermeister Wolfram Jäger bestätigt, dass derzeit bei den „planerischen Vorarbeiten“ der damalige Kostenrahmen konkretisiert werde. „Dabei zeigt sich, dass die reinen Baukosten von 125 Millionen Euro auch bei Anpassung an den Baukostenindex nicht zu halten sind“, so Jäger.

Größere Eingriffe nötig

Die Vertiefung der Planung habe „neue Inhalte definiert, die in das Gesamtprojekt integriert werden müssen“. So seien größere Eingriffe als ursprünglich angenommen in den Bestand erforderlich.

In den Gesamtbaukosten seien zudem noch keine Risikovorsorge, keine bauvorbereitenden Maßnahmen und auch keine Kosten für Provisorien und Ausstattung enthalten.

Neue Zahlen liegen vor

„Erstmalig nach Überarbeitung des Wettbewerbsergebnisses aus dem Jahr 2014 liegen nun Zahlen zu den voraussichtlichen Vollkosten des Projekts vor, die neben den eigentlichen Baukosten Bauherrenrisiken, nutzerspezifische Kosten – etwa die Ausstattung – und zusätzliche bauliche Maßnahmen wie die Platzgestaltung umfassen und zudem die Baupreissteigerung seit Wettbewerbsauslobung bis zur geplanten Umsetzung abbilden“, so Jäger.

Eine Summe nennt er nicht. Jäger und auch Baubürgermeister Michael Obert bestätigen, dass der Gemeinderat im Juli in öffentlicher Sitzung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Fokus liegt auf den Kosten

Vor zwei Jahren kündigte Oberbürgermeister Frank Mentrup an, einen klaren Fokus auf die Kosten zu setzen. Mit der Kontrolle wurde ein externes Büro beauftragt.

Theater in marodem Zustand

Unstrittig ist, dass sich das 1975 eröffnete Theater in einem ziemlich maroden Zustand befindet. Es gibt Probleme mit dem Brandschutz, aber auch Platzmangel.

Geplant ist indessen nicht nur die Generalsanierung, sondern auch der Neubau eines Schauspielhauses mit Kinder- und Jugendtheater.

Umbau in drei Modulen

Das ganze soll in drei Modulen über mehrere Jahre erfolgen. Geschuldet ist dies nicht zuletzt der Haushaltslage des Landes, das die Hälfte der Kosten trägt. Die andere Hälfte übernimmt die Stadt.

Viele Großprojekte stehen an

Auch sie muss absehbar mehrere Großprojekte stemmen, angefangen beim KSC-Stadion über den Kombibau bis hin zur Sanierung der Stadthalle. Es gibt Stadträte, die das zu viel auf einmal finden und sich vorstellen können, beim Theater zu bremsen.

Für andere wiederum hat das Projekt Badisches Staatstheater Priorität. „Wir haben kein Interesse, das Staatstheater aus haushalterischen Gründen zu verschieben oder zu verzögern“, hatte Mentrup bereits 2015 versichert. „Einfach durchgewunken wird die Sache im Gemeinderat sicher nicht“, so ein erfahrener Kommunalpolitiker.

Baubeginn wohl erst 2020

Zunächst war von einem Baubeginn 2018/2019 die Rede. Obert erklärt: „Das halte ich für sportlich. Ich denke, dass da eine zwei stehen wird.“ 2026 oder 2027 könnte dann alles fertig sein. Der Vorteil der langen Umbauzeit ist, dass das Staatstheater im Prinzip kein Ausweichquartier braucht.

Ein Bauabschnitt wird immer so weit fertiggestellt – so der Plan –, dass die jeweils vom Umbau betroffene Abteilung in den fertiggestellten Teil umziehen kann. Erster Bauabschnitt soll der Neubau des Schauspielhauses sein.