Bald Geschichte wird dieser Blick auf das bisherige Wildparkstadion sein. Der Gemeinderat hat mit seinem Beschluss am Dienstagabend einen Schlusspunkt unter eine jahrzehntelange Debatte gesetzt und den Oberbürgermeister zu einem Vertragsabschluss mit einem Baukonzern ermächtigt. | Foto: privat

Informationen der BNN

Baukonzern BAM soll neues Wildpark­stadion errichten

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Mit einer klaren kommunalpolitischen Mehrheit hat der Karlsruher Gemeinderat die Weichen für den Neubau des Wildparkstadions gestellt. Mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und Vertretern kleinerer Gruppierungen gegen das Votum von Grünen, Linken AfD und Teilen der Kult-Fraktion hat OB Frank Mentrup das Verhandlungsmandat bekommen, mit dem von der Stadt favorisierten Bewerber für den Neubau des Fußballstadions allerletzte Verhandlungen zu führen.

Dafür gibt es noch ein Zeitfenster von wenigen Tagen bis zur endgültigen Vertragsunterzeichnung.

Baukonzern BAM wurde nach BNN-Informationen auserkoren

Nach Informationen der BNN handelt es sich bei dem von der Stadt auserkorenen Bieter um den Baukonzern BAM mit Deutschlandsitz in Stuttgart. Als Tochter der niederländischen Royal BAM Group mit einem Jahresumsatz von über acht Milliarden Euro gehört das Unternehmen zu einem der größten Baukonzerne Europas.

Im Stadionbau hat das Unternehmen einige Referenzprojekte. So stammt die Opel Arena in Mainz von BAM, sie wurde 2011 erbaut. 2009 stellte das Unternehmen das Stadion von Dynamo Dresden fertig, ebenso 2009 die Fußballarena in Augsburg. Beteiligt war sie auch beim Umbau der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart in ein reines Fußballstadion von 2009 bis 2011. In Karlsruhe hat sie soeben den Rohbau für das große neue zentrale Bettenhaus für das Städtische Klinikum erstellt.

Zuletzt waren nur noch zwei Bieter im Rennen. Überhaupt hatten sich zu Beginn des Bieterverfahrens vor eineinhalb Jahren nur eine Handvoll Unternehmen beworben, was die Stadt überrascht hatte. Wegen europarechtlicher Vorgaben verlief die Vergabeentscheidung anonymisiert.

Der Profifußball gehört zu dieser Stadt und dieser Region

OB Mentrup erneuerte sein Bekenntnis zum Stadionneubau: „Der Profifußball gehört zu dieser Stadt und dieser Region“, machte Mentrup deutlich. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, brauche es ein neues Stadion. Ingo Wellenreuther, Präsident des Karlsruher SC, sagte den BNN: „Das ist ein guter Tag für Karlsruhe. So haben wir jetzt die Chance, im Profifußball weiter mitzumischen.“

Notartermin am 26. Oktober

Am 26. Oktober haben Stadt und KSC einen Notartermin, um die Verträge vom November 2016 anzupassen. Bereits in der ersten Novemberwoche sollen die Vorarbeiten beginnen. Es ist bereits eine Firma beauftragt, die die Wälle beseitigt und auf Weltkriegsschutt untersucht, die Gegentribüne abreißt und Provisorien errichtet.

Ebenfalls Anfang November soll der Vertrag mit dem Generalunternehmer unterschrieben werden. Bei einem Bürgerforum am 22. November soll dann der Stadionentwurf bekannt gemacht werden.