Eine neue Bürofront mit Läden will der Nahverkerhskonzern an der Durlacher Allee bauen.
STADTEINGANG von Osten: In vier Jahren kann die Durlacher Allee Höhe Tullastraße (hinten links) diesen Anblick bieten, wo heute das alte Depot zu sehen ist. | Foto: AVG

Nahverkehrskonzern baut um

Büroriegel statt Wagenhallen im Karlsruher Osten

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Das alte Depot der Straßenbahn an der Tullastraße verschwindet. Zunächst entsteht dort ein massiger Gebäudewinkel.

Die 18 Meter hohe Bürofront mit Ladenzeile riegelt ab 2021 die alten Hallen des Betriebshofs ab. Er befindet sich seit  1899  an der Durlacher Allee.

Später werden die  Schlafhallen mehrerer Straßenbahngenerationen abgerissen. Dann wird auch die Innenfläche des früheren Oststadt-Depots mit drei weiteren Bürohäusern bebaut.

Konzentration am Stammsitz

So wollen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und ihre Schwester AVG samt  KVV und Kasig ihren Stammsitz entwickeln und mit zusätzlichen Büroflächen vermarkten.

Jetzt wurde der Architekturwettbewerb für das Bauprojekt entschieden.  Das alte Depot ist seit 2008 durch  den neuen Betriebshof an der Gerwigstraße ersetzt.

Städtebaulich überzeugend

Das Preisgericht wählte den Entwurf des Freiburger Büros Sacker Architekten und des Baseler Landschaftsarchitekten Westpol aus 25 Entwürfen aus.

„Der Entwurf von Sacker Architekten und Westpol hat uns sowohl aus städtebaulicher und architektonischer Sicht als auch aus der Perspektive der zukünftigen Nutzung am meisten überzeugt“, sagt AVG-Geschäftsführer Alexander Pischon.

Der Karlsruher Nahverkehrskonzern schaffe damit „eine attraktive Adresse für Gewerbe und Dienstleistungen und damit eine echte Bereicherung für den östlichen Stadteingang“, meint Pischon.

Spatenstich im alten Depot 2019?

Jetzt wolle man zwei Jahre intensiv bis zum Spatenstich planen. In den kommenden zwei Jahren will man die Planungen bis zum Spatenstich 2019 vorantreiben.

 

Von allen Seiten durchlässig

Nach weiteren zwei Jahren soll der Blockwinkelbau Durlacher Allee/Tullastraße 2021 stehen. Dabei werden zwei Baukörper versetzt angeordnet. Und ein Brückengang schließt die alte VBK-Zentrale an der Ecke Tulla-/Gerwigstraße an den Neubaukomplex an.

„Zwei Öffnungen im Ensemble sorgen für die notwendige Durchlässigkeit in Nord-Süd-Richtung“, erklärt die AVG. Eine Freifläche auf der Ostseite des Grundstücks führe zudem den Grünzug aus dem Otto-Dullenkopf-Park auch nördlich der Durlacher Allee in die Oststadt hinein.

Neues Kundenzentrum geplant

Auch die Fassade werde sich der Umgebung anpassen, versichert die AVG. „Der gelblich eingefärbte Beton nimmt die Farbigkeit des gelben Sandsteins auf, der für die Bauten der Tullastraße und des alten Schlachthofes gegenüber verwendet wurde“, erklärt Christopher Höfler von Sacker Architekten.

Das Verkehrsunternehmen aus vier Gesellschaften wolle seine Büros an der Tullastraße konzentrieren, versichert AVG-Pressesprecher Nicolas Lutterbach. Auch sei ein KVV-Kundenzentrum im Neubau-Komplex vorgesehen. Gleiches gelte für Ausstellungsräume, wo die Karlsruher Straßenbahngeschichte einen Platz findet.

Keine Museumshallen für die alten Bahnen

Viele Jahre kämpften die Freunde des Schienennahverkehrs vergeblich für den Erhalt des nicht unter Denkmalschutz stehenden Depots als Museum für historische Wagen. Die von ihnen restaurierten Bahnen müssen wohl in zehn Jahren anderswo unterkommen.