Zurück in die Wildnis heißt es für vier junge Elefanten, die in Udawalawe aufgepäppelt wurden. | Foto: Reinschmidt

„Elstners Reisen“

Bei den Elefanten Sri Lankas

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Gemeinsam mit dem Karlsruher Zoodirektor Matthias Reinschmidt und Elefantenexperte Brian Batstone  reiste Moderator Frank Elstner zu den Elefanten Sri Lankas. Die vierte Folge von „Elstners Reisen“ ist am Samstag, 7. Januar, ab 20.15 Uhr im SWR Fernsehen zu sehen. Vorab kam Elstner in den Karlsruher Zoo, verwöhnte Elefantenkuh Rani mit Bananen und sprach mit den Badischen Neuesten Nachrichten nicht nur über den Film, sondern auch über Tierliebe, seine Spinnenphobie und ganz große Momente auf der Reise. Und freilich auch über Elefanten:  „Elefanten sind unglaublich Respekt einflößende Tiere, nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihre ungewöhnliche Körperform. Den Rüssel möchte man immer streicheln oder sich mit ihm unterhalten – er bewegt sich so, wie wenn der Elefant 1 000 Köpfe hätte“, findet Frank Elstner. Und Matthias Reinschmidt meint:  „Elefanten sind unglaublich charismatische Tiere. Jeder ist überwältigt, wenn er neben einem ausgewachsenen Elefanten steht. In Pinnawala sind 50, 60 Elefanten auf der Straße an uns vorbeigelaufen, zur Tränke in den Fluss. Da wird man sehr ehrfürchtig.“

Treffen mit Tierrettern

„Ich habe das Glück, Reisen zu machen zu Stellen in der Welt, wo man sich mit Tierrettern treffen kann – mit Menschen, die sich beispielhaft einsetzen“, erklärt Elstner im Gespräch mit den BNN. Ziel der Reihe sei aber nicht, „schöne Filme“ zu drehen, stellt er klar. „Wenn man sich mit Tieren auseinandersetzt, dann gibt es auch negative Seiten“, sagt er. So kommen im Film auch Menschen zu Wort, die durch Elefanten ein Familienmitglied verloren haben. Vielmehr sei beabsichtigt, die Zuschauer zum Nachdenken anzuregen. „Wir bewerten auch nicht, was wir gesehen haben“, fügt Reinschmidt an. „Wir überlassen dem Zuschauer die Einschätzung.

Beginn mit blauen Papageien

Über den Karlsruher Zoochef ist Elstner des Lobes voll: „Er kann nicht nur immer wieder alle meine Fragen beantworten – er hat auch die wunderbare Gabe, sich so klar und deutlich auszudrücken, dass man es versteht“, findet der Moderator. Zusammengefunden haben die beiden dank blauer Papageien: Reinschmidts Nachzucht eines Spix-Aras, der in der Natur als ausgestorben gilt, brachten den Papageien-Experten, so Elstner, „auf die erste Seite in Tageszeitungen von Japan bis Amerika“. Und schließlich auch in Elstners Talkshow „Menschen der Woche“. Aus diesem Zusammentreffen und der gegenseitigen Hochachtung resultiere die erste Folge von „Elstners Reisen“: Gemeinsam brachten sie zwei blaue Papageien – einen Spix- und einen Lear-Ara – für ein Zuchtprogramm nach Brasilien und besuchten das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Spix-Aras. „Der Film kam beim Publikum und beim Sender gut an, also machten wir weiter“, schildert Elstner. Zu den Orang-Utans Borneos und nach Australien zu Koala und Co. führten weitere gemeinsame Filmreisen – und nun zu den Elefanten Sri Lankas. Weitere Folgen sind denkbar. „Vorschläge gibt es genug“, konstatiert der Moderator.

Spinnenphobie überwunden

War die erste Reise für Elstner noch in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung, ist er inzwischen abgeklärt, was Insekten und insbesondere Spinnen angeht. „Ich habe immer Matthias vorgeschickt, damit er nachsieht, ob da vielleicht eine giftige Kröte oder eine gefährliche Spinne sitzt“, erzählt er schmunzelnd. „Wenn man aber sieht, wie Matthias mit Tieren umgeht, dann färbt dies langsam, aber sicher ab“, findet Elstner. „Zwar wollte ich die große Kröte, die angeblich die Insekten wegisst, nicht im Zimmer haben“, räumt er ein, „es ist Matthias Reinschmidt aber gelungen, mir meine Spinnenphobie zu nehmen.“

Bambi und ein Salamander

Und doch war dem heute 74-jährigen Radiomacher, Fernseh-Showmaster und Erfinder vieler TV-Formate die Tierliebe eigentlich in die Wiege gelegt. Nicht nur, dass er als Zehnjähriger dem Bambi seine Stimme gab: Hunde und Katzen hatte seine Familie immer, erklärt er. Er berichtet vom cleveren Puck – dem ersten Haustier der Familie, der als früherer Zirkushund sogar einen Salto rückwärts konnte – sowie einem Feuersalamander, mit dem er sich als Kind hinter dem Sofa versteckte. Und als die Familie gerade nach Baden-Baden gezogen war, half Elstner eine Kuh, die neuen Mitschüler zu beeindrucken. „Ich hatte bei einer Tante auf dem Bauernhof Melken gelernt – und das führte ich bei einem Klassenausflug zur Hornisgrinde vor“, erzählt der Moderator.

