Boxkenner mit Auge und Riecher: Jürgen Lutz, hier bei einem Boxkampf 2016, ist tot. | Foto: GES

Trainer von Regina Halmich

Boxkenner mit Auge und Riecher: Jürgen Lutz ist tot

Anzeige

Jürgen Lutz hatte ein riesiges Kämpferherz. Besonders hatte er eines für das Frauenboxen, für das er sich als einer der ersten im Lande stark machte und auch damit lebte, dass er dafür noch in den 1990ern milde belächelt wurde. Bestürzung löste nun weit über die hiesige Boxsportszene die Nachricht aus, dass das große Herz von Lutz aufgehört hat zu schlagen.

Der Entdecker und Förderer der früheren WIBF-Weltmeisterin Regina Halmich aus Karlsruhe verstarb am Donnerstag an den Folgen einer Herzerkrankung. Lutz, Inhaber des „Bulldog Gyms“ in Karlsruhe-Daxlanden, war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten in der Sportlandschaft, authentisch in seiner Art und bei seinen Schülern am Sandsack beliebt.

Regina Halmich trauert um Mentor Jürgen Lutz

Halmich erinnerte am Donnerstagabend in einem emotionalen Facebook-Post an ihren Mentor, Trainer und Manager. „Durch dick und dünn sind wir gegangen. Wir hatten Träume, Visionen, Ziele. So viele Steine wurden uns in den Weg gelegt. Aber du hast an mich geglaubt, mich gefördert und zur Weltmeisterin gemacht. Danke Jürgen, du bist ein ganz besonderer Mensch“, schrieb die 42 Jahre alte Halmich, die 46 ihrer 48 WM-Kämpfe zwischen 1994 und 2007 gewann.

„Eine wie Regina wird es nie wieder geben“, hatte sich der Entdecker Lutz am Ende der Karriere seines Schützlings festgelegt.

Deutscher Meister im Karate

Lutz selbst war früher deutscher Meister im Karate und später ein Boxkenner mit Auge und Riecher. Ein Menschenfänger, der wusste, wie man sie kriegte, die Zögerer und Zauderer. Unter anderem bereitete er den Wegen des Kickbox-Weltmeisters Klaus Nonnenmacher und Frank Scheuermann sowie des von ihm entdeckten Vincent Feigenbutz den Boden.

Daneben war Lutz Mitbegründer des WIBF (Woman International Boxing Federation) und Vizepräsident der GBU (Global Boxing Union).