Der Karlsruher Kunstberg wird 125 Jahre alt. Eigentlich ist der 154 Meter hohe „Wasserhügel“, die höchste Erhebung der Kernstadt, nur die Hülle für den 3,2 Millionen Liter fassenden Behälter für die Wasserversorgung der schon damals sprunghaft wachsenden Fächerstadt.
Der Karlsruher Kunstberg wird 125 Jahre alt. Eigentlich ist der 154 Meter hohe „Wasserhügel“, die höchste Erhebung der Kernstadt, nur die Hülle für den 3,2 Millionen Liter fassenden Behälter für die Wasserversorgung der schon damals sprunghaft wachsenden Fächerstadt. | Foto: jodo

Jubiläen und Gedenktage 2018

Benz brachte die erste Lok nach Karlsruhe

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Das Jahr ist noch ganz jung: Der rechte Zeitpunkt also, um an Altes von Bedeutung – an längst Vergangenes oder noch immer Bestehendes aus der Stadtgeschichte – zu erinnern.

Nur noch 97 Jahre

Es sind zwar noch 97 Jahre bis zum 400. Stadtgeburtstag, aber auch 2018 bietet einige herausragende Jubiläen für Einrichtungen und Gebäude oder Gedenktage für Persönlichkeiten und Ereignisse.

Benz, der Lokomotivführer

Vor 175 Jahren hat Karlsruhe den Anschluss geschafft. Am 10. April 1843 wurde die Eisenbahnlinie zwischen Karlsruhe und Heidelberg eröffnet. Der erste Lokomotivführer, dessen dampfendes Stahlross in Karlsruhes Hauptbahnhof an der Kriegsstraße einlief, war übrigens Johann Georg Benz, der Vater von Carl Benz.

Nur drei Jahre später starb dieser Karlsruher Pionier an Lungenentzündung, vermutlich Folge der Arbeitsbedingungen. Der Lokführer Benz stand ohne den Schutz einer Kabine auf der zugigen Plattform, ausgesetzt Wind und Wetter, Ruß und Qualm.

Das Carl-Benz-Jubiläum kommt 2036

Damals war sein Sprössling Carl erst zwei Jahre alt. Diesem Karlsruher Sohn gelang dann mit der Erfindung des Automobils schienenlos 1886 der nächste Mobilitätsdurchbruch in der Menschheitsgeschichte der Neuzeit. Das Jubiläum „150 Jahre Auto“ kann die Fächerstadt folglich erst 2036 groß feiern. Dabei.., bis dahin sind es doch nur noch schlappe 18 Jahre.

 

Lessing-Gymnasium
GYMNASIUM FÜR MÄDCHEN: Mit dieser Neuerung sorgte Karlsruhe 1893 in Deutschland für Furore. Ab 1911 war das Lessing-Gebäude am Gutenbergplatz das dritte Schulhaus des schnell wachsenden Mädchen-Gymnasiums binnen 18 Jahren. | Foto: jodo

Dagegen liegt 1893 nun 125 Jahre zurück, was in der Fächerstadt die Erinnerung an zwei weitere Pioniertaten weckt: Im September 1893 begann das erste deutsche Mädchengymnasium in der Waldstraße 83 den Unterricht.

Mädchengymnasium wuchs schnell

Dies kann im „Fichte“ und im „Lessing“ besonders gefeiert werden. 1897 wurde mit dem Umzug von der Wald- in die Sophienstraße aus dem ersten Mädchengymnasium im ganzen Kaiserreich ein Zweig der Höheren Mädchenschule. Dort, am heutigen „Fichte“, bauten 1899 die ersten vier Schülerinnen ihr Abitur.

In der Pionierstadt der Emanzipation auf dem Bildungssektor nahm der Zug zu mehr Geschlechtergerechtigkeit schnell Fahrt auf. Die Schule in der Sophienstraße 14 in Karlstornähe, war bald zu klein. Bereits 1911 wurde der Neubau Sophienstraße 147 am Gutenbergplatz, der seitdem Lessing-Gymnasium“ heißt, bezogen.

 Vor 100 Jahren war der Krieg aus

Zwei historische Zäsuren, die auch in Karlsruhe tiefe Spuren hinterlassen haben, wird wegen runder Jahrestage gedacht: 100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs und 50 Jahre „Studentenrevolte 1968“.

Das Neue Ständehaus
DAS NEUE STÄNDEHAUS: Der Erinnerungsbau steht seit 25 Jahren an Stelle des Gebäudes, wo Anfang des 19. Jahrhunderts die deutsche Parlamentsgeschichte begann. | Foto: jodo

Nicht vergessen sei, dass im Lauterberg, also mitten im Zoo, vor 125 Jahren mit seinem gigantischen Wasserkessel im Innern die Trinkwasserversorgung der stark wachsenden Großstadt revolutionierte.

Ein kleines Jubiläum hat das Neue Ständehaus. Seit 25 Jahren steht die Teilnachbildung des ersten deutschen Parlamentsneubaus von 1822, der im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt worden war.

Die Stadtpolitik beginnt vor 300 Jahren

Nicht zu toppen ist aber letztlich noch ein 300. Geburtstag, den zumindest die Stadtpolitik festlich begehen wird. Am 24. November 2018 kann sie sich ganz groß selbst feiern; denn an jenem Nebeltag 1718 übernahmen der von 55 Bürgern gewählte Bürgermeister Johann Sembach und sechs ebenfalls vom damals kleinen Volk der Karlsruher Bürger gewählte Stadträte die Stadtverwaltung und Stadtgestaltung.

Franz Grashof
FRANZ GRASHOF, einer der Väter des wissenschaftlichen Maschinenbaus, starb vor 125 Jahren. | Foto: jodo

Der Maschinenbauer

Auch zwei Karlsruher Politikern wird 2018 wegen ihrer Todestage gedacht: Karl Mathy, dessen Namen eine Straße der Südweststadt trägt, starb vor 150 Jahren. Franz Grashof, auch ein großer Maschinenbauer der Technischen Hochschule Karlsruhe, ist der Namenspate der Straße zwischen „Helmholtz“ und Rathaus West. Er starb vor 125 Jahren.