Die Hottscheck-Hexen führen am Sonntag den traditionellen Narrensprung in Grötzingen an. Der alemannische Umzug mit 66 Fußgruppen startet um 14.11 Uhr und zieht durch den engen Ortskern des Malerdorfes. | Foto: jodo

Fastnacht in Karlsruhe

Beim Grötzinger Narrensprung sind die Hexen los

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Narri Narro! Das Malerdorf Grötzingen bereitet sich auf den närrischen Höhepunkt in seinem Fastnachtskalender vor. Beim Grötzinger Narrensprung am Sonntag, 17. Februar, werden rund 1500 Hästräger und Musiker die Alemannische Fasnachtstradition im historischen Ortskern aufleben lassen und fröhlich gegen die letzten Winterwochen anlärmen.

Grötzinger Narrensprung startet um 14.11 Uhr

Ab 14.11 Uhr ziehen Guggenmusiker, Hexen, Teufel, Feurige Männer und andere schaurige und fröhliche Gestalten durch Grötzingen. Organisiert wird der überregional bekannte Umzug von einem Team um Dirk Tallafuss von den Grötzinger Hottscheck-Hexen.

Die Hottscheck-Hexen empfangen 66 Gruppen

Nach dem Teilnehmerrekord im vergangenen Jahr – zur Feier ihres 50. Geburtstags empfing die Hottscheck-Zunft ausnahmsweise 77 Zuggruppen mit rund 1 800 Mitwirkenden – sind diesmal 66 Fußgruppen angemeldet. Dabei halten sich Hästräger und Musikgruppen die Waage. Ginge es nach den Anfragen, wären es deutlich mehr Teilnehmer. „Aber es muss für uns zu händeln sein, zudem ist die Strecke relativ kurz. Deshalb haben wir in der Regel zwischen 60 und 70 Gruppen“, sagt Claudia Dopf-Wallerstein, seit 25 Jahren selbst Hottscheck-Hexe und für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Zunft zuständig.

Veranstalter erwarten mehr als 10000 Zuschauer

Mehr als 10 000 Zuschauer werden zu dem Spektakel am Sonntagnachmittag erwartet – bei sonnigem Frühlingswetter, wie die Meteorologen vorhersagen. Der Großteil der Gruppen kommt aus der Region, einige haben aber auch eine längere Anfahrt – etwa die „Kähler Rinhäxe“ aus Kehl, die Otterbachhexen aus Leimersheim und die Hutschelhexen aus Bad Bergzabern. Nach langer Zeit wieder in Grötzingen dabei ist die Narrenzunft Otterschwierer Leimewängscht aus Ottersweier.

Moderation an der Begegnungsstätte Grötzingen

 

Moderiert wird der Narrensprung von Uwe Reiser von der Hottscheck Narrenzunft und Peter Klemm von der KG Fidelio, die von der Bühne an der Begegnungsstätte, die Gruppen begrüßen und vorstellen. Der Narrensprung startet in der Mühlstraße, läuft über das Oberviertel und die Niddastraße bis zur Begegnungsstätte und biegt dort rechts in die Büchelbergstraße ab. Dort löst sich der Zug dann auf. Baden TV zeichnet den Umzug auf und überträgt ihn am Montag, 18. Februar, ab 18.11 Uhr im Fernsehen.

Jugendschutzteams und Kontrollen an den Zugangsstrassen

Beim Thema Sicherheit greifen Veranstalter, die Stadt und Polizei auf das bewährte Konzept vom Vorjahr zurück. Barrieren werden das Narrenvolk im Ortskern schützen. An den Zugangsstraßen finden Kontrollen statt. Es werden Jugendschutzteams patrouillieren. Dass man damit Alkoholmissbrauch durch Jugendliche jedoch komplett verhindert, glaubt Dopf-Wallerstein indes nicht. Man könne damit lediglich das Gröbste ausschließen. Die Jugendlichen finden trotzdem ihre Wege. Erste Hilfe finden Besucher an SOS-Stationen entlang der Strecke. Die Veranstalter raten Besuchern zudem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, da die Parkplätze sehr begrenzt sind.

Es geht uns um die Brauchtumspflege

An den Kontroll- und Zugangspunkten bietet die Hottscheck-Zunft Motivbuttons zum Preis von zwei Euro an – der Kauf ist freiwillig. Die Kosten für das Großereignis sind hoch – „vor allem für die Security und die Sanitätsdienste“, sagt Dopf-Wallerstein. „Rein aus betriebswirtschaftlichen Aspekten müssten wir das bleiben lassen. Uns geht es aber um die Tradition und Brauchtumspflege – der Narrensprung ist der einzige alemannische Umzug in Karlsruhe.“

Bierbrauer Rudi Vogel vor dem Narrengericht

Das närrische Treiben startet am Sonntag bereits im 11.11 Uhr. Die Ehrenhexen der Zunft stürmen das Rathaus, legen Ortsvorsteherin Karen Eßrich und den Ortschaftsrat in Ketten und „treiben“ sie auf den Rathausplatz, wo Zunftmeister Uwe Herbold den Rathausschlüssel an sich nimmt. Um 12.11 Uhr tagt dann das Narrengericht unter dem Vorsitz von Peter Schwall vor dem Rathaus. Vor den Kadi kommt der Brauer und Gastronom Rudi Vogel, Chefankläger ist Thomas Tritsch. Im Anschluss an den Narrensprung geht das fastnachtliche Treiben vor dem Rathaus weiter: Ab etwa 15.30 Uhr spielen dort die Guggenmusikgruppen.