Pauline Schäfer auf dem Schwebebalken. An diesem Gerät holte die Bundesliga-Turnerin der TG Karlsruhe-Söllingen im Oktober den WM-Titel. | Foto: dpa

Entscheidung bei Turnerinnen

DTL-Finale: Wieder Stuttgart – oder doch Karlsruhe?

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Feuriges Finale 2017: Beim Endkampf der Deutschen Turnliga (DTL) am Samstag, 2. Dezember, in der Ludwigsburger MHP-Arena versucht die TG Karlsruhe-Söllingen mit Balken-Weltmeisterin Pauline Schäfer dem Dauer-Titelgewinner MTV Stuttgart einzuheizen.

Dauer-Meister Stuttgart „Feuer unterm Hintern machen“

Vor Rundenbeginn in der Frauen-Bundesliga hatte die Kunstturn Region Karlsruhe (KRK) für einen Paukenschlag gesorgt. Mit der Verpflichtung der Chemnitzer Top-Turnerinnen Pauline Schäfer (WM-Dritte 2015, Weltmeisterin 2017 am Schwebebalken) und Sophie Scheder (Olympiadritte von Rio 2016 am Stufenbarren), dazu Talent Helene Schäfer, für ihre Bundesliga-Mannschaft TG Karlsruhe-Söllingen, wollte der viermalige Vize (2016, 2015, 2013, 2009) dem Dauer-Meister MTV Stuttgart „Feuer unterm Hintern“ machen.

Nach den drei Bundesliga-Wettkampftagen in Waging, Heidenheim und Dresden blieb es allerdings bei der traditionellen „Hackordnung“: Stuttgart geht als Erster vor der TG Karlsruhe-Söllingen, der TG Mannheim und dem Überraschungsvierten TSG Steglitz ins finale Duell um die deutsche Mannschafts-Meisterschaft am 2. Dezember in Ludwigsburg. Kann der Herausforderer mit Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer dann dem Titelverteidiger MTV Stuttgart so richtig einheizen – und an der Vormachtstellung des Seriensiegers rütteln?

TG Karlsruhe-Söllingen schon viermal Vize

Tatjana Bachmayer lacht. Die ehemalige KRK-Cheftrainerin ist seit diesem Jahr Sportliche Leiterin im Rudi-Seiter-Turnzentrum und betreut mit Coach Chris Lakeman die Bundesliga-Riege. „Ob wir Stuttgart Angst machen können? – Ich weiß es nicht“, sagt sie. „Wir werden aber mit dem bestmöglichen Team nach Ludwigsburg fahren.“ Zum zweiten Mal nach 2016 findet das Finale der Deutschen Turnliga, kurz DTL, in der dortigen MHP-Arena statt. Da wurde die TG Karlsruhe-Söllingen, wie auch schon in den Jahren 2015, 2013 und 2009 Vize-Meister.

Stuttgart an allen drei Wettkampftagen vorne

Mit dem „Feuer unterm Hintern machen“ klappte es bei den Liga-Wettkämpfen nur bedingt. Vergangenes Wochenende in Dresden ärgerten die Badenerinnen die Schwäbinnen beim Sprung und stellten das beste Team. In der Gesamtwertung sind sie aber auch da nicht vorbeigekommen. Stuttgart entschied alle Wettkampftage, teils deutlich, für sich; die TG Karlsruhe Söllingen wurde zweimal Zweiter und einmal Dritter.

Herausforderinnen mussten Ausfälle wegstecken

„Wir hatten immer Ausfälle wegzustecken – und dann kommt es anders als geplant“, verdeutlicht Tatjana Bachmayer. So fehlte Maike Enderle nach einer Fuß-OP zum Rundenauftakt. Leah Grießer war beim zweiten Durchgang nicht dabei. Pauline Tratz ging nach dem Abitur im Sommer in die USA. Und Pauline Schäfer sind nach ihrem WM-Coup Anfang Oktober in Montreal die Strapazen immer noch anzumerken. „Sie ist noch nicht bei hundert Prozent. Da müssen wir Rücksicht nehmen“, sagt Bachmayer.

„Aber Stuttgart ist in einer ähnlichen Situation wie wir“, macht Karlsruhes Sportliche Leiterin Tatjana Bachmayer deutlich. „Bei ihnen stellt sich die Frage: Wie fit wird Tabea Alt im Finale sein.“  Die 17-jährige Ludwigsburger Lokalmatadorin in Reihen des MTV war ebenfalls bei der WM; und holte Bronze am Schwebebalken.

TG-Riege will zumindest Platz zwei verteidigen

„Ziel ist, Stuttgart Paroli zu bieten. Einfach wird’s nicht“, sagt Tatjana Bachmayer. Aber mit Pauline und Helene Schäfer, mit Maike Enderle, Leah Grießer, Isabelle Stingl und Emma Höfele (die in Dresden einen starken Vierkampf absolvierte und in der Einzelwertung Dritte wurde) habe man einen großen Kader. „Wir wollen in der MHP-Arena gute Übungen zeigen – und zumindest den Vize-Titel verteidigen“, betont Bachmayer.

Für KRK-Coach Lakeman erstes DTL-Finale

„Unser Fokus ist darauf gerichtet, an jedem Gerät den bestmöglichen Job zu machen, um überhaupt eine Chance zu haben, das Finale zu gewinnen“, erklärt KRK-Coach Chris Lakeman. „Ohne fehlerfreie Übungen wird es nicht möglich sein, erfolgreich zu sein“, betont der US-Amerikaner, für den das DTL-Finale zugleich „eine großartige, neue Erfahrung“ ist. Lakeman: „Ich bin total gespannt, das alles zum ersten Mal zu erleben.“

KTV Straubenhardt Titelverteidiger bei Männern

Bei den Männern machen der Liga-Erste, Titelverteidiger KTV Straubenhardt mit Nationalturner Marcel Nguyen, und die Zweitplatzierte TG Saar den deutschen Mannschaftsmeister unter sich aus. Die KTV Obere Lahn um Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat den Traum vom zweiten Einzug ins große DTL-Finale nicht verwirklichen können. Die Hessen kämpfen stattdessen gegen den MTV Stuttgart um Platz drei.

Finale der Deutschen Turnliga (DTL), Samstag, 2. Dezember, MHP-Arena Ludwigsburg:  – 13.30 Uhr: Eröffnungsfeier; – 14 Uhr, Frauen: Mit MTV Stuttgart, TG Karlsruhe-Söllingen, TG Mannheim, TSG Steglitz; – 18 Uhr, Männer: KTV Straubenhardt – TG Saar (Endkampf um den Titel); KTV Obere Lahn – MTV Stuttgart (Kampf um Platz drei); – Kartenvorverkauf: www.easyticket.de