Bundesverfassungsgericht
Das Bundesverfassungsgericht bot Führungen an | Foto: Sandbiller

Führung bei den Heimattagen

Bundesverfassungsgericht erlaubt Blick hinter die Kulissen

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„Ein wunderschönes Büchlein ist das.“ Simon Sieweke gerät ins Schwärmen. Der Richter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesverfassungsgericht. Und durch das führt er zum Auftakt des Baden-Württemberg-Tags Besucher.

Vier Touren durch Bundesverfassungsgericht

Vier Touren werden angeboten, alle sind ausgebucht. Die, die einen Platz ergattert haben, bekommen also erst mal dieses Büchlein – das Grundgesetz – präsentiert.

„Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Grundgesetzt umgesetzt wird“, erläutert der aus Bremen stammende Jurist.

Hölzerner Bundesadler

Der Rundgang startet im Sitzungssaalgebäude, in dem Fotos zahlreicher Verfassungsrichter die Besucher erwarten. Dann geht es die Treppen hoch, hinein in den Verhandlungssaal.

Und da ist er: Der hölzerne Bundesadler an der Wand, den alle aus Fernsehübertragungen kennen.

Der Trick mit dem beklebten Stuhl

Sieweke zeigt auch das, was der TV-Zuschauer nicht sehen kann. Zum Beispiel, dass der vierte Stuhl von rechts hinten weiß abgeklebt ist. Warum? Die Besucher kommen nicht drauf. „Damit der Vorsitzende Richter sofort seinen Platz findet, bei acht Richtern gibt es keine wirkliche Mitte“, erläutert der Jurist.

„Was, wenn die Putzfrau die Stühle umstellt?“, fragt einer. „Ich denke, es gibt da Dienstanweisungen. Die gibt es bei uns für alles. Es gab sogar eine, als plötzlich so viele Menschen Pokemon Go spielten und auch auf unserem Gelände Monster jagen wollten“, so Sieweke.

Staatstheater als Ratgeber

Er erzählt vom Arbeitsvolumen des Gerichts, von den rund 6 000 Eingaben im Jahr. Und davon, wer die Roben der Richter entwarf: „Man holte sich da Rat beim Staatstheater.“ Eine Kommission habe damals die Robenfrage behandelt. Auch die Idee einer Kette sei diskutiert worden. Eine Mehrheit habe es für diese jedoch nicht gegeben.

Die Roben wiederum werden von Richter zu Richter weitergegeben. Je nach Größe des Juristen werden sie dann gekürzt oder verlängert, berichtet Sieweke. Der wissenschaftliche Mitarbeiter verrät den Besuchern auch: Beim Ankleiden erhalten die Bundesrichter dann Hilfe.