Kommentar
Katzenjammer nach dem Grötzinger Narrensprung: Immer mehr Jugendliche trinken, bis sie den Notarzt brauchen. Kein Wunder, dass sich das böse Spiel jedes Jahr am Rand von Fastnachtsumzügen wiederholt, findet unsere BNN-Kommentatorin. | Foto: ©jd-photodesign - stock.adobe.com

Kommentar

Böses Spiel

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Närrisches Treiben verläuft nicht in geordneten Bahnen, das liegt in der Natur der Sache. Radau und Remmidemmi gehören dazu, wenn Hästräger die Straße erobern. Tausende Besucher des Grötzinger Narrensprungs erwarten genau dies, und die zwangsläufig nicht naiven Anwohner der Umzugsstrecke kennen es. Zudem gehört zu dem spätwinterlichen Brauch für viele auch, dass reichlich Alkohol fließt. Was aber am Rand des Grötzinger Narrensprungs – so wie regelmäßig bei jedem Fastnachtsumzug in Karlsruhe – passiert, lässt auch Erwachsene staunen, die früher selbst kein Kind von Traurigkeit waren.

Immer jünger, immer früher am Tag

Immer jünger, immer früher am Tag mit immer noch Hochprozentigerem unterwegs sind die Heranwachsenden, bevor sich (hoffentlich) Polizei und Jugendschützer, später Sanitäter und Notärzte um sie kümmern. Die kennen die schreckliche Seite des kindischen und bösen Spiels. Einziges Ziel: extra „sturz“betrunken werden. Zum Beispiel schon in der Bahn tanken und dann am Niddaplatz in die Blumenrabatten fallen, bevor der Umzug überhaupt startet.

Wo sind die Eltern?

Nahe liegt die Frage: Wo sind eigentlich die Eltern? Am Niddaplatz hätte es darauf viele individuelle, mehr oder weniger nachvollziehbare Antworten gegeben. Einsatzkräfte hingegen handeln nach einem Raster. Hielten sie ab sofort konsequent jeden stark betrunkenen Minderjährigen fest, bis ein verantwortlicher Erwachsener zum Abholen kommt – ich ahne, der allgemeine Aufschrei wegen „Freiheitsberaubung“ wäre groß.