Aufs Gleis gehoben werden soll das Projekt „Bahnübergang Gondelsheim“. Die Kreisverwaltung möchte 2020 beim Regierungspräsidium die Einleitung des Planfeststellungsverfahren für dessen Beseitigung beantragen. | Foto: Waidelich

Kreis Karlsruhe

Bauboom bremst Straßenplaner aus

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Der Bauboom hat die Straßenarbeiten im Kreis Karlsruhe ausgebremst. Weil Baufirmen nur schwer zu bekommen sind, mussten Projekte auf 2020 verschoben werden. Deswegen hat der Kreis für das kommende Jahr ein ambitioniertes Programm zusammengestellt.

Die gute Auslastung der Baubranche und ein Mangel an Personal haben dafür gesorgt, dass der Landkreis Karlsruhe erstmals nicht alle dafür vorgesehenen Mittel in die Erhaltung seiner Straßen investieren konnte. „Wir werden 2019 mit 2,2 statt der geplanten drei Millionen Euro abschließen“, berichtete Patrick Bohner, Leiter des Amtes für Straßen, im Ausschuss für Umwelt und Technik.

Projekte auf 2020 verschoben

Bohner informierte das Gremium am Donnerstagnachmittag über den Fortgang des Kreisstraßenprogramms, in das der Kreis zwischen 2017 und 2021 insgesamt 15 Millionen Euro investieren will. „Einige Projekte mussten auf 2020 verschoben werden. Insgesamt aber haben wir neun Kilometer Straße saniert. Das ist ein passables Ergebnis“, so Bohner.

Folgende Fahrbahndeckenerneuerungen hat der Landkreis Karlsruhe im Jahr 2019 realisiert:

  • K3506 Gondelsheim-Neibsheim (Gehweg), 100 000 Euro.
  • K3506, Jöhlingen-Gondelsheim, 75 000 Euro.
  • K3523, Ubstadt-Weiher, 150 000 Euro.
  • K3528, Ortsdurchfahrt Karlsdorf, 500 000 Euro.
  • K3548, Waldprechtsweier-Kreisgrenze, 75 000 Euro.
  • K3554, Fischweier- bis zur K3553 (Moosalbtal), 250 000 Euro.
  • K3573, Ortsdurchfahrt Diedelsheim, 75 000 Euro Euro.
  • K3581, Rheinstetten (Abstufung), 550 000 Euro.

Hinzu kommt die Sanierung der Bahn-Brücke im Zuge der K3535 bei Wiesental, die mit 150 000 Euro zu Buche schlug.

Straffes Programm in 2020

Für das Jahr 2020 hat das Amt für Straßen 15 Projekte auf der Agenda, darunter folgende Deckenerneuerungen:

  • K3501, Untergrombach-Obergrombach, 250 000 Euro.
  • K3505, Ortsdurchfahrt Bauerbach, 350 000 Euro.
  • K3528, Ortsdurchfahrt Karlsdorf, 100 000 Euro.
  • K3531, Graben-Richtung B35, 250 000 Euro.
  • K3538, Ortsdurchfahrt Rheinhausen, 150 000 Euro.
  • K3547 Schöllbronn-Schluttenbach, 100 000 Euro.
  • K3576, Ortsdurchfahrt Bad Langenbrücken, 250 000 Euro.
  • K3578, Ortsdurchfahrt Oberhausen, 50 000 Euro.
  • K3584, Ortsdurchfahrt Stettfeld- Richtung K3575, 250 000.

Bahnbrücken sollen während Streckensperrung saniert werden

Außerdem möchten die Planer die Vollsperrung der Bahnstrecke Mannheim-Stuttgart von April bis Oktober 2020 nutzen, um die Überführung bei Bauerbach (K3503) für 120 000 Euro und das Pendant bei Hambrücken (K3525) für 80 000 zu sanieren. Modernisiert werden sollen auch die Brücken über Kraichbach und Landgraben bei Bad Langenbrücken (K3576) für 50 000 Euro und die Fußgängerbrücke im Zuge der K3580 bei Eggenstein für weitere 60 000 Euro.

Neubauten statt Sanierung

Die beiden Brücken über die Heglach und die Alte Bach im Verlauf der K3533 bei Friedrichstal werden erneuert und nicht – wie bisher angedacht – nur saniert. Der Eigenanteil des Kreises dafür liegt bei 420 000 Euro.

Bahnübergang Gondelsheim: Nächster Schritt

Landrat Christoph Schnaudigel informierte den Ausschuss noch darüber, dass die Verwaltung im kommenden Jahr die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Beseitigung des Gondelsheimer Bahnübergangs beantragen wird.

Separates Programm für Radwege

Dass der Kreis sein Radverkehrskonzept im Frühjahr 2020 fortschreiben möchte und den Kreisgremien ab dem kommenden Jahr zusätzlich zum Straßenerhaltungsprogramm ein Realisierungsprogramm für Radwege vorlegen möchte, stieß bei allen Fraktionen auf große Zustimmung.