Lob für Karlsruher Konzept

Ebenfalls mit einem Klassenausflug kam Frank Elstner erstmals in den Karlsruher Zoo – den er heute nicht nur wegen seines „Patenkindes“, dem weißen Känguru Frank, schätzt. „Gerade bei den Elefanten hat der Karlsruher Zoo einen Weg gefunden, der ihn einmalig macht und der den Elefanten wirklich hilft“, lobt Elstner das Karlsruher Konzept für alte Elefantenkühe. „Ich habe noch keinen Zoo gesehen, der so eindrucksvoll an dem Thema arbeitet, wie man den Tieren noch zu ein paar schönen Jahren verhelfen kann.“

Bulle in freier Wildbahn

Auf Sri Lanka besuchten Elstner und Co. ebenfalls ein „Altersheim“ für Elefanten. Ehemalige Arbeitselefanten leben nun in einem Camp, wo Touristen ihnen begegnen, sie waschen oder auf ihnen reiten können. „Es geht ihnen nun mit Sicherheit besser, als irgendwo angekettet“, warnt Reinschmidt vor einem vorschnellen Urteil. „Auch bei uns gab es Arbeitsochsen, die angekettet waren und den Pflug ziehen mussten“, gibt Elstner zu bedenken. Auch Tempelelefanten lernten die beiden kennen, erlebten eine buddhistische Elefantenprozession, beobachteten Elefanten in freier Wildbahn und kamen selbst einem Bullen dabei sehr nahe. Beeindruckend sei aber die gesamte Fauna des Inselstaates südöstlich von Indien, findet Reinschmidt. „Sri Lanka ist voller Wildtiere, weil sie nicht bejagt werden – das gibt der Buddhismus vor“, erklärt er. Wasserbüffel, Axishirsche, viele Affen, Krokodile, einen Leoparden und Hunderte Vogelarten habe er beispielsweise gesehen.

Frank Elstner, Brian Batstone und Matthias Reinschmidt waschen einen Elefanten in einem Camp für frühere Arbeitstiere.
Ganz nah kamen Frank Elstner, Brian Batstone und Matthias Reinschmidt Elefanten in einem Camp für frühere Arbeitstiere. Touristen können die Tiere dort waschen oder auf ihnen reiten. | Foto: Reinschmidt

Elefanten-Waisenhaus

Durch den ganzen Film begleitet das Team das Projekt von Udawalawe: 50 kleine Elefanten, die Waisen sind oder verletzt waren, leben mehrere Jahre in der Station und lernen voneinander, bis sie 900 Kilogramm wiegen und ausgewildert werden können. „Die Tiere werden aber nicht verhätschelt, sie bekommen alle drei Stunden ihre Flasche, in der Nacht alle vier Stunden, aber das ist der einzige direkte Kontakt“, schildert Reinschmidt. „Wenn sie die Menschen zu positiv kennenlernen, dann werden sie Tiere, die in Siedlungen gehen und keine Distanz zu Menschen haben.“

Vier Elefanten ausgewildert

Dabei war das Team auch, als es für vier junge Elefanten zurück in die Natur ging – ein ganz besonderer Moment, sind sich Reinschmidt und Elstner einig. Die vier Elefanten tragen Halsbänder mit einem Sender, so dass die Projektleiter ihren weiteren Weg verfolgen können. Auch der Karlsruher Zoo hat, wie der federführende Zoo Köln und die Tiergärten Heidelberg und Wien, durch Spenden eines der 3 800 Euro teuren Halsbänder finanziert. Und wird das Artenschutzprojekt weiter unterstützen, kündigt Reinschmidt an. „Wir hatten das große Glück, das 16. Kalb zu sehen, das ein ausgewildertes Weibchen in der Natur zur Welt brachte“, berichtet er. „Das war das absolute Highlight – und die Bestätigung, dass wir ins richtige Projekt investiert haben.“

Glücksgefühle löste dieses Elefantenkind bei allen Beobachtern aus: Seine Mutter wuchs in der Auffangstation auf und wurde erfolgreich ausgewildert.
Glücksgefühle löste dieses Elefantenkind bei allen Beobachtern aus: Seine Mutter wuchs in der Auffangstation auf und wurde erfolgreich ausgewildert. | Foto: Reinschmidt

Sendetermin

„Elstners Reisen – die Retter der Elefanten“, Samstag, 7. Januar, 20.15 bis 21.45 Uhr, SWR Fernsehen.

BNN-Redakteurin Susanne Jock beginnt einen Satz, Frank Elstner führt ihn zu Ende:
In Karlsruhe… „haben meine Eltern am Kammertheater gespielt. Bei ,Geschlossene Gesellschaft’, als das Publikum als Gag tatsächlich eingeschlossen wurde, vergaß mein Vater einmal, rechtzeitig wieder aufzuschließen. Das gab großen Aufruhr“.
Die Badischen Neuesten Nachrichten… „wurden 1964 in Baden-Baden von einem wunderbaren Journalisten geführt. Herr Eschemann brachte mir in meinem Volontariat in vielen persönlichen Gesprächen bei, was beim Schreiben wesentlich ist“.
Der Karlsruher Zoo...„hat mit Matthias Reinschmidt einen der empathischsten Tierexperten auf der ganzen Welt“.
Matthias Reinschmidt… „hat einen tollen Zoo“.
Artenschutz… „ist wichtiger denn je: Es sterben jeden Tag Tiere aus, und je länger wir das verhindern können, je mehr können wir hoffen, dass unsere Kinder auch noch die Tiere kennenlernen, die für uns selbstverständlich waren“.