Rekultivierung unterhalb des grüngebliebenen Festhügels: Aufwendige Aufbereitungsarbeiten laufen in der Ebene, wo die Fest-Hauptbühne steht, damit auf dem braunen Feld wieder Gras wächst.
Rekultivierung unterhalb des grüngebliebenen Festhügels: Aufwendige Aufbereitungsarbeiten laufen in der Ebene, wo die Fest-Hauptbühne steht, damit auf dem braunen Feld wieder Gras wächst. | Foto: jodo

Lang anhaltende Flurschäden

„Das Fest“ hinterlässt Wunden in der Klotze

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„Das Fest“ ist für Karlsruhe eine unbestritten große Sache. Das Festival lebt auch nach 35 Jahren nicht nur vom mit zehn Euro immer noch günstigen Ticket, sondern auch von seiner Bühne. Der „Mount Klotz“ und der städtische Park mit Alb und See sind die unverzichtbare Kulisse. Aber diese Feiertage in der 18 Hektar großen und 43 Jahre alten Grünanlage haben ihren Preis: An vielen Stellen wächst nach dem großen Fest kein Gras mehr.

Besonders schlimm hat es in dieser Saison den Rasen direkt unterhalb des Festhügels erwischt: Er existiert nicht mehr. Die ganze Zone ist ein umgepflügter Acker. Dort hat das Fest eine braune Wüste hinterlassen.

Schwere Maschinen als Verursacher

Verursacher sind weniger die tanzenden Besucher, die sich besonders vor der Hauptbühne drängen, sondern die schweren Maschinen für deren Aufbau. Ausgerechnet in der für die Bühnenarbeiter besonders heißen Phase unmittelbar vor dem Festbeginn weichte in diesem Jahr Starkregen die Klotz-Wiese auf – und die Lastwagen und schweren Ladefahrzeuge machten daraus Schlamm. Da konnten die städtischen Gärtner auch mit dem Glattziehen des Bodens nichts mehr retten. Bürgermeisterin Bettina Lisbach bestätigt „die großen Beschädigungen“.

Mit einer verbesserten Logistik kann man viel erreichen.

Bettina Lisbach

„Insgesamt ist die Günther-Klotz-Anlage gut weggekommen“, meint sie. Beispielsweise hat der Hügelhang selbst nach Einschätzung der Experten des Gartenbauamts kaum Schaden genommen.

Massenevents gut verkraftet

Überhaupt ist von Fachleuten zu hören, dass die Klotz-Anlage wie auch der Schlossgarten die Massenevents mit vielen Tausend Besuchern verkraften. „Extrem gelitten aber hat die Fläche vor dem Berg unter den Staplern mit Ackerstollenbereifung“, räumt sie ein. Würde man die Fahrzeuge für den Fest-Aufbau mit Rasenreifen versehen, könne der Schaden minimiert werden, meint man im Gartenbauamt. „Das kostet aber mehr Geld, was nicht im Fest-Budget enthalten und damit eine politische Entscheidung ist“, sagt Lisbach. „Mit einer verbesserten Logistik kann man viel erreichen“, bekräftigt Lisbach. Sie spricht sich für diese Möglichkeit aus. Überhaupt regt sie eine intensive „Manöverkritik“ der städtischen Event-Gesellschaft und des Gartenbauamts an. Auf der Ackerfläche am Fuß des Festhügels können die Karlsruher in diesem Sommer und Herbst nicht mehr liegen oder Ball spielen.

Klotze nur teilweise nutzbar

Seit dem Festaufbau ab Ende Juni ist die Klotze nur noch eingeschränkt nutzbar. So gesehen nimmt „Das Fest“ eigentlich Teile der großen Grünanlage mehr als ein halbes Jahr in Beschlag, bis dort wieder Gras über alle Wunden gewachsen ist.

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