Das Symbol auf Aimys Kenndecke zeigt Passanten, dass sie ein ausgebildeter Blindenführhund ist.
Das Symbol auf Aimys Kenndecke zeigt Passanten, dass sie ein ausgebildeter Blindenführhund ist. | Foto: Werry

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Bruno Bleier vom BBSV berichtet über seine Erfahrungen mit Blindenführhunden

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Mit Blindenführhunden kennt sich Bruno Bleier aus. Bis vor zwei Jahren war er Stellvertreter der Untergruppe für Blindenführhundehalter beim Badischen Blinden- und Sehbehindertenverein V.m.K. (BBSV) in Karlsruhe, bevor er diesen Posten nach eigener Angabe an Jüngere übergeben hat. „Ich war von Geburt an zu 100 Prozent blind“, erklärt der heute 71-Jährige. Schon seit vielen Jahren setzt er im Alltag auf die Unterstützung durch einen Blindenführhund. Seine aktuelle Begleiterin, Labradorhündin Aimy, ist der bislang vierte Gefährte an seiner Seite. Ursprünglich stammt Bruno Bleier aus Weisenbach im Murgtal. In der Klosterschule in Heiligenbronn (Schramberg) wurde er zur Schreibkraft und Telefonvermittlung ausgebildet. Achteinhalb Jahre lang arbeitete er in der Papierfabrik in Weisenbach. Am 1. Oktober 1974 nahm er schließlich seine Tätigkeit beim Finanzamt in Karlsruhe auf, wo er bis zur Rente arbeitete.

Artgerechte Haltung ist das A und O

Zu den Voraussetzungen für einen Helfer auf vier Pfoten zählt Mobilität, erklärt er: „Einen Stock kann man in die Ecke stellen, einen Hund nicht.“ Fit und beweglich genug müsse man sein, um mit dem Blindenführhund regelmäßig spazieren zu gehen. Ebenso sollten die Wohnverhältnisse passen. Artgerechte Haltung ist das A und O. Und zu guter Letzt müssen auch die anderen Familienmitglieder mit dem neuen Mitbewohner einverstanden sein. Der nächste Schritt ist ein Rezept vom Augenarzt für die Krankenkasse. Diese unterstützt die Anschaffung des Hundes. Der gekaufte Blindenführhund ist allerdings rechtlich Besitz der entsprechenden Krankenkasse. Je nach Preis der Schule beteiligt sich diese an der Finanzierung. „Ich hatte bislang noch kein Problem damit“, so der 71-Jährige.

Persönlicher Besuch in der Schule

Bevor man sich für einen Hund entscheidet empfiehlt Bruno Bleier einen persönlichen Besuch bei der entsprechenden Schule. „Gegenwärtig sind die Rassen Labrador und Golden Retriever bevorzugt“, berichtet er: „Mein Favorit ist der Deutsche Schäferhund, da dieser einen sehr starken Bezug zu seinem Hundeführer entwickelt.“ Allerdings sei diese Hunderasse durch Zucht anfällig für Probleme im Hüftbereich und andere Gesundheitsbeschwerden. Auch Königspudel und Riesenschnauzer können sich als Blindenführhunde eignen. Der Labrador überzeugt unter anderem durch seine Gutmütigkeit.

Für Bruno Bleier ist Labradorhündin Aimy eine große Unterstützung. Dank des speziellen Geschirrs bilden beide beim Spaziergang eine Einheit.
Für Bruno Bleier ist Labradorhündin Aimy eine große Unterstützung. Dank des speziellen Geschirrs bilden beide beim Spaziergang eine Einheit. | Foto: Werry

Einführung braucht Zeit

Mit dem ausgesuchten Hund zurechtzukommen, erfordert jedoch Zeit. „Ich hatte eine dreiwöchige Einführungsphase bei der Führhundeschule“, erklärt Bruno Bleier: „Der Hund ist immer dabei. Auch beim Schlafen im Hotelzimmer. Die Ausbilderin übt in dieser Zeit auch noch mit dem Hund.“ Bis aus Blindenführhund und Halter ein festes Gespann wird, dauert es im Schnitt allerdings etwa ein halbes Jahr: „Konsequenz ist dabei sehr wichtig. Und wenn der Hund am Arbeiten ist, sollte er nicht von Außenstehenden angesprochen oder durch Futter oder Streicheleinheiten abgelenkt werden.“ Neben dem speziellen Führgeschirr lässt sich ein Blindenführhund auf der Straße an einer so genannten Kenndecke erkennen. Für Bruno Bleier, der früher viel und gerne gewandert ist, war die Anschaffung eines Blindenführhundes eine große Bereicherung und ein guter Ansporn, um immer in Bewegung zu bleiben: „Da habe ich einen treuen Begleiter an meiner Seite. Für mich ist der Hund auch ein Gesundheitstrainer.“

Weitere Informationen und Beratung zum Thema Blindenführhunde sind auch bei Günter Prestel vom BBSV unter der Telefonnummer 0 72 55 / 15 55 sowie auch unter der E-Mail-Adresse info@bbsvvmk.de erhältlich.

In der Beilage "Handicaps" finden sich viele hilfreiche Informationen für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige.
In der Beilage „Handicaps“ finden sich viele hilfreiche Informationen für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. | Foto: denys_kuvaiev /Adobe Stock / Jérome Rommé / Adobe Stock

Weitere Artikel und Informationen zum Thema Handicaps finden Sie in der aktuellen Beilage der Badischen Neuesten Nachrichten.