Veränderte Verhältnisse: Das Karlstor ist jetzt eine Baustelle für den Autotunnel. Niemand kann es auf der Karlstraße queren. Bevor der Bohrer (links) mit dem Gründen der Bohrpfähle weitermacht, fahndet das kleinere Bohrgerät (Mitte) nach Bomben. | Foto: jodo

Noch keine Probleme auf A 8

Corona lässt den Verkehr auch an Baustellen in und um Karlsruhe fließen

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Corona sorgt weiter für Entspannung auf den Hauptstraßen in und um Karlsruhe. Selbst an der neuen Großbaustelle zur Sanierung der Fahrbahn am A-8-Aufstieg beim Karlsruher Dreieck bilden sich keine Riesenstaus.

Folglich quält sich die Blechkarawane auch nicht als Schleichverkehr durch die Dörfer. Zudem sind die einspurigen Abschnitte in der Tunnelbaustelle Kriegsstraße derzeit keine Staufallen, bestätigt Joachim Zwirner, Verkehrsexperte des Polizeipräsidiums. „Der Verkehr in Karlsruhe ist eben noch sehr schwach“, erklärt er.

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Auf den Straßen geht es noch locker zu. Dieser außergewöhnliche April, in dem Corona den Verkehrsstrom in Karlsruhe fast ganz zum Erliegen brachte, geht trotz der Lockerungen in der Geschäftswelt ohne Staus zu Ende. Zwar tut sich schon wieder mehr auf der Südtangente oder dem Erhardboulevard, aber langes Schlange stehen kommt noch nicht wieder vor.

Großbaustellen sind noch keine Staufallen

Deshalb wirken sich die beiden gerade pünktlich eröffneten Großbaustellen noch nicht als die von den Experten prophezeiten Staufallen aus: Das Karlstor und der A-8-Aufstieg beim Karlsruher Dreieck belasten also derzeit auch die Anwohner der Umleitungsstrecken nicht.

Beobachter sprechen von einem Verkehrsaufkommen, das zwischen der Ebbe während der strengen Kontaktsperre und der Flut bei gewöhnlicher Mobilität im Großstadtalltag liegt. Somit verursachen die verengten, verschwenkten und in der Zahl reduzierten Fahrstreifen am A-8-Bergwaldhang bei Wolfartsweier keinen Verkehrskollaps. Die Sanierung der A-8-Fahrbahn auf Karlsruher Gemarkung Richtung Stuttgart löst keine täglichen Hiobsbotschaften im Verkehrsfunk aus.

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Und die Bergdörfer wie Stupferich und Wettersbach werden als Ausweichventile nicht vom Fernverkehr verpestet. Dabei versichert Tiefbauamtsleiter Martin Kissel ohnehin, dass man mittels mehrerer Steuerungslemente die Beeinträchtigungen der Bürger in den Karlsruher Bergdörfern durch Schleichverkehr von der Autobahn minimiere.

Letzte Etappe beim Autotunnelbau am Karlstor ist angelaufen

Am Karlstor sind indessen die Arbeiten für die letzte Etappe beim Autotunnelbau in der Kriegsstraße reibungslos angelaufen: Die Schienen der Straßenbahn sind rausgerissen.

Erst im September kann dort dank Brückenprovisorium wieder die Tram in der Karlstraße zwischen Europaplatz und Hauptbahnhof rollen. Jetzt suchen die Kampfmittelerkunder die stillgelegte Kreuzung mit einem Bohrgerät nach Blindgängern ab.

Niemand kreuzt auf der Karlstraße

Direkt am Karlstor wird es in der nun bis Ende 2021 dauernden Baustellenzeit auch ohne Corona wenig zu Staus kommen: Zwar muss sich der Verkehr auf der Kriegsstraße nach dem Wegfall der Unterführung allein oberirdisch jeweils einspurig an der Baustelle vorbeiquetschen. Aber er wird eben auch nicht mehr durch kreuzenden Verkehr auf der Karlstraße, ob Straßenbahnen oder Autos, Radfahrer oder Fußgänger, per roter Ampel gestoppt. Lediglich die von der Karlstraße jeweils nach rechts in die Kriegsstraße einbiegenden Autos stoppen den Fluss auf der Kriegsstraße per kurzer Ampelphase.

Dagegen hat das Umfeld, etwa die Sophien- und die Hirschstraße, schon deutlich mehr Autoverkehr zu verkraften.30

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Brennpunkte vor Ikea und am Mendelssohnplatz

Relativ eng geht es schon im Berufsverkehr an zwei anderen Verkehrsknoten mit großem Baustellenbetrieb zu: Staugefahr herrscht bei der Stadteinfahrt über den Erhardboulevard beim Mendelssohnplatz, wo gerade die Fahrbahn über dem Autotunnel asphaltiert wird. Gleiches gilt an der Einmündung des Weinwegs in die Durlacher Allee, wo der Endspurt des Straßenumbaus vor der Ikea-Eröffnung auf Hochtouren läuft.