Kräne
Hochbetrieb in der Flaute: In der Kriegsstraße ragen die Stahlgeflechte der starken Lastenheber in den blauen Frühlingshimmel. Der Autotunnel wächst dank des unveränderten Einsatzes der Arbeiter und Ingenieure planmäßig. | Foto: jodo

Kombilösung

Baustellen an der Kriegsstraße dauern voraussichtlich bis Ende 2021 an

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Ausgerechnet der Stadtumbau läuft in der Coronakrise bislang störungsfrei. Während die Karlsruher mehr und mehr unter Einschränkungen des öffentlichen Lebens leiden und ihr Alltag schwer ins Stocken gerät, herrscht auf der Jahrhundertbaustelle Hochbetrieb: Gerade ist der nächste Riesenkran von 40 Meter Höhe nahe dem Bundesgerichtshof an die Kriegsstraße gesetzt worden.

Jetzt drehen sich acht Giganten entlang der Gruben an der über einen Kilometer langen Baustelle für den Autotunnel unter dem künftigen City-Boulevard. Im Sommer werden laut Kombi-Bauherr, der städtischen Tochter Kasig, sogar zehn Kräne an der Kriegsstraße stehen.

Ende 2021 soll Umbau der Kriegsstraße fertig sein

Sie sind die unübersehbaren Zeichen, dass die Umgestaltung der Kriegsstraße tatsächlich im Zeitplan liegt und zumindest derzeit trotz Coronakrise weiter forciert wird. So kann es noch gelingen. Ende 2021 rollen die Autos im City-Durchgangsverkehr durch den Tunnel, und die Straßenbahnen biegen am Karlstor auf die neue oberirdische West-Ost-Trasse der Innenstadt ein.

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„Noch, das gilt für den Augenblick, läuft der Betrieb auf allen Baustellen normal“, versichert Kasig-Pressesprecher Achim Winkel. „Wir haben wie immer einige Krankheitsfälle“, sagt er. Aber bislang sei keine Infektion mit dem Coronavirus bekannt.

Ursprünglich war Kombilösung für 2016 geplant

Auch der mächtig unter Zeitdruck stehende Innenausbau der U-Strab-Röhre komme momentan gut voran, erklärt Winkel. Für die U-Strab gilt immer noch die Inbetriebnahme Mitte 2021 offiziell als Ziel. Allerdings ist es auch gut möglich, dass man noch mindestens ein halbes Jährchen mehr braucht. An der U-Strab wird jetzt im elften Jahr gebaut, eigentlich sollten die Bahnen bereits Ende 2016 durch das Karlsruher Stollenwerk rollen.

Marktplatz
Vor der Stadtkirche sind die Marktplatz-Pflasterer angekommen. Die Nordhälfte um die Pyramide (links) glänzt schon mit hellen Granitplatten. Bis Herbst soll auch die Südhälfte fertig werden. | Foto: jodo

Arbeiter könnten wegen Corona ausfallen

Ob die vielen hundert Arbeiter auf den beiden Kombi-Baustellen auch in den nächsten Wochen und Monaten gut durch die Coronakrise kommen, ist allerdings ungewiss. In Zeiten der Pandemie schließen Europas Länder ihre Grenzen, sie rufen ihre Landsleute zurück oder schicken sie in Quarantäne. Und in den Gruben der Kriegsstraße malochen Menschen aus vieler Herren Länder am Autotunnel.

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Zum Beispiel die Eisenbieger, welche die Stahlbewehrung für die Bodenplatten, Wände und Deckel der Röhre flechten. Sie kommen aus Rumänen. Auch viele Balten und Bulgaren, Polen und Österreicher bauen an der Kombilösung für Karlsruhes Zukunft – so wie einst die Briganden, die Handwerker aus Italien, die Fächerstadt im 18. Jahrhundert aufbauten.

Ab April gibt es an der Karlstraße neue Baustellen

Da der Auto- und Straßenbahnverkehr durch weitere Einschränkungen in der Coronakrise derzeit von Tag zu Tag abnimmt, wirken sich die Tunnelbaustellen immer weniger als Staufallen aus. Allerdings müssen die Karlsruher vor allem am Karlstor große Umwege machen. Dort bringt der April voraussichtlich weitere Einschnitte. Ab 1. April für die Autofahrer und ab 20. April für den Gleisverkehr wird dort die Karlstraße komplett unterbrochen.