Baustelle Bahnhof
EINE EINZIGE BAUSTELLE ist aus der einstigen Brache hinter dem Hauptbahnhof geworden. Schon reicht der Rohbau des Bürohauskomplexes teilweise bis in die fünfte Etage. | Foto: jodo

Bebauung „Hauptbahnhof-Süd“

Betongerippe schießt in die Höhe

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Der Bürohauskomplex der IT-Größe Ralph Dommermuth verändert  das zentrumsnahe Gelände Hauptbahnhof-Süd, Karlsruhes Stadteingang von Süden. Das Großprojekt macht derzeit in der Rohbauphase große Fortschritte. Der IT-Unternehmer will, dass dort bereits 2020 rund 1 500 Personen ihren Arbeitsplatz haben.

Acht Kräne drehen sich auf der Riesenbaustelle. Betonmischer rollen im dichten Takt hinter dem Hauptbahnhof vor. Eine rote Pumpe mit ewig langem Arm saugt den nächsten Lkw bei drehender Trommel aus und füllt die Fertigteil-Wandschalung, ganz oben auf dem schnell wachsenden Betonskelett.

Filet war abgehangen

Ein Vierteljahrhundert gingen auf dem von der städtischen Wirtschaftsförderung ständig angepriesenen „Filetstück“ überhaupt nichts. Dann biss der IT-Milliardär Ralph Dommermuth 2017 zu. Und die nun begeisterte Stadtverwaltung – angeführt von ihrer Wirtschaftsförderung – beeilte sich wie noch nie, um dem Großinvestor so schnell wie möglich das Baufeld zu bereiten.

Kein Wettbewerb

Auf den sonst in Karlsruhe für so ein Großbauprojekt an herausgehobener Stelle im Stadtbild üblichen Architektenwettbewerb wurde voll Dank für den Milliardär, der sich zum IT-Standort Karlsruhe bekennt, dankend verzichtet.

In Beschleunigung

Im Beschleunigungsverfahren, weil Dommermuth für seine Karlsruher IT-Adressen schon 2020 neue Räume in der Fächerstadt brauche, folgten Kaufvertrag, Baugenehmigung und Baggerbiss in wenigen Monatsschritten.

Geteilter Riegel

Im April 2018 wurde schon feierlich der symbolische Grundstein auf der Bodenplatte des Ostflügels gelegt. Seitdem wächst am „Hauptbahnhof Süd“ der Büropalast aus zwei um den Hintereingang zur Zentralstation symmetrisch angeordneten Riegelbauten mit jeweils 44 Meter hohem Eckturm.

Kräne beim Hauptbahnhof
DER HIMMEL HINTERM HAUPTBAHNHOF hängt voller Kräne: Der zweiteilige Riegel des Bürohauskomplexes, den der IT-Unternehmer Ralph Dommermuth auf dem Gelände „Hauptbahnhof Süd“ hochziehen lässt, nimmt im Rohbau Gestalt an. Dabei spielen derzeit acht Kräne eine Hauptrolle. Auch dank des Einsatzes vorgefertigter Schalungselemente kann man nun wöchentlich den Baufortschritt deutlich sehen. | Foto: jodo

In nur fünf Monaten hat sich die Szenerie am Südeingang der Kernstadt enorm gewandelt: Auf der Ostseite arbeiten die Maurer schon an der fünften Etage. Über 20 Meter hoch ragt der Bürokoloss bereits auf.

44 Meter im Frühling

Doch damit ist nicht ein Mal die Hälfte der Höhe beim ersten Bauabschnitt auf dem Dommermuth-Gelände erreicht. Spätestens im nächsten Frühjahr wird der Beton dort schon bis in 44 Meter Höhe sprießen – und die Karlsruher können schon über die vorläufig erreichten Ausmaße des Rohbaus staunen.

Fronten am Plätzchen

Der Riegel aus zwei Teilen hat jeweils die Abmessungen: 112 Meter Länge, 50 Meter Breite und maximal 44 Meter Höhe. So hoch werden die beiden Fronten zum von der Stadt zu gestaltenden Hinterplätzchen am Rückeingang des Hauptbahnhofs.

Zwölf Etagen

Die anschließenden Querriegel haben im Gegensatz zu den zwölfstöckigen Punktbauten nur vier Etagen. In den Gebäuden sollen 1 500 Menschen arbeiten. Dommermuth investiert laut seinem Bruder Rainer Dommermuth 145 Millionen Euro.

 

Hochhaus
DIE ZUKUNFT: So sieht es beim Hintereingang des Hauptbahnhofs in rund zwei Jahren aus. Der Rohbau hat bereits die fünfte der zwölf Etagen erreicht. | Foto: jodo

In späteren Bauabschnitten sollen nach dem Wunsch der Stadtplanung noch zwei Hochhäuser kommen – Wolkenkratzer werden es nicht. Mit jeweils rund 70 Meter Höhe befinden sie sich noch im Karlsruher Maßstab wie das Haus der Rentenversicherung beim Weinbrennerplatz und das Landratsamt an der Kriegsstraße.

Option auf Hochhaus

Für das östliche Hochhaus hat sich der Großinvestor Dommermuth, Chef von United Internet aus Montabaur im Nordzipfel von Rheinland-Pfalz, die Option gesichert. Für das zweite Hochhaus sucht die Stadt noch den Investor.

Keine Verzögerung

Rainer Dommermuth war am Dienstag nicht erreichbar. Die Karlsruher Wirtschaftsförderung bestätigt indes den Baufortschritt: „Der Verwaltung sind keine Verzögerungen bekannt. Der Zeitplan des Investors kann eingehalten werden.“ Den Richtfesttermin kenne die Stadt aber noch nicht.