Günter Schmidtke ist der Chef der IG Metall in Karlsruhe. Der Gewerkschafter lernte einst Lackierer bei der Firma Metz, dem Hersteller von Feuerwehrautos in seinem Heimatstadtteil Grünwinkel und arbeitete zehn Jahre in dem Beruf. Seit 2000 ist er hauptamtlicher "Metaller" und kümmert sich um 11 000 Mitglieder und Interessenvertretung in Betrieben. | Foto: lie

Günter Schmidtke

Bodenständiger Metaller

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Beim Straßenfest in Daxlanden sorgte er dafür, dass nicht zu viele Menschen sich auf einem Platz stauten. Beim Weihnachtsmarkt im Stadtteil unterstützt er die Kohlebucklerschaft bei der Brauchtumspflege. Und die sportlich bis meditative Freizeit verbringt er paddelnd auf den Altrheinarmen in der Nähe seines Stadtteils. Günter Schmidtke ist gern eingebunden in das Leben von Daxlanden, wo er im alten Teil mit Blick auf das die Insel Rappenwört wohnt. „Man kennt sich und hilft sich hier, das schätze ich sehr. Natürlich werde auch ich mal angesprochen, wenn jemand Probleme im Arbeitsleben hat“, erzählt der Chef der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Karlsruhe.

Er arbeitete als Lackierer bei der Firma Metz in Grünwinkel

Um 11 000 Mitglieder kümmern sich der 57-Jährige und sein neunköpiges hauptamtliches Team aus den Büros in der Ettlinger Straße. Und der Chef-Gewerkschafter ist persönlich zuständig für die konkrete Interessenvertretung in 20 Betrieben der Region Karlsruhe/Ettlingen. Als eines von sechs Geschwister einer Arbeiterfamilie, mit italienischen Gastarbeiterfamilien als Nachbarn, und in zehn Jahren als Lackierer bei Metz in Grünwinkel, dem Hersteller von Feuerwehrautos, hat Schmidtke gelernt, was Zusammenarbeiten und Konflikte lösen bedeutet. Solche Erfahrungen und ein ausgeglichenes Temperament erwiesen sich als hilfreich bei der Gewerkschaftsarbeit. „Ich habe von Anfang an versucht, den Menschen im Kollegen zu sehen und ihm gerecht zu werden. Gerade weil es verschiedene Interessen gibt und es hart zugehen kann in den Betrieben“, sagt Schmidtke.

Schwierige Gewerkschaftsarbeit in IT-Betrieben

Seit sechs Jahren nimmt die Mitgliederzahl seiner IG Metall bundesweit wieder zu. Aber in Karlsruhe und Umgebung mit den vielen IT-Betrieben und ihren Akademikern, ist es schwerer, gewerkschaftliche Solidarität schmackhaft zu machen. „Deshalb gehen wir verstärkt daran, schon an den Hochschulen unsere Arbeit vorzustellen. Und natürlich ist es manchmal eine zähle Sache, Betriebsräte aufzubauen“. Schmidtke ist bei allem ein nachdenklicher, aber immer positiv denkender und anpackender Mensch. Neue Ideen für die 1. Mai-Feier im Stadtgarten brachte er in den DGB ein.

Sein Sport ist das Kanufahren

Das SPD-Mitglied gehörte zu den Mitbegründern des globalisierungskritische Bündnisses attac in Karlsruhe. Er liest gern, beschäftigt sich mit Literatur und Philosophie, braucht aber ebenso die Bewegung in der Natur. Der Kanu-Club Maxau ist sein Sportverein. Schmidtkes Frau Sabine wirkt dort als zweite Vorsitzende. Die beiden Kinder sind erwachsen. „Wir gehen noch gern Wandern in der Pfalz und ich sammle auch Pilze“. sagt Schmidtke. Auch dabei erweist er sich als  kompetent,  gut vorbereitet und bodenständig.

 

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Der 1961 geborene Günter Schmidtke wuchs in Grünwinkel zusammen mit fünf Geschwistern auf. Seine Mutter war Hausfrau, sein Vater Maschinist auf dem Bau. Nach Schulbesuchen in Grünwinkel und Mühlburg sowie Abschluss der Mittleren Reife lernte Schmidtke bei der Firma Metz den Beruf des Lackierers und arbeitete zehn Jahre dort. Über eine Weiterbildung kam er zur hauptamtlichen Gewerkschaftsarbeit. Er war bei der IG Metall in Offenburg und wirkt seit 2000 in Karlsruhe, seit 2014 als Erster Bevollmächtigter, also geschäftsführender Chef. Zusammen mit seinem hauptamtlichen Team sind 11 000 Gewerkschaftsmitglieder zu betreuen.