Biologin mit Doktortitel und begeisterte Theaterfrau ist Larissa Kaufmann. Sie führt sein zehn Jahren das Karlsruher Amateurtheater "Die Käuze" in der Waldstadt. Eine Aufgabe, auf der sie ihrem Vater nachfolgte. Charly Kaufmann, ein berühmter Karlsruher und deutsche Sportlegende, starb am 1. September 2008. | Foto: lie

Theaterchefin Larissa Kaufmann

Bei den „Käuzen“ zu Hause

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Das Autokennzeichen ihres „Mini“ beginnt, natürlich, mit der schönen Buchstabenfolge KA-UZ. Ein tierisches, sprechendes Nummernschild muss es sein für Larissa Kaufmann. Wobei es ansonsten komisch wäre, würde sie einen einzelnen Kauz herausstellen. Es müssen mehrere sein. „Die Käuze“ heißt schließlich jenes Theater in Karlsruhe, das bei der jungen Frau schon immer eine tragende Rolle spielte. „Ich stand schon mit zwei Jahren auf der Bühne unseres Kellertheaters und es ist wirklich schon immer, ja, wie ein zweites Wohnzimmer für mich“, bekennt die 33-jährige Biologin.

Theaterleitung von ihrem Vater Charly Kaufmann übernommen

Bereits seit zehn Jahren leitet sie jenes Amateurtheater in der Waldstadt, das ihr Vater 1967 gründete, der berühmte Karlsruher Karl Kaufmann. Eine deutsche Sportgröße, den alle nur Charly nannten. Vor fast genau zehn Jahren, am 1. September 2008, starb der Tenor, Schlagersänger, Leichtathlet, Lehrer und Theatermensch. Bei den Olympischen Spielen 1960 von Rom sprintete er zu Silber über 400 Meter und mit der Staffel. Larissa, die Tochter aus zweiter Ehe, pflegt auch in den Theaterräumen die Erinnerung. „ In den ersten Jahren allein hier habe ich schon überlegt beim Spielen und Inszenieren: Wie würde es ihm gefallen?’.“

Beim Spiel fällt aller Stress ab

Larissa Kaufmanns Mutter Sabine ist übrigens eine wichtige Frau hinter den Kulissen des Theaters mit erfolgreichen Stücken für Kinder und Erwachsene. Die vielen Mit-Käuze waren froh, dass sich damals eine 23-jährige Studentin den Vorsitz des Vereins zutraute. Ihr Organisationstalent trug dazu bei, dem Theater mit 80 Plätzen eine feste Rolle im Kulturangebot zu erhalten. Heitere Stücke werden mit Profi-Regisseuren einstudiert. „Am meisten Spaß macht es mir noch immer, selbst mitzuspielen, wie jetzt in der Komödie ’Drei Männer im Schnee’ von Erich Kästner, das wir auch bei der bevorstehenden Theaternacht zeigen. Wenn ich mich ganz aufs Spiel konzentriere, fällt aller Stress des Alltags ab.“

Sie führt Regie bei den Märchenstücken

Die Magd Toinette in Molières „Eingebildetem Kranken“ war eine Lieblingsrolle von ihr. Viele Abendstunden und Wochenenden verbringt die KIT-Angestellte im Käuze-Theater. Schließlich inszeniert sie selbst jeden Herbst ein Märchenstück, demnächst „Aschenputtel“. Den vielen jungen Akteuren bringt sie vor allem Disziplin und Sicherheit bei – „und dann schaue ich noch, was jedes Kind aus sich selbst heraus einbringen kann.“  Ausflüge in der Region oder längere Städtereisen mit dem Partner, wie gerade nach Wien, schätzt sie in Freizeit oder Urlaub. Von unterwegs bringt sie sich manchmal noch Tiere für eine alte Sammlung mit. „Aber nur die mit schiefen Gesichtern und krummen Nasen.“ Ausnahmsweise sind es mal keine Käuze. Sondern Teddybären.

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Larissa Kaufmann, Jahrgang 1985, besuchte in Karlsruhe die Eichendorffschule und das Otto-Hahn-Gymnasium. In ihrer Heimatstadt, wo sie auch Leichtathletik betrieb, studierte sie Biologie und erwarb den Doktortitel. Nun arbeitet sie am KIT im Wissenschaftsmanagement für Doktoranden. Als ihr Vater Carl Kaufmann 2008 starb, übernahm sie die Leitung des von ihm gegründeten Theaters „Die Käuze“. Sie wohnt mit ihrem Freund in Eggenstein.